Würzburg

Unterwegs für die Natur und den Klimaschutz

Niels Baumann, der frühere Geschäftsführer der ForstServiceGesellschaft (FSG) und des LPV im Nürnberger Land, hat zum 1. Januar die Stelle als Geschäftsführer des LPV im Landkreis Würzburg angetreten.
Foto: Christian Schuster | Niels Baumann, der frühere Geschäftsführer der ForstServiceGesellschaft (FSG) und des LPV im Nürnberger Land, hat zum 1. Januar die Stelle als Geschäftsführer des LPV im Landkreis Würzburg angetreten.

 Niels Baumann hat zum 1. Januar die Stelle als neuer Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands (LPV) Würzburg angetreten, wie der Verband verkündet. Seine Vorgängerin war die Agrarwissenschaftlerin Lena Priesemann. Der 52-jährige gebürtige Freiburger verlegt damit seine Wahlheimat vom Nürnberger Land nach Unterfranken in den Landkreis Würzburg.

Der diplomierte Forstwirt hat einen reichhaltigen Fundus an Erfahrung im Gepäck, informiert der LPV weiter: Nach seinem Studium der Fortwissenschaften an der Universität Freiburg und seinem Referendariat in Bayern arbeitetet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Bayreuth, wo er unter anderem die Projektarbeit und Forschung an einem Biotopverbund für gefährdete Reptilien prägte.

Experte für die nachhaltige Entwicklung und Nutzung von Wäldern

In Mittelfranken hatte Baumann zuletzt von 2005 bis Ende 2021 als Geschäftsführer der ForstServiceGesellschaft (FSG) Nürnberger Land und in Geschäftsbesorgung für die Naturschutzfachliche Landschaftspflege beim Landschaftspflegeverein Nürnberger Land verantwortlich gezeichnet. Neben dem Betrieb zweier Hackschnitzelheizwerke setzte er seine Schwerpunkte unter anderem in der Erarbeitung von Pflegekonzepten von Hecken und der Betreuung von Waldflächen eines Wasserversorgers.

„Wir sind froh, dass wir mit Niels Baumann so einen erfahrenen Geschäftsführer für unseren LPV und damit die Natur in der Region gewinnen konnten“, zeigte sich Würzburgs Landrat Thomas Eberth bei Baumanns Antrittsgespräch im Landratsamt erfreut. Gerade die vielen unterschiedlichen Themenbereiche, mit denen sich Baumann bisher beschäftigt habe, würden diesen besonders für die Aufgabe qualifizieren, so der LPV.

„Der Artenreichtum, der Klimaschutz, kurzum, die gesamte Natur in unserer Heimat wird durch gute Landschaftspflege auf Wiesen, Hängen, im Wald und in Auen unterstützt. Daher gilt es Konzepte auszuarbeiten, Projekte anzugehen und aktiv die Vielfalt in der Natur zu gestalten. Dem Landschaftspflegeverband und den Experten der Naturschutzbehörde kommt also in Zukunft eine noch wichtigere Rolle zu“, ist sich der Landrat sicher.

Feldhamster statt Reptilien

Genau diese Vielfalt der Landschaft im Landkreis Würzburg und damit auch der Tätigkeiten seien für ihn sehr reizvoll, betonte Baumann gemäß der LPV-Meldung. Schon zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn habe er während eines Lehrgangs an der Forstschule in Lohr Mainfranken kennen und schätzen gelernt. Die Verbindung zwischen Flusslandschaft, Weinanbau und Wald würden ihn sehr an seine badische Heimat erinnern, hätten aber auch ihren ganz eigenen, besonderen Charme.

Wichtig sei ihm bei alledem vor allem die Kommunikation. Als Geschäftsführer des LPV gelte es nicht nur Jäger, Landwirte und Naturschützer, sondern alle Menschen der Region an einen Tisch und in Einklang mit der Natur zu bringen. Im Nürnberger Land habe er sein Augenmerk statt auf Feldhamster eher auf Reptilien gerichtet. Als LPV-Geschäftsführer und Biberbeauftragter im Nürnberger Land habe er allerdings ebenso Aufgabenbereiche bearbeitet, die auch im Landkreis Würzburg prägend seien. Die Heckenpflege und Gehölzstrukturen seien für ihn zudem eine „Herzensangelegenheit“. Bereits bestehende Bemühungen wolle er daher mit dem bestehenden LPV-Team unbedingt weiter ausbauen und neue Akzente setzen.

Extensive Nutzung als Ökomodellregion

Gerade mit Blick auf den Landkreis Würzburg als Ökomodellregion gebe es viele Schnittstellen und Möglichkeiten der Vernetzung, ergänzte Landrat Eberth. „Eine extensive Nutzung der Landschaft muss langfristig das Ziel sein“, stimmte Niels Baumann zu. Wichtig sei, dass die Menschen in der Region mit dem Land leben und arbeiten. Das bedeute auch, dass die Früchte der Bewirtschaftung – egal ob Getreide, Honig, Fleisch oder Holz – schließlich genutzt werden sollen. „Von Beweidung über Streuobst – Regionalität und Vermarktung im Sinne der heimischen Wertschöpfungsketten sind wichtige Chancen“, so der Landrat in der Pressemitteilung

Dabei gelte es ebenso, festgefahrene Handlungsweisen vor dem Hintergrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse etwa zum Klimaschutz zu hinterfragen und bisherige Ziele anzupassen. „Ich will die Landschaft in und um Würzburg verstehen, aber auch aktiv mit anpacken, die Region so gut es geht weiterzuentwickeln“, verspricht Baumann.

Der Landschaftspflegeverband Würzburg arbeitet für den Erhalt und die Verbesserung wertvoller Biotope und Arten zusammen mit Kommunen, Naturschützern, Landwirten und Jägern. Er übernimmt dabei auch Aufträge von Gemeinden und Naturschutzbehörden zur Durchführung von Landschaftspflegearbeiten. Die neunköpfige Vorstandschaft unter dem Vorsitz von Landrat Thomas Eberth setzt sich aus je drei Vertretern der Kommunalpolitik, des Naturschutzes und der Landwirtschaft zusammen. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Verbands: www.lpv-wuerzburg.de.

Landrat Thomas Eberth (rechts) heißt den neuen Geschäftsführer des Landschaftspflegevberbands (LPV) Würzburg Niels Baumann offiziell willkommen. Damit er beim Erkunden der Mainufer und Gewässerauen keine nassen Füße bekommt, gibt’s eine Watthose zum Stellenantritt.
Foto: Christian Schuster | Landrat Thomas Eberth (rechts) heißt den neuen Geschäftsführer des Landschaftspflegevberbands (LPV) Würzburg Niels Baumann offiziell willkommen.
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