Würzburg

Weindorf eröffnet: In einer Stadt mit großer Weinkultur

Umringt von Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kirche: Die Würzburger Weinprinzessin aus Heidingsfeld Alexandra Hutka (3. von links) und die Fränkische Weinkönigin Klara Zehnder aus Randersacker.
Foto: Patty Varasano | Umringt von Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kirche: Die Würzburger Weinprinzessin aus Heidingsfeld Alexandra Hutka (3. von links) und die Fränkische Weinkönigin Klara Zehnder aus Randersacker.

Es gibt Würzburger, die sagen, wenn das Weindorf beginnt, fängt auch der Sommer in der Stadt an. Für die gibt es eine gute Nachricht: Er hat am Freitag um 11 Uhr begonnen. Im Beisein zahlreicher Vertreter des politischen, wirtschaftlichen und kirchlichen Lebens der Region eröffneten Andreas Korger als Vorstand des Vereins Würzburger Festwirte, Bürgermeister Adolf Bauer und die Fränkische Weinkönigen Klara Zehnder aus Randersacker das 32. Würzburger Weindorf.

Das Wort Garten sei derzeit in Würzburg durch die Landesgartenschau in aller Munde, so Korger, „Die ältesten Gärten sind aber die Weingärten, und diese Früchte genießen wir hier jedes Jahr.“ Adolf Bauer dankte den Wirten, die sich viel Mühe gemacht hätten, dieses „Fest der Freude“ zu gestalten. Die fränkische Weinkönigin Klara Zehnder meinte: „Wir leben in einer Stadt, die große Weinkultur hat, das wird hier auf dem Weindorf deutlich.“ In diesem Jahr gebe es ja einen neuen Wirt, auch der freue sich schon riesig auf die kommenden Tage.

Erstes Weindorf für neuen Wirt

Wie bereits berichtet, ist seit diesem Jahr Ralf Barthelmes als neuer Wirt auf dem Weindorf. Er tritt an die Stelle des im vorigen Jahr gestorbenen Franz Mohr von der Wittelsbacher Höh', dessen Witwe den Weindorfplatz freigab.

Barthelmes führt Martinsklause und Martinz in der Martinstraße hinter dem Hugendubel seit 1992 bereits in dritter Generation, die Martinsklause lief zeitweilig auch als spanisches Tapas-Lokal Destino. Begründet wurde diese Tradition von seinen Großeltern im Jahre 1957, bewirtet werden Gäste dort schon seit dem Jahr 1868, erzählt er.

„Ich bin seit 18 Jahren schon Mitglied im Verein gewesen, damals haben der Rainer Schömig, der Harald van Ewert vom Posthotel und ich mal Lose gezogen, als ein Platz frei wurde. Den hat der Rainer bekommen“, erinnert Barthelmes sich.

„Da passen wir hin“

„Als mir letztes Jahr dann signalisiert wurde, dass da ein Platz frei wird, habe ich mich beworben und die Wirte haben mich erwählt“, sagt Barthelmes. „Ich habe mir immer gedacht, das ist mitten vor meiner Haustüre, da passen wir hin.“

Doch vor dem Mitmachen steht noch ein finanzielles Engagement. „Ja, das ist ein mittlerer fünfstelliger Betrag“, bestätigt Barthelmes. „Man muss dem Vorgänger die Weinlaube abkaufen, zahlt eine Umlage an den Verein und braucht ja die Einrichtung für die Laube mit Kühlschränken, einer kompletten Gastro-Küche und so weiter. Und hinterher noch ein Lager für das ganze Equipment“, zählt er auf. „Aber nachdem meine Töchter zugesagt haben, mich zu unterstützen, habe ich gesagt, wenn wir die Chance haben zum Zug zu kommen, machen wir mit“, erklärt der neue Weindorf-Wirt.

Letzter Wechsel im Jahr 2014

„Es ist ganz unterschiedlich, in welchen Abständen ein neuer Wirt aufs Weindorf kommt“, berichtet Andreas Korger, Sprecher und Vorstand der zwölf Festwirte. Den letzten Wechsel habe es 2014 gegeben, als Christian Wolz vom Restaurant Würtzburg neu dazu kam, weil der vorherige Wirt aus gesundheitlichen Gründen aufgehört hat.

„Mitglied im Verein kann grundsätzlich jeder Bäcker, Metzger, Wirt oder Hotelier werden, der seinen Betrieb im Stadtgebiet Würzburg hat“, erläuterte Korger. „Aber er muss zu uns passen, auch menschlich. Wir sind mittlerweile eine eingeschworene Gemeinschaft und sehr harmoniebedürftig“, fährt er fort. „Uns ist es sehr wichtig, dass das neue Mitglied zu uns passt, deswegen entscheiden wir gemeinsam, wen wir aufnehmen“, sagt Korger.

In Würzburg sozial verwurzelt

„Ganz wichtig: die Person wird Mitglied, nicht der Betrieb. Dazu gehört, dass der Bewerber in Würzburg sozial verwurzelt ist und einen Bezug zum fränkischen Leben hat. Sich einzukaufen, wie es immer wieder erzählt wird, geht absolut nicht“, stellt Korger fest. Früher seien es auch einmal bis zu 18 Wirte gewesen, erinnert er sich. „Durch geänderte Bestimmungen, Fluchtwege und Sicherheitsauflagen passen jetzt nicht mehr als zwölf Wirte mit ihren Lauben auf die zur Verfügung stehenden Fläche“, sagt der Wirtesprecher.

Und die Fläche gehört der Stadt Würzburg. Zu Beginn der Freiluftsaison wurden für die Wirte der Stadt, die ihre Stühle und Tische den Sommer über ins Freie stellen wollen, die Gebühren dafür rund um das Doppelte erhöht. Es war allerdings die erste Erhöhung seit Juli 2003. Trifft diese Erhöhung auch die Wirte auf dem Weindorf?

Weindorf ist eine Sondernutzung

„Das lässt sich Beides nicht vergleichen“, sagt Christian Weiß, Pressesprecher der Stadt Würzburg auf Anfrage. Außengastronomie sei eine regelmäßige Nutzung im Außenbereich, das Weindorf hingegen sei eine Sonderveranstaltung. „Somit gibt es eine festgelegte Gebühr für die Sondernutzung der öffentlichen Einrichtung Marktplatz. Diese liegt für die zehn Tage des Weindorfes im niedrigeren fünfstelligen Bereich.“ Den genauen Betrag wollte er nicht nennen weil dieser Vertragsbestandteil zwischen den Wirten und der Stadt sei. Dieser Betrag lasse sich auch nicht eins zu eins auf die Quadratmeter der Flächen umrechnen, weil über den Markt auch während der Sondernutzung öffentliche Wege etc. führen würden.

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