Wer schließt die sportliche Lücke im Angriff der Haßfurter Hawks, die Topscorer Jakub Sramek nach seinem Wechsel zum EHC Waldkraiburg aufgerissen hat? Und wer wird neuer Trainer für den abgewanderten Ivan Horak? Diese beiden Fragen, die die Fans des Eishockey-Landesligisten in den vergangenen Wochen wohl am meisten beschäftigt haben, sind nun beantwortet.

Sport-Vorstand Frank Terhar zeigt sich überzeugt, dass sich die intensiven Verhandlungen des ESC Haßfurt gelohnt haben. "Es sind für uns unglaublich wertvolle Transfers", freut sich der 46-Jährige. Große Erwartungen setzt er, ebenso wie Vorstandskollege Bernd Bullnheimer, auf den neuen Coach Petr Korinek, der von der tschechischen Extra- in die bayerische Landesliga wechselt und ab September an der Bande steht. "Seine Erfahrung durch unzählige Spiele in den Profiligen in Tschechien und Deutschland und ein positives persönliches Gespräch" habe den Ausschlag für die Verpflichtung gegeben.
Der neue Trainer Petr Korinek war auch Spieler in der DEL
Der 57-Jährige, zuletzt zusammen mit Frantisek Bombic und Martin Straka sportlich verantwortlich für die erste Mannschaft des HC Pilzen, startete seine Trainerkarriere bereits 2008 als Assistent des tschechischen Drittligisten HC Klatovy. Als Spieler – er beendete seine aktive Karriere erst 2014 – sammelte Korinek viel Erfahrung im Ausland, etwa in Italien, Schweden und Finnland.
In Deutschland stürmte er in der Deutschen Eishockeyliga (DEL) für die Freiburger Wölfe (2003/2004) oder in der Saison 2006/2007 bei den Blue Devils in Weiden (Oberliga). In seinem Heimatland war er zudem viele Jahre für verschiedene Vereine in der Extraliga im Einsatz und stand zudem in der Nationalmannschaft. "Wir wünschen Petr eine erfolgreiche Saison bei uns in Haßfurt", sagt Terhar.

Auch die ersten Spielerverpflichtungen – ganz nach dem Motto "Holst du von mir, hol' ich von dir" – haben es in sich. Mit Dominik Soukup und Josef Dana gaben zwei Landsleute von Korinek, die beide ausgerechnet beim letztjährigen Ligakonkurrenten und Jakub Srameks neuem Arbeitgeber EHC Waldkraiburg erste Deutschland-Erfahrung gesammelt haben, ihre schriftliche Zusage. "Das sind wirklich sehr, sehr gute Neuverpflichtungen, und wir freuen uns riesig, dass sie unser Angebot angenommen haben", sagt Terhar.

Dominik Soukup und Josef Dana trugen maßgeblich zum Titel für Waldkraiburg bei
Tatsächlich könnte den ESC-Verantwortlichen mit den erst 21-jährigen Kumpels ein echter Coup geglückt sein. Immerhin trugen die beiden mit 101 (Soukup) und 71 (Dana) Scorerpunkten maßgeblich zum Titel für die Löwen bei. Weil der Bayernliga-Aufsteiger in der neuen Saison aufgrund der Selbstverpflichtung in der vierthöchsten Spielklasse allerdings nur mit zwei Kontingentspielern an den Start geht, diese letztlich mit den beiden Ex-Haßfurtern Daniel Hora sowie Jakub Sramek besetzt werden, suchten sich Soukup und Dana nach nur einjährigem Gastspiel bei den Blau-Gelben einen neuen Arbeitgeber – und wurden in Haßfurt fündig.

Die sportlichen Werdegänge sowie die Bilanzen von Soukup und Dana können sich trotz jungen Alters durchaus sehen lassen. Soukup spielte in seiner Heimat beim HC Pilsen, durchlief dort alle U-Teams, wobei er in der Saison 2018/2019 als 15-Jähriger bereits für das U16- wie auch für das U19-Team auflief. Es folgten Einsätze in der Pilsener ersten Mannschaft (erste tschechische Liga), bei Slavia Prag und HC Stadion Litomerice (jeweils zweite tschechische Liga). In der Pilsener U20 spielte er zusammen mit Dana, der dort sogar Kapitän war. Zusammen erzielten die beiden in der Saison 2022/2023 91 Scorerpunkte.