Würzburg

Wolfgang Haigis mit 72 Jahren gestorben

Wolfgang Haigis als junger Segelflugpilot bei den Vorbereitungen zum Start.
Foto: FSCW | Wolfgang Haigis als junger Segelflugpilot bei den Vorbereitungen zum Start.

Am 15. Oktober 2019 ist der Physiker Professor Wolfgang Haigis im Alter von 72 Jahren gestorben. Mit ihm verliert der Flugsport-Club Würzburg (FSCW) einen engagierten Fliegerkameraden und die Augenmedizin einen Wissenschaftler mit vielen Auszeichnungen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Im Jahr 1981 trat der damalige Diplom-Physiker und Doktorand Wolfgang Haigis in den FSCW ein und erwarb noch im selben Jahr den Segelflugschein. Viele Jahre bekleidete er das Amt des Schatzmeisters und später des Kassenprüfers. Er war geschätztes Mitglied im Beraterteam für den Flugplatzkauf, die Tankstellenerneuerung und die Sanierung der weiteren Infrastruktur. Mit einem von ihm selbst entwickelten Buchungssystem hielt die Digitalisierung schon vor Jahrzehnten Einzug in die Vereinsverwaltung. Außerdem bekam der FSCW durch Haigis eine der ersten Webpräsenzen unter den Luftsportvereinen.

Doch besonders lag ihm die Segelflugjugend am Herzen. Um die jungen Segelflieger in die Luft zu schleppen, erwarb er auch den Motorflugschein und war fortan auch auf Segelflugmeisterschaften ein gefragter Schlepppilot. Unvergessen bleibt er als Pilot seines blauen Oldtimers, einer Piper PA 18, mit der seine Runden über Würzburg und die Umgebung drehte. Neben vielen Auszeichnungen des FSCW erhielt Woldfang Haigis für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit als Funktionsträger im Luftsport die Ehrennadel in Silber des Luftsportverbandes Bayern.

Auch in der Wissenschaft war Professor Wolfgang Haigis ein Pionier und eine treibende Kraft. Er widmete sich der Entwicklung und Verfeinerung der so genannten Biometrie, der exakten Vermessung des menschlichen Auges und seiner Brechkraft, die in der modernen Operation des grauen Stars unerlässlich ist. Die nach ihm benannte „Haigis-Formel“, die er nach Jahren intensiver optischer Forschung und mathematischer Berechnungen an der Universität Würzburg konzipierte, wird von Augenchirurgen auf der ganzen Welt zum Wohle ihrer Patienten eingesetzt.

Professor Haigis war Autor von mehr als 200 wissenschaftlichen Publikationen und hat sein Wissen in nahezu 500 Vorträgen auf nationalen und internationalen Kongressen in zahlreichen Ländern weitergegeben. Er war maßgeblich an der Entwicklung eines Werkzeugs beteiligt, das zusammen mit seiner Formel für die hervorragende Sehkraft verantwortlich ist, die Patienten heute mit einer künstlichen Linse fast unmittelbar nach der Operation genießen. Die Deutsche Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) würdigte seine Verdienste im Jahre 2009 mit dem erstmals vergebenen DGII-Wissenschaftspreis.

Seine Hilfsbereitschaft und seine Ratschläge werden den Würzburger Fliegern sehr fehlen. Die Mitglieder des Flugsport-Clubs Würzburg trauern um ihren engagierten und fleißigen Fliegerkameraden Wolfgang Haigis. Ihr Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Kathrin, seinem Sohn Michael und allen Angehörigen.

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