ALTSTADT

Zeit für den Mitmenschen als Geschenk

Soziales Engagement schenken: Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake (Mitte) hat an einem zeitlich begrenzten Ehrenamt Interessierte beraten. Das Gesuch der Nachbarschaftshilfe des AWO-Treff Grombühl fand rasch eine Helferin (rechts). Ursula Wichtermann (links) vom Aktivbüro und Barbara Zellfelder-Flecken vom Treffpunkt Ehrenamt koordinieren die Angebote. Hinten: Bücherei-Vizechef Norbert Herrmann.
Foto: Christian Ammon | Soziales Engagement schenken: Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake (Mitte) hat an einem zeitlich begrenzten Ehrenamt Interessierte beraten.

(ca) „Eine Stunde Zeit füreinander.“ Dieses Motto haben sich die ehrenamtlich organisierten Nachbarschaftshilfen der Caritas in sechs Stadtteilen gesetzt. Materiell und medizinisch sind alte und kranke Menschen meistens ausreichend versorgt, was fehlt ist jedoch Zeit. Zeit für den Mitmenschen.

Zeit zu schenken statt Geld war die Idee der Aktion „Ein-malig Schenken“, die das Aktivbüro der Stadt und der Treffpunkt Ehrenamt zum Tag des Ehrenamtes starteten. Hierzu war in der Stadtbücherei eine Pinnwand aufgestellt. Soziale Initiativen konnten dort orange und gelbe Zettel mit ehrenamtlichen Einsatzmöglichkeiten anheften. Aus diesen „Engagementzetteln“ konnten Interessierte das passende Angebot wählen.

„Es geht um einen zeitlich überschaubaren und einmaligen Einsatz bei einer sozialen Einrichtung“, erklärte Ursula Wichtermann vom Aktivbüro. Als mit sozialen Fragen bestens vertraute Beraterin stellte sich Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake zur Verfügung.

Außerdem informierten soziale Initiativen an Infoständen über ihre Arbeit. Rebekka Trümper, 22-jährige Medizinstudentin, kümmert sich zum Beispiel um sterbende Menschen: „Es ist nicht immer einfach, aber ich fühle darin einen Sinn und bekomme viel zurück.“ Die junge Frau besucht regelmäßig unheilbar Kranke in der Palliativstation der Uniklinik. „In der Palliativmedizin geht es nicht mehr darum, den Kranken zu heilen, sondern ihm möglichst lange seine Lebensqualität zu erhalten“, erklärt sie. Meistens spricht sie mit den Patienten, liest ihnen vor oder nimmt ihre Hand und streichelt sie. Auf ihren Einsatz in der Hospizarbeit der Malteser bereitete sie ein 120-stündiger Kurs vor

Paten für die Haftentlassenen-Fürsorge sucht die Christophorus-Gesellschaft. „Die Menschen brauchen jemanden, der sie die erste schwere Zeit begleitet, mit ihnen auf die Ämter geht oder mit ihnen einfach nur einen Kaffee trinkt“, sagt Diplom-Sozialpädagogin Andrea Dehler. Im Gefängnis seien die Häftlinge oft hervorragend betreut, erklärt die Koordinatorin des Projekts. Auf freiem Fuß seien sie jedoch in einer ihnen fremden Gesellschaft ganz auf sich alleine gestellt. Rückfälle seien darum an der Tagesordnung.

An einem sozialen Ehrenamt Interessierte können sich jederzeit wenden an: Treffpunkt Ehrenamt – Freiwilligenagentur Würzburg des Arbeiter-Samariter-Bundes, Mittlerer Greinbergweg 2, 97076 Würzburg, Montag bis Freitag, 8 bis 18.30 Uhr, Tel. (09 31) 2 50 77 72, www.treffpunkt-ehrenamt.de. Im Januar erscheint die neue Ausgabe des Katalogs „Soziales Ehrenamt in Würzburg“ des Aktivbüros.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!