Hammelburg

Für die Hammelburg Volleys ist der Tiebreak der ultimative Nervenkrimi

Sechs Mal mussten die Hammelburg Volleys in dieser Saison in den entscheidenden 5. Satz. Mit mäßigem Erfolg. Nur einmal wurde gewonnen. Außenangreifer Moritz Rauber kann erklären, woran das liegt.
Moritz Rauber spielte mit den Hammelburg Volleys diese Saison schon sechs Mal Tiebreak. Nur einmal gewann das Team. Foto: Jens Feistel       -  Moritz Rauber spielte mit den Hammelburg Volleys diese Saison schon sechs Mal Tiebreak. Nur einmal gewann das Team. Foto: Jens Feistel
| Moritz Rauber spielte mit den Hammelburg Volleys diese Saison schon sechs Mal Tiebreak. Nur einmal gewann das Team. Foto: Jens Feistel

TV/DJK Hammelburg - SSC Karlsruhe (Samstag, 20 Uhr)

Den ultimativ letzten Satz. Das große Finale. Den Tiebreak. Mag Außenangreifer Moritz Rauber gar nicht so. Lieber entscheidet er ein Spiel sauber in drei Sätzen. Leider kam es diese Saison für die Hammelburg Volleys oft anders. Meist gewann am Ende der Gegner. Eine Lösung? Moritz Rauber kennt sie.

Die Tiebreak-Bilanz des TV/DJK Hammelburg liest sich in dieser Spielzeit bescheiden: Sechs Mal ging ein Spiel über die volle Distanz von 5. Sätzen. Siegen konnten die Volleys nur im ersten Saisonspiel in Delitzsch. Wobei es beim 21:23 extrem knapp zuging. Gegen Grafing, Mimmenhausen, Freiburg, in Dresden und zuletzt Schwaig - war es stets Essig mit dem begehrten zweiten Punkt.

Unerwartete Ausgänge

Wobei dieser Verlauf oft nicht zu erwarten war. Gegen Schwaig erkämpften sich die Volleys im 4. Satz helden haft den 2:2-Ausgleich. Um früh im Tiebreak 5:0 zurückzuliegen. Ein Rückstand, den die Hammelburger nicht mehr vermochten aufzuholen.

Im Heimspiel gegen die FT 1848 Freiburg schien bis Mitte des 3. Satzes sogar ein glattes 3:0-Spiel möglich. Doch dann drehten die Breisgauer das Spiel, gewannen den 4. Satz und triumphierten im 5. - wenn auch mit 17:15 knapp.

Natürlich ärgert Moritz Rauber die schlechte Tiebreak-Bilanz. Vor allem, wenn er auf die Tabelle schielt. Was, wenn sein Team alle Finalsätze gewonnen hätte? Dann stünde es mit 27 Punkten wohl auf Platz vier.

Aber Rauber sagt auch: "Wir sind aus keinem Match ohne mindestens einen Punkt herausgegangen." Recht hat er. Die Hammelburg Volleys spielen mit 22 eingefahrenen Punkten bisher eine gute Saison. Wäre da nicht der Makel Tiebreak - es könnte eine sehr gute sein.

Aber warum ist das so, dass die Volleys regelmäßig den Tiebreak vergeigen? Moritz Rauber sieht die Sache so: Im Tiebreak geht es meist auf die zwei Stunden Spielzeit zu. Da entscheide oft die Mischung aus Kraft und Konzentration. Die Hammelburger seien eine spielerisch sehr gute Truppe. Aber was ihr noch fehle, seien Erfahrung und Abgezocktheit. Ähnlich argumentiert Trainer Cornel Closca.

Zudem sei es recht schwer, in einem recht kurzen Satz wie dem Tiebreak einen größeren Vorsprung des Gegners aufzuholen, sagt Rauber. "Wenn wir eine Serie kassieren, dann sind das eben nicht einholbare zwei bis drei Punkte, sondern gleich vier oder fünf." Dass die TV/DJKler sich zurückkämpfen können, hätten sie bewiesen, zum Beispiel zuletzt in Schwaig, wo es am Schluss noch knapp wurde.

Der nur 1,87 Meter große Außenangreifer sieht sich in einem Tiebreak schon als einen, der in der jungen Truppe vorangehen will. Schließlich trägt er schon die vierte Spielzeit dasTrikot von Hammelburg . Im vergangenen Jahr kämpfte er sich nach einer Knie-OP wegen eines drohenden Meniskusschadens in kürzester Zeit ins Team zurück.

Moritz Rauber ist Perfektionist. Im Spiel sieht man ihm den Ehrgeiz oft an. Und auch den Ärger , wenn ein sicher geglaubter Ball daneben geht. Und so ist es wohl so, dass er nicht gern Tiebreak spielt, weil das seinen Perfektionismus beleidigt: "Tiebreak heißt: Wir haben schon einen Punkt verloren."

Die Baden Volleys erklären Hammelburg zum Favoriten

Meisterkandidat Vor der Partie hat Karlsruhes Trainer Antonio Bonelli die Saalemannen zu "einem der Top-Kandidaten auf den Meistertitel" gekürt. Dabei setzte es vor Monaten gegen die Baden Volleys eine klare Heimniederlage im Pokal und eine deutliche Klatsche im Ligaspiel.

Ligaprimus Karlsruhe hat zwar schon zwei Niederlagen mehr als der bisher ungeschlagene Ligakonkurrent Mimmenhausen, aber durch eine größere Zahl an Spielen die meisten Punkte. Der SSC steht punktgleich mit Verfolger Grafing und den "Tiebreak-Königen vom Bodensee " an der Spitze. Ein taktisches Konzept haben die Baden Volleys in einem Vorbericht verraten: Vor allem die schlagwütigen Hammelburger Außenangreifer sowie Kapitän Oscar Benner sollen gebändigt werden. Die physischen Voraussetzungen dazu weisen Jonathan Finkbeiner (2,11 Meter) und Torben Sandmeier (2,03 Meter) im Mittelblock auf. Dazu gesellt sich mit Jens Sandmeier einer der besten Universalspieler der Liga, mit sieben MVP-Medaillen.

Verletzt Bei Hammelburg fehlt weiterhin Mittelblocker Luca Dierks, der an einem Mittelfußbruch laboriert. Zudem wird Libero Aaron Dettner sein letztes Heimspiel im Volleys-Trikot bestreiten. Er übergibt das Abwehrzepter aus privaten und beruflichen Gründen an Lukas Baden.

Liveerlebnis Das Spiel wird erneut per Live-Stream (sporttotal.tv) serviert. Sebastian Becker und Olly Wendt kommentieren. "Die hohen Zugriffszahlen des letzten Spieltages freuen uns und sind zugleich Auftrag, unserer Sache gut zu machen", sagt Becker. Um die Einnahmeausfälle durch fehlende Zuschauer etwas auszugleichen, kann jeder vor dem Spiel ein freiwilliges Streaming-Ticket über die Plattform erwerben, auf der die Saalestädter ihre regulären Eintrittskarten verkaufen (mainlokalshop.de). olly

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