Herchsheim

Wo sich Frösche, Vögel und Biber wohlfühlen

Landrat Thomas Eberth (rechts) mit Giebelstadts Bürgermeister Helmut Krämer (links) auf der Suche nach Bibern und Fröschen im Naturschutzgebiet.
Foto: Hanna Roth | Landrat Thomas Eberth (rechts) mit Giebelstadts Bürgermeister Helmut Krämer (links) auf der Suche nach Bibern und Fröschen im Naturschutzgebiet.

"Eine Landschaft, in der Natur Natur sein darf“, so beschreibt Landrat Thomas Eberth den circa 8,7 Hektar großen geschützten Landschaftsbestandteil „Feuchtflächen am Seebach“ nahe der Gemeinden Herchsheim und Euerhausen bei Giebelstadt. Das 1995 vom Landratsamt ausgewiesene Schutzgebiet hat sich laut Pressemitteilung des Landratsamtes im Laufe der Jahre in ein Biotop für Natur und Mensch und damit zum Naherholungsgebiet des Würzburger Landkreises entwickelt. „Daher gilt es, hier den Menschen die Zusammenhänge in der Natur zu erklären und auf den dringend notwendigen Schutz hinzuweisen“, erläutert der Landrat gemeinsam mit Isabel Stöcker vom Umweltamt des Landratsamtes.

Besondere Pflanzen und Tiere haben hier einen Rückzugsort gefunden und entwickeln sich prächtig. „Viele Vögel, Frösche, Biber und andere Arten fühlen sich hier wohl und geben dem Bereich einen besonderen Charakter“, so Landrat Eberth. „Dieses Biotop ist vor allem hinsichtlich des Klimawandels sowie für Biodiversität und Artenschutz wichtig“, betont Lena Priesemann, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Würzburg.

Einweihung der Infotafel am Hauptweg des geschützten Landschaftsbestandteils „Feuchtflächen am Seebach“ bei Herchsheim (von links): Lena Priesemann vom Landschaftspflegeverband Würzburg, Isabel Stöcker vom Umweltamt, Landrat Thomas Eberth, Giebelstadts Bürgermeister Helmut Krämer sowie Norbert Roth, dritter Bürgermeister von Gaukönigshofen.
Foto: Hanna Roth | Einweihung der Infotafel am Hauptweg des geschützten Landschaftsbestandteils „Feuchtflächen am Seebach“ bei Herchsheim (von links): Lena Priesemann vom Landschaftspflegeverband Würzburg, Isabel Stöcker vom Umweltamt, ...

Helmut Krämer, erster Bürgermeister der Gemeinde Giebelstadt, sowie Norbert Roth, dritter Bürgermeister von Gaukönigshofen, erläuterten vor Ort die Historie des Gebietes und dessen Entwicklung. „Natürlich muss ein reger Austausch mit der Landwirtschaft herrschen, um Schäden durch Überschwemmungen an den Wegen und Untergrabungen der Äcker durch den Biber zu vermeiden“, sind sich die Kommunalpolitiker einig.

Biber, Bekassine und Grauammer fühlen sich wohl

In den „Feuchtflächen am Seebach“ sind nicht nur Laubfrösche heimisch, sondern auch Biber, Bekassine und Grauammer, da diese sich in dickem Schilf, feuchten Wiesen und den extensiven Feuchtflächen wohlfühlen. In dem intensiv landwirtschaftlich genutzten Raum Unterfranken, der sonst sehr trocken ist, wird hier selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten ein Lebensraum geboten.

Das Gebiet erfordert trotz allem die Aufmerksamkeit der Unteren Naturschutzbehörde, um den Tier- bzw. Artenschutz zu gewährleisten, heißt es in der Mitteilung. Zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Würzburg und dem Landesbund für Vogelschutz werden hier regelmäßig landschaftspflegerische Maßnahmen vorgenommen, um das Gebiet nachhaltig zu pflegen.

Kenntnisse über Natur für Groß und Klein

Eine vom Umweltministerium bereitgestellte Infotafel am Hauptweg soll nun Besuchern die Besonderheiten und Schönheiten dieses geschützten Landschaftsbestandteils näherbringen und dem Verlust des Wissens über die Natur entgegnen. Landrat Eberth sieht hier die Chance, Kindern aus örtlichen Bildungsstätten bei einem Besuch der Feuchtflächen die Begriffe Biodiversität und Artenvielfalt näherzubringen.

Eberth erhofft sich gemeinsam mit den Gemeinden, den Landwirten und dem Landschaftspflegeverband Würzburg, dass sich in Zukunft ein Netz aus kleinen naturbelassenen Flächen im ganzen Landkreis Würzburg und der Region knüpft.

Das Schutzgebiet „Feuchtflächen am Seebach“ ist Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten, wovon einige auch unter Artenschutz stehen.
Foto: Hanna Roth | Das Schutzgebiet „Feuchtflächen am Seebach“ ist Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten, wovon einige auch unter Artenschutz stehen.
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