Würzburger im Ersten Weltkrieg: Trümmer und Seelenpein

Dezember 1914: Eine 20-jährige Würzburgerin ist kurz verheiratet und Mutter eines sieben Monate alten Sohnes. Dass sie das Weihnachtsfest ohne ihren Mann verbringen soll, lässt die junge Frau verzweifeln. Lebt er überhaupt noch?
Zerschossene Häuser mit Kirchturm: Der deutsche Soldat Armin Reumann malte das Bild im Ersten Weltkrieg in der Kleinstadt Bruyeres in den Vogesen. Wir entnahmen die Illustration dem Katalog zur Ausstellung „Armin Reumann. Bilder vom Krieg. 1914-1918“, die bis zum 15. Februar im Martin von Wagner-Museum in der Würzburger Residenz zu sehen ist.
Foto: Repro: Martin von Wagner-Museum | Zerschossene Häuser mit Kirchturm: Der deutsche Soldat Armin Reumann malte das Bild im Ersten Weltkrieg in der Kleinstadt Bruyeres in den Vogesen. Wir entnahmen die Illustration dem Katalog zur Ausstellung „Armin Reumann. Bilder vom Krieg. 1914-1918“, die bis zum 15. Februar im Martin von Wagner-Museum in der Würzburger Residenz zu sehen ist.

"Heute habe ich mich wiegen lassen“, schreibt die 20-jährige Würzburgerin Maria Gümbel am 4. Dezember 1914 ihrem Mann Adelbert nach Nordfrankreich. Das Weihnachtsfest steht vor der Tür, es könnte das erste gemeinsame Fest für Maria, Adelbert und ihren sieben Monate alten Sohn Wilhelm sein. Doch der Mann ist im Krieg und sie weiß nicht, wann er zurückkommen wird und ob er überhaupt noch lebt. Die junge Frau ist verzweifelt und verfällt immer mehr. „Ich wiege 103,5 Pfund“, steht in dem Brief. „Wenn ich die Kleider wegrechne, da bleibt nicht mehr viel.“ „Ich werde immer ...

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