Winterhausen

Winterhausen bekommt Wiedervereinigungs-Denkmal

Am Samstag, 3. Oktober, jährt sich zum 30. Mal die Wiedervereinigung Deutschlands. Aus diesem Anlass soll in Winterhausen ein "Wiedervereint-Stein" aufgestellt werden. Einen Entwurf eines ortsansässigen Künstlers gibt es. Im Gemeinderat kamen Diskussionen auf wegen des Standorts und der Kosten. Nicht alle Ratsmitglieder stimmten für die Weiterverfolgung des Projekts.

Die Skulptur soll die Freude über die Wiedervereinigung ausdrücken, aber auch Mahnung sein, dass die Spaltung noch nicht ganz überwunden und die Einheit zerbrechlich sei. So sieht der Entwurf einen zwei Meter langen Muschelkalk-Quader vor, der in der Mitte gespalten ist und durch drei Stahlseile zusammen gehalten wird. Zum Jahrestag am 3. Oktober ist die Enthüllung geplant.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 11 000 Euro, wovon laut Sachvortrag zur Sitzung der Gemeindeanteil höchstens 6750 Euro betragen würde. Gefördert wird das Projekt von der Interkommunalen Allianz "Maindreieck" mit 2250 Euro aus dem Regionalbudget. Die Zuschusszusage liege vor, sagte Bürgermeister Christian Luksch.

Ungünstiges Preis- Leistungsverhältnis?

Auf Frage von Peter Teufel erläuterte Luksch die Zusammensetzung des Preises. Demnach entfallen 4000 Euro auf Material, 4000 Euro auf Entwurf, Planung und Ausführung, 1500 Euro auf Transport und Setzen, sowie 1500 Euro auf Öffentlichkeitsarbeit. Beim letztgenannten Punkt könne man laut Luksch 1000 Euro abziehen, weil wegen der Corona-Krise wohl keine Feier im großen Stil möglich wäre. Christian Braungardt fand das Preis-Leistungsverhältnis ungünstig. Er hätte sich von der Symbolik mehr erwartet. Die Bürger würden sich fragen, warum das so viel gekostet hat. Ähnlich sah es Markus Schäfer. Matthias Dürr erschienen die Materialkosten zu hoch.

Noch mehr Diskussionen gab es um den Standort. Aufgestellt werden soll das Denkmal beim Bürgerhaus auf der Fläche bei der ersten Linde in der Straßeneinmündung. Matthias Wieser würde einen Standort zwischen den zwei anderen Linden besser finden. Bürgermeister Luksch gab zu bedenken, dass die Untere Naturschutzbehörde dies nicht befürworte, weil das Fundament des Denkmals die Wurzeln der Bäume so sehr beeinträchtige, dass mit deren Absterben zu rechnen sei.

Auftrag mit sieben zu drei Stimmen beschlossen

Im Gemeinderat gab es auch Bedenken, dass die Sicht in die Fuchsstadter Straße beeinträchtigt würde. Luksch entgegnete, dass der Standort verkehrsrechtlich genehmigt und außerdem nach Abwägen aller Aspekte der letzte geeignete sei. Alternativen, wie Kirchenhof, Aufgang zum Bürgerhaus oder Mauritiusplatz seien verworfen worden. Luksch gab zu bedenken, dass bis zum 3. Oktober nicht mehr viel Zeit bleibe.

Anja Renz meinte, dass ein Rückzieher von dem Vorhaben und Nachverhandeln nicht gut wäre. Mit sieben zu drei Stimmen wurde beschlossen, den Auftrag für die Ausführung des Denkmals zu erteilen. Die Standortfrage wurde noch einmal offen gelassen.

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