Bad Königshofen im Grabfeld

Bei Salifou platzt der Knoten

Der TSV Bad Königshofen trotzt allen Widrigkeiten und gewinnt gegen den Favoriten vom ASV Grünwettersbach.
Abdel-Kader Salifou lässt seiner Freude freien Lauf. Mit seinen ersten beiden Siegen im TSV-Trikot war er der Matchwinner im Heimspiel gegen den ASV Grünwettersbach. Foto: Rudi Dümpert       -  Abdel-Kader Salifou lässt seiner Freude freien Lauf. Mit seinen ersten beiden Siegen im TSV-Trikot war er der Matchwinner im Heimspiel gegen den ASV Grünwettersbach. Foto: Rudi Dümpert
| Abdel-Kader Salifou lässt seiner Freude freien Lauf. Mit seinen ersten beiden Siegen im TSV-Trikot war er der Matchwinner im Heimspiel gegen den ASV Grünwettersbach. Foto: Rudi Dümpert

TSV Bad Königshofen - ASV Grünwettersbach 3:1.

Die Vorfreude auf das Heimspiel gegen den ASV Grünwettersbach war nicht nur wegen der fehlenden Zuschauer getrübt. Nein, weil es mit den Genickschlägen und Verletzungen bisher ja nicht reichte, zog sich am Freitagabend beim Training im Kühlhaus Shakehands-Arena auch noch Bastian Steger eine Rückenverletzung zu. Und die ließ beim letzten Test am Sonntagvormittag ein Mithelfen bei der Herkules-Aufgabe gegen den Deutschen Pokalsieger von 2020 und Halbfinalisten 2021 nicht zu. Auch Kilian Ort musste erst therapeutisch spielfähig gemacht werden, mit Risiko verbunden. Ohne die gelobten Fans, die, nach Aussage der Spieler, so viele Bälle mit gewinnen. Ein Xi Wang beim Gegner, der alle seine acht Einzel bisher gewonnen hatte. Ein Salifou, der noch nichts gewonnen hatte. Wettquoten hätten für eine Heimniederlage nicht viel hergegeben.

Arena wird zum Tollhaus

Doch dann gewinnen diese vermeintlichen Zuschauer-Günstlinge zum zweiten Mal ein Heimspiel vor leeren Rängen. Die Arena, die bei der Begrüßung noch eine gespenstische Atmosphäre ausstrahlte, wurde gegen kurz vor 18 Uhr zum Tollhaus der Mannschaft und eines zwölfköpfigen Helferstabs. Wovon die drei Vertreter von Presse, Rundfunk und Fernsehen mitgerissen wurden - ob sie wollten oder nicht. Das war ein demonstratives Signal an alle, die schon von Abstiegsangst geträumt hatten.

Als der stellvertretende Hallensprecher Jürgen Hoffmann bei der Begrüßung völlig emotionslos sagte, "Bastian Steger wurde heute an Position 4 gesetzt", wussten die Wenigen: Er spielt überhaupt nicht.

Der von Chef-Taktiker Koji Itagakio als Nummer 1 nominierte Abdel-Kader Salifou sollte es also richten. Und tat dies tatsächlich mit seine, Viersatzsieg über den Dänen Tobias Rasmussen. Eine Zentnerlast schien dem Franzosen von den Schultern gefallen nach seinem ersten Sieg im TSV-Trikot.

Dann musste Kilian Ort gegen den in dieser Saison noch unbesiegten (8:0) Xi Wang ran. Die Taktik dieses 36-jährigen Deutsch-Chinesen besteht darin, dass er entweder keine hat oder dass er sie ständig von Abwehr auf Angriff und umgekehrt wechselt, man weiß nur nicht wann. Um aber Kilian Ort in seiner momentanen Form zu schlagen, braucht es auch ein gehöriges Stück Arbeit und Konzentration. Der Ur-Königshöfer gewann den ersten Satz 11:8, verlor den zweiten nach Aufholjagd noch 10:12 und kam im dritten mit 11:3 zurück. Im vierten zeigte er Nerven wie Drahtseile, verdaute gleich mehrere Netz-plus-Kanten-Bälle und gewann mit 12:10. Es war Xi Wangs erste Saison-Niederlage, seine zweite sollte noch folgen.

Von wem würde der ersehnte dritte Sieg kommen können? Oder würde es laufen wie schon so oft nach einer solchen Führung? Zu schmelzen begann diese, als sich Filip Zeljko dem Nationalspieler Dang Qiu nach vier Sätzen beugen musste. Kilian Orts Freund seit der Schülernationalmannschaft kennt Zeljkos Problemzone Rückhand natürlich auch und ist ein intelligenter Spieler dazu. Er zog die Taktik, ihn dort fest zu nageln, vom ersten bis zum letzten Ballwechsel durch - nur noch 2:1 für den TSV. Die Königshöfer in der Halle und wahrscheinlich auch daheim an den Bildschirmen begannen zu rechnen. Für Salifou würde Xi Wang wohl doch zu stark sein. Also doch wieder das Schlussdoppel, mit dem man so oft unglückliche Erfahrungen gemacht hatte.

Salifou lässt sich nicht bremsen

Doch bei Abdel-Kader Salifou war der Knoten geplatzt und das Knallen klang auch Xi Wang in den Ohren. Nach 1:2-Satzrückstand schien allerdings das Vertrauen in ihn überstrapaziert. Schließlich hatte er bisher noch nicht viele Argumente liefern können. Bei 6:9 und 9:10 war er am Abgrund. Dann folgte der Reflex: Er gewann den vierten Satz mit 12:10 und den fünften 11:9. Die wunderbare Wandlung vom Loser zum Matchwinner trieb Abdel Kader Salifou zum Winken und Bedanken in jeden Winkel der Arena. Auch hinauf zur Tribüne. Bis er wahrnahm, dass gar niemand da war, sich den Zeigefinger an die Schläfe setzte und lachte.Rudi Dümpert

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