Waldbüttelbrunn

Wie der Friedhof der Zukunft aussieht

Zukünftig sind auch Baumbestattungen auf den gemeindlichen Friedhöfen in Waldbüttelbrunn und seinen Ortsteilen möglich.
Foto: Matthias Ernst | Zukünftig sind auch Baumbestattungen auf den gemeindlichen Friedhöfen in Waldbüttelbrunn und seinen Ortsteilen möglich.

"Kein Thema, glaube ich, hat mich so sehr und so lange beschäftigt, wie das Thema Friedhöfe in der Gemeinde", sagte Bürgermeister Klaus Schmidt (SPD) nach dem jüngsten Beschluss im Gemeinderat, der sich allumfassend mit der Umgestaltung der gemeindlichen  Friedhöfe beschäftigte. Bereits in der vergangenen Sitzung hatte Fachplanerin Miriam Glanz ein Entwicklungskonzept für die Friedhöfe in Waldbüttelbrunn, Mädelhofen und Roßbrunn vorgestellt. Nach der Beratung in den Fraktionen sollten nun die weiteren Schritte beschlossen werden.

Grundsätzlich abgelehnt wurde eine weitere Bürgerbefragung durch die Gemeinde. Dies sei nicht sinnvoll, so Wiljo Mieseler (SPD), vor dem Hintergrund, dass in allen drei Friedhöfen viele Bestattungsvarianten angeboten werden. Neben den klassischen Erdbestattungen, die seit Jahren rückläufig sind, sind aktuell auch schon Urnenerdbestattungen in allen drei Friedhöfen möglich.

Jetzt auch Baumbestattungen

Neu hinzu kommen jetzt Baumbestattungen, wobei in Roßbrunn drei offengelassene Erdgräber mit je einem Baum bepflanzt werden soll und in Mädelhofen Urnen um die bestehenden Linden in die Erde gelegt werden sollen. In Waldbüttelbrunn hatte Miriam Glanz schon einige Bäume im hinteren Bereich des Friedhofs für eine ungeordnete Baumbestattung mit Erinnerungstafel vorgesehen, weitere Bäume sollen gepflanzt werden. Alle Urnen müssen aus verrottbarem Material bestehen, um die Erde im Friedhof langfristig nicht zu überfordern.

Kein Grabschmuck

Rund um die Baumgräber soll es keinen Grabschmuck geben, um eine Rasenpflege zu vereinfachen. Lediglich am Sterbetag und an Allerheiligen sollte man eine Ausnahme machen, regte Bauamtsleiter Markus Ostwald an. "Man muss den Bürgern dann aber erklären, dass kein Grabschmuck möglich ist", forderte Winfried Körner (CSU). Dem will die Verwaltung gerne nachkommen.

Ungeordnetes Urnenfeld

Neben den reinen Baumgräbern wird es auch ein ungeordnetes Urnenfeld um den Hochbehälter geben. Hier werden die Urnen auf dem Rasen zwischen Weg und Hochbehälter versenkt und eine Erinnerungstafel soll dann an der anzubringenden Bruchsteinmauer möglich sein. Auch in Roßbrunn wird es zukünftig möglich sein, dass man auf einem offengelassenen Grab an der Stützmauer Urnen bestatten kann, mit einem Gedenkschild an der Mauer.

Markus Ostwald will alle Möglichkeiten für den Umbau in den Haushaltsentwurf einstellen und der Gemeinderat muss dann entscheiden, welche Kosten man in 2021 aufwenden kann und was noch geschoben werden muss.

Erhaltungssatzung abgelehnt

Mit sechs zu elf Stimmen abgelehnt wurde eine Erhaltungssatzung für den Innenbereich, wie sie im Frühjahr noch vom alten Gemeinderat mehrheitlich gefordert wurde. Schon damals hatte die Verwaltung geäußert, dass diese Satzung ein "zahnloser Tiger" sei. Das sah auch Daniel Nees (CSU) so und überzeugte seine Gemeinderatsmitglieder, die Satzung abzulehnen. Sie schieße vollkommen am Ziel vorbei und nütze "überhaupt nichts". Karl-Heinz Ursprung (Bündnis 90/Die Grünen) wollte sie als "Botschaft verstanden wissen, dass wir auf die Einhaltung der Bauordnung achten".

Fairtrade-Gemeinde

Außerdem wurde beschlossen, dass Waldbüttelbrunn eine "Fairtrade-Gemeinde" wird. Eine entsprechende Steuerungsgruppe soll eingerichtet werden. Im Rathaus wird schon fair gehandelter Kaffee und Zucker verwendet.

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