Würzburg

Was Sie zum 365-Euro-Ticket in Würzburg wissen müssen

Die Fahrkarten für Busse und Straßenbahn sollen für einige Fahrgäste günstiger werden. Das ist das Ziel des 365-Euro-Tickets. Doch nicht jeder wird davon profitieren.
Von dem neuen 365-Euro-Ticket werden auch Schüler profitieren, die mit der Straßenbahn zur Schule fahren.
Foto: Daniel Peter | Von dem neuen 365-Euro-Ticket werden auch Schüler profitieren, die mit der Straßenbahn zur Schule fahren.

Das bereits im April von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte 365-Euro-Ticket für Auszubildende und Schüler nimmt auch in Würzburg Formen an. Die Stadtverwaltung setzt sich derzeit intensiv mit der Umsetzung des Tickets auseinander. Noch muss aber ermittelt werden, wie hoch die Mehrkosten für den Verkehrsverbund sein werden. Das soll die Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) zeitnah angehen, vom Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss gab es am Dienstagnachmittag grünes Licht dafür. Die Entscheidung über die Einführung bleibt einem gesonderten Beschluss vorbehalten, Thema wird das Ticket auch am kommenden Donnerstag im Würzburger Stadtrat sein.

Mittlerweile ist auch ein möglicher Start der vergünstigten Fahrkarte bekannt. Doch nach den momentanen Plänen profitieren nur bestimmte Gruppen von der neuen Fahrkarte. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was soll die 365-Euro-Fahrkarte bringen?

Politiker wie Markus Söder wollen die Menschen motivieren, für alltägliche Fahrten vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Das soll zu mehr Klimaschutz beitragen, denn vor allem der Verkehrsbereich müsse seine CO2-Emissionen massiv senken.

Für wen ist die neue Fahrkarte gedacht? 

Zunächst soll das Ticket laut Stadtverwaltung nur für Schüler, Auszubildende und kleinere Gruppen wie FSJler (Absolventen eines Freiwillig Sozialen Jahres) und Bufdis (Absolventen des Bundesfreiwilligendienst) verfügbar sein. Das Alter spielt keine Rolle. Die bisherigen Wochen- und Monatskarten für Schüler werden weiterhin angeboten.

Für wen soll es das Ticket nicht geben?

Die Fahrkarte ist somit nicht für andere erwerbstätige Erwachsene gedacht. Eine baldige Einführung des Tickets "für alle" könnte womöglich an den wesentlich höheren Kosten für die Verkehrsbetriebe scheitern.

Wie weit können Fahrgäste mit der 365-Euro-Fahrkarte fahren?

Die Fahrkarte gilt ganztägig im gesamten Verbundgebiet mit über 1000 Zielen.

Welche Verkehrsmittel können genutzt werden?

Nach den bisherigen Ideen soll das Ticket für den Nahverkehr gelten, also in und um Würzburg für Busse, Straßenbahnen, aber auch für Regionalzüge.

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Ab wann soll es die vergünstigte Fahrkarte geben?

Laut Stadtverwaltung ist eine Einführung des Tickets für das Schuljahr 2020/2021 geplant, welches im September kommenden Jahres beginnt.

Wie viel sparen Schüler und Auszubildenden dann?

In Würzburg kostet eine Schüler/Auszubildende-Abo-Karte für den Innenstadtbereich bei monatlicher Zahlung 39 Euro. Aufs Jahr gerechnet sind das 468 Euro, sollten Schüler auch zu Ferienzeiten ein Ticket bevorzugen. Sollten Schüler in den Ferien auf Monatskarten verzichten, könnten sie beispielsweise mit 6er-Tickets auch günstiger durchs Jahr kommen, informierte CSU-Stadträtin Judith Jörg. Dann beliefen sich die Kosten auf 320 Euro.

Woher kommt die Idee?

Abgeschaut haben sich die Experten das Modell in Wien. Hier gibt es das 365-Euro-Jahresticket seit 2012, seitdem zahlen Kunden statt 449 nur noch 365 Euro im Jahr für U-Bahn, Straßenbahn und Bus. Zugleich wurden aber die Preise für Einzeltickets deutlich angehoben. Die Nutzung ist dort nicht nur auf Schüler und Azubis beschränkt.

Wo gibt solche Modelle in Deutschland bereits?

Bonn und Reutlingen testen solche Tickets seit Jahresbeginn mit Förderung des Bundes. Der Kreistag des Landkreises Haßberge hat beispielsweise auch für die Einführung des 365-Euro-Tickets gestimmt. Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) hat dies kürzlich ebenso beschlossen.

Wo gibt es Probleme?

Bereits bestehende Projekte werden mit viel Geld gefördert. Denn die Verkehrsbetriebe rechnen mit Einnahmeausfällen von mehr als 10 Milliarden Euro im Jahr. Auch in Bayern wird das Projekt mit Geld vom Freistaat gefördert. Die Verluste der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) sollen zu zwei Dritteln vom Freistaat ausgeglichen werden, so der Plan.

Mit Informationen von dpa. 

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