Ochsenfurt

Willkommen, neues Pfarrzentrum St. Andreas

Blick vom Kirchturm auf das Pfarrzentrum im Komplex mit dem ehemaligen Schwesternhaus (links) und dahinter das noch nicht sanierte Mesnerhaus.
Foto: Josef Pfeuffer | Blick vom Kirchturm auf das Pfarrzentrum im Komplex mit dem ehemaligen Schwesternhaus (links) und dahinter das noch nicht sanierte Mesnerhaus.

Wer Historisches mag nimmt den Eingang in der Pfarrgasse; wer den Eindruck lebendiger, moderner Offenheit spannend findet, kommt vom Kirchplatz her. Die beiden Zugänge und der zentrale Standort zwischen Stadtpfarrkirche und Pfarrhaus, das hat Symbolwert für das neue Zentrum der katholischen Kirchengemeinde.

Alt und neu galt es zu verbinden: einen Neubau in das denkmalgeschützte Altstadtensemble sowie Teile historischer Bausubstanz in das neue Gebäude zu integrieren. Das Vorhaben scheiterte im ersten Anlauf. Ein Architektenwettbewerb hatte nicht den erhofften Konsens geschafft. Ralf Hock, Leiter des Architekturbüros der Würzburger SBW Bauträger- und Verwaltungs-GmbH gelang die Lösung: ein offenes und barrierefreies Haus für die verschiedensten Gruppen vom Kinderchor bis zu den Senioren und für Büros. Entstanden ist ein Mehrgenerationenhaus, das ab April im Mehrschichtbetrieb läuft.

Kirchplatz kann einbezogen werden

Der Saal ist auf 100 Sitzplätze ausgelegt, die Küche entsprechend dimensioniert. Die Glasfassade gibt nicht nur einen ebenfalls neuen, schönen Blick auf die Kirche frei, sie lässt sich öffnen. Der Kirchplatz kann bei Veranstaltungen einbezogen werden. Auch das gehört zu den vielen neuen Möglichkeiten des Hauses, wobei sich Pfarrer Sternagel durch das gemeinsame Haus und seine Qualitäten, auch neue Impulse auf das Gemeindeleben erhofft. Erstmals sind alle Gruppierungen unter einem Dach.

Was die Bedürfnisse kirchlicher Einrichtungen angeht, hatte Architekt Hock und sein Team mit dem Tätigkeitsschwerpunkt bei kirchlichen Objekten die Erfahrung auf seiner Seite. Im Vordergrund standen Multifunktionalität für die Nutzungsmöglichkeiten der Räume und Technik auf dem Stand der Zeit, allerdings unkompliziert in der Handhabung.

Alle Gruppen unter einem Dach

Qualität, Kosten, Nachhaltigkeit bzw. laufende Pflege und das Handling durch Ehrenamtliche waren permanent in der Abwägung, sagt Martina Bausenwein, Mitglied der Kirchenverwaltung und Koordinatorin, bei der alle Fäden zusammenliefen. Die Schiebefensterläden in der Pfarrgasse sind ein Beispiel. Hock hat hier historische Fassadenelemente neu interpretiert. Ein pflegeleichter Holzwerkstoff verhindert regelmäßige Folgekosten. Die Bauherren sind "sehr zufrieden". Pfarrer Sternagel: "Die alten Fassaden erweisen sich jetzt als großes Plus."

3,6 Millionen Euro wurden verbaut, wovon die Kirchenstiftung St. Andreas 1 Millionen und die Diözese 2,6 Millionen Euro trägt. Neben verschiedenen Gruppen der Kirchengemeinde wie dem Frauenbund, Pfadfindern und Ministranten sowie dem Pfarrbüro ziehen auch überörtliche Einrichtungen wie die Orgelschule des Dekanats, das Diözesanbüro oder die Jugend- und Familienseelsorge ein. Das Haus sei bei einer weiteren Konzentration der Seelsorge auch als Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden denkbar, so Pfarrer Sternagel. Die beiden oberen Stockwerke sind aber auch so angelegt, dass sie bei Bedarf zu Wohnungen umfunktioniert werden können.

Drei Monate später als geplant bezugsfertig

Den Mitgliedern der Kirchenverwaltung, namentlich Pfarrer Oswald Sternagel als Vorsitzender und Martina Bausenwein, ist das Bauherrendasein über Jahre permanente Herausforderung gewesen und die Erleichterung über das was, am Kirchplatz entstand, bereits spürbar. Nur drei Monate später als avisiert, ist das 1100 Quadratmeter-Objekt auf 630 Quadratmetern Grundfläche bezugsfertig.

Zur neuen Offenheit des Hauses und zur Verantwortlichkeit der Nutzer gehört auch, dass sich Gruppen wie die Ministranten ihre Räume selbst gestalten dürfen. Zum Teil hätten sie sich sogar eigene Finanzierungen gesucht und auch Gebrauchtes zieht ein. Solche Aktionen sparen natürlich Geld und fördern das Miteinander, so Bausenwein.

Mesnerhaus soll ebenfalls saniert werden

Von erledigt kann bei den Baumaßnahmen indes keine Rede sein. Gleich im Anschluss soll das Einzeldenkmal Mesnerhaus saniert und mit dem Pfarrzentrum verbunden werden. Die Caritas und ein Pilgerzimmer werden darin Platz finden. Danach wird der Kirchplatz von der Stadt Ochsenfurt saniert werden, weshalb er jetzt nur provisorisch wieder hergestellt ist.

Der Festgottesdienst zur Einweihung des neuen Pfarrzentrums wird am Sonntag, 31. März, um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche mit dem stellvertretenden Leiter des Seelsorgeamtes der Diözese Würzburg, Domkapitular Christoph Warmuth gefeiert. Die Segnung des Pfarrzentrums schließt sich um 11 Uhr an sowie Grußworte und Gelegenheit zur Besichtigung.

Die 'Bauherren' der Kirchenverwaltung 2017-2019: (von links) Josef Pfeuffer (Pfarrgemeinderat), Andrea Freund, Pfarrer Oswald Sternagel, Hubert Morgenroth, Martina Bausenwein, Georg Ströhlein, Waltraud Künzl und Thomas Pfeuffer.
Foto: Antje Roscoe | Die "Bauherren" der Kirchenverwaltung 2017-2019: (von links) Josef Pfeuffer (Pfarrgemeinderat), Andrea Freund, Pfarrer Oswald Sternagel, Hubert Morgenroth, Martina Bausenwein, Georg Ströhlein, Waltraud Künzl und ...
Die Pfarrgasse ist Gasse geblieben. Das Pfarrzentrum fügt sich in die gewachsene Altstadt-Struktur und integriert historische Elemente wie den Gewölbekeller, der als Lager dienen wird.
Foto: Antje Roscoe | Die Pfarrgasse ist Gasse geblieben. Das Pfarrzentrum fügt sich in die gewachsene Altstadt-Struktur und integriert historische Elemente wie den Gewölbekeller, der als Lager dienen wird.
Zum Kirchplatz hin zeigt der Neubau mit dem Pfarrsaal gläserne Moderne und verwinkelte Altstadtsituation.
Foto: Antje Roscoe | Zum Kirchplatz hin zeigt der Neubau mit dem Pfarrsaal gläserne Moderne und verwinkelte Altstadtsituation.
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