Sand am Main

Später Elfer sorgt für Sander Frust

Fussball, Bayernliga Nord  ++  SpVgg Ansbach vs 1.FC Sand am Main  ++       -  Die Sander Führung: Akrobatisch überwindet Sands Sebastian Wagner Ansbachs Schlussmann Sebastian Heid.
Foto: Ryan Evans | Die Sander Führung: Akrobatisch überwindet Sands Sebastian Wagner Ansbachs Schlussmann Sebastian Heid.

Zeit ist relativ. Im offiziellen Spielbericht wurde der Siegtreffer in Minute 94 erzielt, auf anderen Uhren war bereits die 97. Minute angebrochen, als Ansbachs Patrick Kroiß zum Elfmeter anlief. Der Stein, der den Ansbachern vom Herzen rutschte, als der Ball im Netz einschlug, war gefühlt so massiv, dass er tatsächlich für eine Quetschung der Raumzeit hätte sorgen können. Dass sich die Sander enorm über den Pfiff und den späten Treffer ärgerten, versteht sich von selbst.

Ganz wie die Zeit hängt auch die Bewertung eines Spiels von der Position des Betrachters ab. Die Position von Christoph Hasselmeier ist mittendrin. Der Ansbacher Spielertrainer war nach dem Last-Minute-Sieg leicht euphorisiert: „Ein hoch emotionales Spiel und ein verdienter Sieg. Endlich hat sich die Mannschaft, die bis zum Schluss an sich geglaubt hat, einmal belohnt“, sagte Hasselmeier. Lange Zeit sah es eher nach Novemberblues statt Siegesfeier aus.

Sand gedankenschnell

Mehrfach in dieser Saison war es schon so, dass Ansbach die Erwartungen nach überzeugenden Auswärtsspielen vor heimischem Publikum nicht erfüllen konnte. Das war lange auch gegen Sand der Fall, weshalb die Sander Führung perfekt ins Bild passte. Gedankenschnell spritzte Sebastian Wagner in einen weiten Ball Richtung SpVgg-Torhüter Sebastian Heid und nutzte den Abstimmungsfehler clever zum 0:1 (21.).

Diese glückliche Führung verteidigte Sand zäh und eisern und unter Einstellung fast aller Offensivaktionen. Ein Freistoß ans Lattenkreuz des eingewechselten Dominik Rippstein (77.) war die gefährlichste Torannäherung der Gäste in Hälfte zwei. Sand hielt seinen Kasten mit Hilfe geschickter Raumaufteilung sauber – bis zur 79. Minute. Hasselmeier, Kroiß, Sven Landshuter und Torschütze Michael Sperr lautete die Ansbacher Kombination, mit der der Sander Tresor geöffnet wurde. Der erste Bayernligatreffer des SpVgg-Nachwuchsstürmers war Doping für das müde Spiel, zu dem auch die schwierigen Platzverhältnisse ihren Teil beitrugen.

Ein paar weitere Gelbe Karten und zwei Platzverweise später bereitete Mert Topuz den Ansbacher Siegtreffer vor, indem der FCS-Verteidiger Michael Belzner im Strafraum ansprang. Schiedsrichter Matthias Kraus pfiff nach dem Elfmeter gar nicht mehr an und musste sich dann vom Sander Lager relativ deutlich deren Version von korrekter Nachspielzeitmessung erklären lassen.

Ansbach: Heid – Bayerlein, Hasselmeier, Silaklang – Belzner, Dietrich, Manz – Abadjiew, Seefried (46. Landshuter) – Hammeter (58. Sperr), Kroiß.

Sand: Geier – Gonnert, Topuz, Bechmann, Steinmann – Wieczorek (55. Rippstein), Danny Schlereth, Karmann, Thorsten Schlereth (83. Moser) – Rugovaj (90. Markof), Wagner.

Schiedsrichter: Matthias Kraus (Rieden), Zuschauer: 300. Gelb-Rot: Silaklang (90.+2/Ansbach, Foulspiel); Bechmann (90.+3/Sand, Foulspiel). Tore: 0:1 Wagner (21.), 1:1 Sperr (79.), 2:1 Kroiß (90. +4/Foulelfmeter).

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