Gaukönigshofen

Wie sieht die Zukunft des alten Bahnhofs aus?

Betrachtern des ehemaligen Bahnhofsgebäudes, die aus Richtung Rittershausen kommen, wird derzeit der Blick auf das historische Gebäude weitgehend verwehrt, weil es mit Altkleidercontainern, Paletten mit Pflastersteinen und einem Firmen-Lkw zugestellt ist.
Foto: Klaus Stäck | Betrachtern des ehemaligen Bahnhofsgebäudes, die aus Richtung Rittershausen kommen, wird derzeit der Blick auf das historische Gebäude weitgehend verwehrt, weil es mit Altkleidercontainern, Paletten mit ...

Über die Zukunft des ehemaligen Bahnhofsgebäudes beriet der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Es ging um die Fragen, wie eine weitere sinnvolle Nutzung aussehen könnte und welche Zuschussquellen für die notwendige Sanierung, die einen sechsstelligen Betrag kosten würde, angezapft werden können.

Der Gemeinderat war sich grundsätzlich einig, das Gebäude, das seit einigen Wochen unter Denkmalschutz steht, zu erhalten und für eine Nutzung zu ertüchtigen. Es stammt aus dem Jahr 1907, als die Bahnverbindung von Ochsenfurt nach Röttingen in Betrieb genommen wurde. Es ist ein typischer Vertreter der nach einheitlichem Grundriss gestalteten Stationsgebäude in hölzerner Bauart, wie sie die seinerzeitige Königlich Bayerische Staatsbahn an ihren Nebenstrecken errichten ließ.

An der ehemaligen Gaubahnstrecke sind nur noch drei davon erhalten, nämlich die in Gaukönigshofen und Gelchsheim, die beide unter Denkmalschutz stehen, sowie in Röttingen. Die anderen sind längst abgebrochen worden. Das Gebäude in Gaukönigshofen nutzt die Musikkapelle als Proberaum. Den Güterboden nutzen die Feuerwehr und der Bauhof als Lager. Seit dem Frühjahr 2020 erinnern ein symbolischer Koffer und eine Infotafel an die Deportation von Gaukönigshöfer Juden im Nationalsozialismus.

Gläserner Anbau und Bühne für Veranstaltungen

Bürgermeister Johannes Menth stellte eine Skizze vor, die Architekt Felix Tannenberg gezeichnet hatte. Demnach könnte an der nordwestlichen Ecke ein gläserner Anbau zur Lagerung von Musikinstrumenten entstehen. Im Gebäude könnten Toiletten eingerichtet werden, auch öffentliche. Auf der Südseite könnte sich der Architekt eine Bühne für Veranstaltungen vorstellen.

Menth sagte, für eine Ertüchtigung des Gebäudes stünden 450 000 bis 500 000 Euro im Raum. Es sei zwar nicht das allerwichtigste und eiligste Thema in der Gemeinde, aber man sollte schon ausloten, wo Zuschüsse herkommen könnten. Esther Pfeuffer war dies wichtig, weil einige Fördertöpfe derzeit noch voll seien. Sie hätte Spaß daran, den Bahnhof zu erhalten und zu ergänzen. Sie wies darauf hin, dass vor allem das marode Dach gerichtet werden müsste.

Stefan Rettner war auch gleich "voll dabei", wie er sagte. Wegen der Nutzung müsste man die Feuerwehr und den Bauhof ins Boot holen. Andreas Höfner, der jahrelang Feuerwehrkommandant war, hält es grundsätzlich für wichtig, dass der Bahnhof erhalten bleibt, möchte aber für die eingelagerten Sachen Ersatzräume. Bürgermeister Menth bat die gegenwärtigen Nutzer, auch einmal nachzudenken, was man wirklich noch brauche und was nicht.

Nicht alle Ratsmitglieder zeigen sich begeistert

Details am Architektenentwurf gefielen einigen Ratsmitgliedern nicht. Maria Schmidt erwartet Probleme mit Nachbarn bei Veranstaltungen auf der Bühne. Dass der gläserne Anbau nicht sein müsste, meinten Stefan Rettner und Jürgen Kempf. Alle drei sprachen sich dafür aus, das äußere Erscheinungsbild zu erhalten, wie es ist. Kempf bat auch darum, den Bahnhof als technisches Denkmal zu sehen und seine Bedeutung für heutige Betrachter zu erkennen. Es seien nicht mehr viele Gaubahnstationen erhalten. Man müsse auch an die "Eisenbahn-Community" denken. Es gebe immer mehr solcher Eisenbahnfreunde,  die auf Touren oder im Urlaub gezielt Zeugnisse der Eisenbahngeschichte besuchen und erkunden wollen. Diese seien eine wichtige Touristengruppe. "Der Bahnhof soll so aussehen, wie er ausgesehen hat," sagte Kempf.

Schließlich einigte sich der Gemeinderat darauf, anhand des vorgelegten Entwurfs weiter zu machen und die Verwaltung mit weiteren Schritten zu beauftragen. Aufgenommen wurde auch die Anregung von Maria Schmidt, eine Ortseinsicht vorzunehmen.

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