Würzburg

Würzburger Ruderverein steht vor dem Aus

Die Rudergemeinschaft Olympos Würzburg hat es einstimmig beschlossen: Zum 31. Dezember wird es den Verein wahrscheinlich nicht mehr geben. Über eine mögliche Rettung.
Die Rudergemeinschaft Olympos Würzburg befindet sich in dunklen Zeiten. Sie hat nun das Ende des Vereins beschlossen.
Foto: Peter Steffen, dpa, Symbolbild | Die Rudergemeinschaft Olympos Würzburg befindet sich in dunklen Zeiten. Sie hat nun das Ende des Vereins beschlossen.

Es hat sich bereits seit einiger Zeit angekündigt: Die Rudergemeinschaft Olympos Würzburg (ROW) hat offen über ein Aus nachgedacht. Nun ist das bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag einstimmig beschlossen worden. Die Mitglieder haben für das Ende des Vereins zum 31. Dezember gestimmt.

Bereits Mitte September hat sich Stephan Schad von der ROW an Oberbürgermeister Christian Schuchardt gewandt, um auf die seiner Meinung nach prekären Zustände des Vereins aufmerksam zu machen. "Nach vier Jahren ohne ein Bootshaus oder Grundstück mit geeignetem Wasserzugang ist dieser junge, dynamische Verein gezwungen sich aufzulösen", heißt es in dem Brief von Mitgliedern und Vorstandsvorsitzenden des Vereins. 

Kein eigenes Bootshaus

Über die Hintergründe hat diese Redaktion in den vergangenen Jahren mehrfach berichtet: Unter anderem aufgrund von Unstimmigkeiten über den Führungsstil des Vorstands und finanzieller Angelegenheiten haben einige WRVB-Ruderer im Juli 2015 die ROW mitgegründet und sind später großteils aus dem WRVB ausgetreten. Der neu gegründete Club hat allerdings das Problem, nach der Trennung vom WRVB über kein eigenes Vereinsgelände mit Bootshaus und Zugang zum Main zu verfügen. Die ROW-Mitglieder und ihre Boote sind beim benachbarten Akademischen Ruderclub (ARCW) untergekommen. Das gehe allen Mitgliedern laut Schad an die Substanz, verhindere zudem ein weiteres Wachstum, um Ideen umzusetzen. Dazu zählt unter anderem das Rudern für Jugendliche mit Fluchthindergrund.

Mitglieder könnten beim ARCW unterkommen

"Wir sind einfach am Ende", sagt Schad auf Nachfrage dieser Redaktion am Montagmittag. Der Realismus und die Vernunft hätten bei der Entscheidung über das Aus überwogen. Die Noch-Mitglieder könnten beim ARCW unterkommen. Der Verein sei gewillt, sie aufzunehmen. Schad: "Doch er platzt auch aus allen Nähten."

Das Aus zum Jahresende sei laut Verein nur vermeidbar, wenn die Stadt Würzburg noch bis zum 31. Oktober auf der Rudermeile in Würzburg eine Entscheidung zugunsten einer weiteren Existenzmöglichkeit treffen würde. Konkret würde das bedeuten, eine Neuaufteilung der per Erbpacht vergebenen Flächen vorzunehmen. So einfach ist das laut Stadtverwaltung aber nicht und käme einer Enteignung gleich, da die vergebenen Flächen für mehrere Jahre fest vergeben werden.

Stadt bedauert Entscheidung

In einem Schreiben der ROW wird Oberbürgermeister Schuchardt von der Vorsitzenden des Rudervereins Cornelia Drewitzki kritisiert. "Einen derart ausgezeichneten Verein so in der Luft hängen zu lassen macht mich wütend und traurig zugleich." Sie führt an, dass der OB beim Anrudern seine Unterstützung zugesagt, aber nicht auf den Hilferuf des Vereins reagiert hätte. Darauf antwortet die Stadtverwaltung: "Es hat in Vergangenheit zahlreiche Treffen mit den Rudervereinen, dem OB und Referenten gegeben". Von Seiten des Rathauses bedauere man die Entscheidung der ROW und hofft, dass der Verein noch eine andere Lösung finde.

In einer früheren Fassung hatten wir berichtet, zahlreiche Ruderer seien aus dem WRVB ausgetreten und hätten dann die ROW gegründet. Richtig ist, dass bis zum Zeitpunkt der Gründung der ROW keines der Gründungsmitglieder den WRVB verlassen hatte. Das geschah erst nach Gründung der ROW. Andere Gründungsmitglieder waren kein Mitglied der WRVB, einzelne sind bis heute (2020) Mitglied im WRVB. Wir bitten die Ungenauigkeit zu entschuldigen.

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