Höchberg

Warum die Höchberger den Gürtel enger schnallen müssen

Gut 1,3 Millionen Euro fehlen im Höchberger Haushalt. Großenteils ist die Corona-Krise daran Schuld. Aber nicht nur. Wie will die Gemeinde das Loch nun stopfen?
Das Höchberger Mainlandbad wurde wegen der Corona-Krise geschlossen. Auch das  hat ein Loch in den Gemeindehaushalt gerissen.
Foto: Matthias Ernst | Das Höchberger Mainlandbad wurde wegen der Corona-Krise geschlossen. Auch das  hat ein Loch in den Gemeindehaushalt gerissen.

Rund 1,3 Millionen Euro weniger als geplant weist der Haushalt der Gemeinde Höchberg auf. Noch im März dieses Jahres beschloss man den Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 37 597 650 Euro. Tatsächlich aber fehlen im Verwaltungshaushalt 866 000 und im Vermögenshaushalt 435 000 Euro. Dieser Fehlbetrag zwang die Verwaltung nun dazu, rückwirkend zum 1. Januar eine Nachtragshaushaltssatzung vom Gemeinderat beschließen zu lassen.

Die Gründe für die Mindereinnahmen seien vorwiegend corona-bedingt, erklärte Kämmerin Stefanie Grund. Wegen der Krise habe man allein 600 000 Euro weniger Gewerbesteuern eingenommen, eine halbe Millionen Euro fehlen bei den Einkommenssteuern und weitere 180 000 Miese brachte die Schließung des Mainlandbades mit sich. Dies rief SPD-Gemeinderat Martin Benthe auf den Plan, eventuell den Landkreis bei dem Verlust in die Pflicht zu nehmen, "schließlich erhalten im Mainlandbad  nicht nur Höchberger Kinder Schwimmunterricht". Eine zusätzliche Förderung hielt Bürgermeister Alexander Knahn allerdings für eher unwahrscheinlich. "Immerhin haben wir schon 15 000 Euro erhalten. Aber versuchen können wir es."

300 000 Euro Mehrausgaben für die Kulturscheune

Die verminderten Einnahmen im Vermögenshaushalt beruhen vor allem auf der geringeren Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt, das wiederum eine höhere Rücklagenentnahme nötig macht. Weiterhin konnten verschiedene Beiträge und Förderungen 2020 noch nicht abgerechnet werden und ein Grundstücksverkauf musste rückabgewickelt werden, erläuterte Grund weiter. Bei einem weiteren Grundstücksverkauf wäre in diesem Jahr der Kaufpreis von über 500 000 Euro zur Zahlung fällig geworden. Der Bauträger habe aber eine Fristverlängerung beantragt, sodass erst 2021 der Kaufpreis eingehe.

Hinzu kommen Mehrausgaben von 300 000 Euro für die Kulturscheune, die vor allem der Ausstattung geschuldet sind, erklärte Bauamtsleiterin Katja Heilmann-Rath auf Nachfrage eines Gemeinderates. Des weiteren haben die Tiefbauarbeiten in der Sonnemannstraße 100 000 Euro mehr verschlungen als geplant. Statt mit 350 000 schlägt diese Maßnahme nun mit 450 000 Euro zu Buche.

Eine Kreditaufnahme sei zwar nicht erforderlich, aber eines machte Bürgermeister Alexander Knahn deutlich: In Zukunft müsse man den Gürtel enger schnallen. CSU-Fraktionssprecher Matthias Rüth bat die Kämmerin gar darum, den Gemeinderat eventuell öfters und eindringlicher daran zu erinnern, dass "man sich vieles vielleicht nicht leisten kann".

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