Würzburg

Würzburger Schulleiter klagen ihr Leid

Unterrichtsausfall dank Verwaltungsarbeit? An Bayerns Schulen keine Ausnahme. Was Würzburgs Lehrer sonst noch bewegt, hat die SPD jetzt in einer Schulkonferenz erfragt.

Computer, die monatelang nicht gewartet werden. Kinder, die dem Unterricht nicht folgen können. Und Schulleiter, die via Handy aus dem Unterricht geholt werden, um Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Kurz nach Beginn des Schuljahrs gehen Eltern bayerischer Schulkinder bereits auf die Barrikaden. Doch was sagen die Experten des Schulalltags selbst?

Mit „Wir hören zu: Was ist los an Bayerns Schulen?“ startete die Landtags-SPD jetzt eine Veranstaltungsreihe, die bayerischen Schulleitern aller Schularten Gehör schenken soll. Zur ersten von zehn regionalen Schulkonferenzen luden der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, Martin Güll, und die SPD-Landtagsabgeordneten der Region, Volkmar Halbleib und Kathi Petersen, Vertreter aller Würzburger Schulen ein.

Zu wenig Fachpersonal

Das Hauptproblem zeigte sich schnell: Während der Arbeitsaufwand mit Aufgaben wie Integration und Ganztagsunterricht steige, fehle vor allem an Grund-, Mittel- und Förderschulen das Fachpersonal. Gleichzeitig nehme in diesen Schulformen die Verwaltungsarbeit stark zu, die die Schulleiter viel Zeit koste.

Auch die Realschulen wünschten sich mehr Unterstützung: „Wir brauchen Schulsozialarbeiter“, lautete der Konsens, denn immer häufiger müsse die Schule Probleme angehen, die die Kinder von Zuhause mitbringen. „Eines habe ich heute ganz deutlich gehört: Einen Hilferuf nach einer Zusammenarbeit mit dem Jugendamt“, sagte Volkmar Halbleib.

Momentan stünden die Schulen hierbei vor einem Problem: „Oft ist nicht klar, welche Anlaufstelle für was zuständig ist“, so Kathi Petersen. Ein übergreifendes Netzwerk könnte Abhilfe schaffen und Abläufe wie den Kontakt zu Ämtern regeln.

Auch digitale Bildung spielte in der Diskussionsrunde eine große Rolle. „Wir dürfen nicht nur in die Geräte investieren, sondern auch in die Köpfe“, warnte Muchtar Al Ghusain, Schul- und Kulturreferent der Stadt Würzburg. Die Lehrer bestätigten: Häufig übernehme ungeschultes Lehrpersonal die Aufgaben einer IT-Abteilung.

Besserung in Sicht

Das CSU–geführte Kultusministerium ist sich dieser Probleme bewusst. Hilfe verspreche das Bildungspaket „Für Bildung begeistern! Fördern, Fordern, Forschen“, heißt es auf Anfrage der Redaktion. Für das kommende Jahr sehe es 250 zusätzliche Stellen für die Förderschulen vor, 50 für den Ausbau der Mobilen Reserven an Grund- und Mittelschulen, 100 für die Realschulen, 200 für die Inklusion, 150 zur Entlastung der Schulleitungen, 150 für Verwaltungsangestellte, 100 für die Berufsschulen sowie 1000 zusätzliche Planstellen für das neue bayerische Gymnasium (G9). Zum neuen Schuljahr seien bayernweit 4300 Lehrer eingestellt worden und auch in den vergangenen Jahren habe man alle Lehrerstellen besetzt.

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