MWANZA/WÜRZBURG

Würzburgerin kämpft für Kinder in Tansania

Das Wohl der Kinder im Blick: Die Würzburgerin Steffie Beck besuchte bei ihrer jüngsten Tansania-Reise in Mwanza den „Karibu-Center“.
Foto: privat | Das Wohl der Kinder im Blick: Die Würzburgerin Steffie Beck besuchte bei ihrer jüngsten Tansania-Reise in Mwanza den „Karibu-Center“.

Bereits zum 22. Mal weilte die Würzburgerin Steffie Beck in der tansanischen Partnerstadt Mwanza. Ein wichtiger Programmpunkt war die Erweiterung des „Karibu-Centers“ in Mwanza.

Seit 2006 pflegt Steffie Beck regelmäßigen Kontakt zu der Kanadierin Manon Fleury, die mit dem Projekt für Kinder, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, ein Tabu-Thema angeht. In dem Zentrum werden die Kinder medizinisch und psychologisch versorgt, wie zum Beispiel die kleine Neema, deren Mutter dem zweijährigen Mädchen ein brennendes Holzstück in den Unterleib stieß.

In einer Ecke sitzt Pendo auf einer Palmenmatte und spielt mit einer einbeinigen Puppe, die als therapeutisches Mittel eingesetzt wird, da Pendo aufgrund von Misshandlungen ein Bein verloren hat. Die Mehrzahl der weiteren 30 Kinder, die im Zentrum betreut werden können, leiden an Brandwunden, einige wurden mit heißem Öl übergossen, ein anderes in kochendes Wasser geworfen.

Fälle wie diese wurden in der Vergangenheit streng geheim gehalten und nur aufgrund kontinuierlicher Aufklärungs- und Bewusstseinsarbeit in Schulen und in den Wohnvierteln suchen Nachbarn und Familienangehörige Hilfe.

Manon Fleury erklärt, dass die Täter überwiegend Frauen sind, die oftmals frustriert sind, da sie ungewollt schwanger und von den Männern verlassen wurden. Kommt dann noch Alkohol hinzu, lassen sie ihre Wut an den Schwächeren aus, an ihren eigenen Kinder.

Der Karibu-Center erhielt in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit, so berichtet die Vorsitzende des Vereins „People of Africa“, Steffie Beck, und zusammen mit der lokalen Polizei wurde ein Konzept erarbeitet, Täter und Opfer gemeinsam zu therapieren anstatt die Tat mit einer Gefängnisstrafe zu ahnden. Bisher konnten 138 Kinder rehabilitiert werden. Ziel ist es, nach erfolgreicher Therapie der Täter die Kinder wieder in die Familien zu integrieren.

„Für mich ist der Karibu-Center ein sehr emotionales Projekt und die Schicksale der Kinder bewegen mich sehr. Großen Respekt habe ich vor Manon Fleury, die ich seit Jahren bei ihrer nicht ganz ungefährlichen Arbeit beobachten darf“, so Steffie Beck.

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