Königsberg

Warum Torhüter Michael Werner die klare Nummer eins der Region ist

Nur sechs Gegentore kassierte der Torhüter des FC Augsfeld in der vergangenen Saison. Damit führt er die Rangliste der Keeper in den Spielkreisen Würzburg, Schweinfurt und Rhön klar an.
Nur sechsmal ließ sich Michael Werner in der vergangenen Saison bezwingen. Damit ist der Keeper des FC Augsfeld in den Spielkreis Schweinfurt, Rhön und Würzburg die klare Nummer eins.
Foto: Ralf Naumann | Nur sechsmal ließ sich Michael Werner in der vergangenen Saison bezwingen. Damit ist der Keeper des FC Augsfeld in den Spielkreis Schweinfurt, Rhön und Würzburg die klare Nummer eins.

Vorne gewinnt man Spiele, hinten Titel – heißt: eine sattelfeste Abwehr ist in der Endabrechnung enorm wichtig. Oder auch: "Die Null muss stehen", wie es einst Huub Stevens treffend formulierte.

Was dem damaligen Trainer des FC Schalke 04 aber verwehrt blieb, schaffte der FC Augsfeld. Mit einer Defensive, die zwischen Haibach im Westen und Stettfeld im Osten ihres Gleichen sucht, holte sich der ehemalige Landesligist aus dem Haßfurter Stadtteil die Meisterschaft in der A-Klasse Schweinfurt 5.

Die Torhüterposition liegt ihm im Blut

Und hinter der Augsfelder Defensive steht mit Michael Werner ein Torwart, der – nimmt man nur die Gegentor-Statistik zur Hand – in den unterfränkischen Spielkreisen Schweinfurt, Rhön und Würzburg die klare Nummer eins ist. Ganze sechsmal musste der Augsfelder Keeper in der vergangenen Saison hinter sich greifen, spielte in 16 Partien elfmal zu null. Nur der Schlussmann des B-Klassisten TV 1861 Aschaffenburg, Gabriel Ustaoglu, kassierte noch zwei Gegentreffer weniger.

Michael Werner steht seit Kindheitstagen zwischen den Pfosten, zunächst beim TV Königsberg. In dessen Jugendmannschaft ersetzte der überzeugte FC Bayern-Fan bei einem Auswärtsspiel den damaligen Stammtorhüter zur Pause, als den die Lust verlassen hatte. Über die Spfr. Holzhausen und den TSV Prappach kam Werner 2014 zum FC Augsfeld. "Das mit dem Torhüter liegt mir vielleicht ein wenig im Blut", erzählt der heute 28-Jährige, dass schon sein Vater die Nummer Eins beim FC Zeil und beim FSV Krum auf dem Rücken trug.

"Zufrieden bin eigentlich, wenn hinten die Null steht und vorne wenigstens eins rein gegangen ist."
Michael Werner, Torhüter beim FC Augsfeld

Der Familienvater hat seine überragende Statistik natürlich im Kopf. Dass er aber der zweitbeste Keeper in ganz Unterfranken sei, hat er erst kürzlich von seinem Trainer Johannes Derra erfahren, obwohl er natürlich wusste, dass die lediglich sechs Einschläge in seinem Kasten für sich sprechen.

"Dass wir sehr wenig Gegentore bekommen haben, war mir natürlich bekannt, aber das ist schon was", ist der Schlussmann zurecht ein wenig stolz auf seine tolle bezirksweite Bilanz. Er weiß aber auch, dass er dafür nicht allein verantwortlich ist. "Bei uns kämpft wirklich jeder für jeden. Wir sind ein eingeschworener Haufen, da verteidigen auch die Stürmer, und die Verteidiger schießen Tore", lobt der Logistikarbeiter seine Vorderleute.

Sein Vorbild ist Oliver Kahn

Überzeugt von seinem Namensvetter ist auch Michael Hehn, der sportliche Leiter des FC Augsfeld: "Der Michel hat sich in den letzten Jahren von einem durchschnittlichen zu einem sehr guten Torhüter entwickelt, bedingt durch seine Erfahrung und Reife und vor allem auch durch das kontinuierliche individuelle Training." Stark sei der Keeper – ganz wie sein Vorbild Oliver Kahn – vor allem im Eins-gegen-eins und auf der Linie. "Auch seine stoische Ruhe in brenzligen Situationen zeichnet ihn aus."

Meister, Aufsteiger, und dann noch bester Keeper in der Region: Michael Werner, hat allen Grund ein wenig stolz zu sein.
Foto: FC Augsfeld | Meister, Aufsteiger, und dann noch bester Keeper in der Region: Michael Werner, hat allen Grund ein wenig stolz zu sein.

Dass der FC "nur" durch den besseren Quotienten gegenüber Dürrfeld/Obereuerheim auf Platz eins gerutscht ist, macht Michael Werner indes nichts aus. "Wir waren super drauf, auch wenn wir die letzte Partie in Fürnbach durch ein spätes Gegentor verloren haben", ist der Augsfelder Schlussmann sicher, dass der FCA den Titel auch nach dem Ende einer regulären Saison gewonnen hätte. Geärgert hat er sich trotzdem über die eine Niederlage am 18. Oktober: "Weniger über das Gegentor als darüber, dass wir nicht wenigstens noch den Ausgleich gemacht haben." Eine Saison ganz ohne Niederlage wäre für ihn wichtiger gewesen als seine eigene beeindruckende Bilanz auf der Linie.

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Für die aber macht er auch sein Torwarttraining mit Bernhard Leuner verantwortlich. Der 59-Jährige, früher selbst einer der besten Keeper im Landkreis Haßberge, gibt seine Erfahrung nicht nur an die Torhüter des Bayernligisten FC Sand weiter, sondern eben auch an Michael Werner. Leuner bescheinigt seinem Schützling "hervorragende Reflexe" und – wie auch Hehn – die Fähigkeit, in hektischen Situationen nicht die Ruhe zu verlieren. Und das gebe auch der Abwehr die nötige Sicherheit.

"Zufrieden bin eigentlich nur, wenn hinten die Null steht und vorne wenigstens eins rein gegangen ist", hat Werner dem Stevens'schen Kultspruch verinnerlicht. "Die Null muss stehen. Dann musst Du nur eins schießen und hast drei Punkte," wird Schalkes "Jahrhunderttrainer" gerne zitiert. Eine Aussage, die Michael Werner sofort unterschreiben würde. "Ich gewinne lieber 1:0 als 5:4."

Nun kommen stärkere Gegner

Nun geht es für ihn und den FC Augsfeld also zurück in die Kreisklasse. Dass er da seinen Kasten ähnlich sauber halten kann wie in der abgebrochenen Saison, glaubt Werner nicht. "Ich hoffe es aber schon und werde alles dafür geben, dass es nicht mehr Gegentore werden", sagt er.

"Es wird sich kaum vermeiden lassen, weil die Gegner einfach stärker werden", ist die Augsfelder Nummer eins durchaus realistisch. "Wir versuchen auf jeden Fall unser Bestens und schauen, wie weit es nach oben geht", beschreibt er die Aussichten in der kommenden Saison. An ihm soll es jedenfalls nicht scheitern, die "Null" möglichst oft zu behalten. Huub Stevens hätte seine Freude daran.

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