Geesdorf

Warum Geesdorf nicht gewonnen hat, aber dennoch zufrieden war

Nach drei Wochen Zwangspause absolvierte Geesdorf wieder ein Ligaspiel. Dabei musste der Gegner eine Stunde lang mit einem, am Ende sogar mit zwei Mann weniger spielen.
Luca Fischer ballt die Faust, nachdem er mit einem Freistoß den Ausgleich erzielt hat. Der FC Geesdorf erreichte mit Fischers Tor im Heimspiel gegen Frohnlach ein Unentschieden.
Foto: Jürgen Sterzbach | Luca Fischer ballt die Faust, nachdem er mit einem Freistoß den Ausgleich erzielt hat. Der FC Geesdorf erreichte mit Fischers Tor im Heimspiel gegen Frohnlach ein Unentschieden.

Mannschaftssport braucht Automatismen. Erlernte und erfahrene Abläufe geben dem Spieler Sicherheit im Handeln. Das setzt eine Regelmäßigkeit beim Einüben voraus, die während der Saison meist zweimal pro Woche im Training und am Wochenende im Spiel entsteht.

Aus diesem Rhythmus war der FC Geesdorf in den vergangenen Wochen jäh gerissen worden. Kaum war für die in der Fußball-Landesliga Nordwest startende Mannschaft um Spielertrainer Jannik Feidel die fast zehn Monate dauernde Saisonunterbrechung vorbei, war sie schon wieder zum Nichtstun verurteilt. Wegen eines Corona-Verdachtsfalls in den eigenen Reihen und eine Woche später beim Gegner waren die vorherigen zwei Ansetzungen ausgefallen.

"Du denkst natürlich darüber nach, ob du am Wochenende jetzt spielst oder nicht, und was nächste Woche dann sein wird", sagt Feidel. Ohne diese Regelmäßigkeit lassen sich Abläufe nicht üben und es entsteht keine Sicherheit. Daher war es für Feidel trotz einer zwei Wochen langen Vorbereitung auf das Spiel ungewiss, wie seine Mannschaft auftreten würde.

Luca Fischer erzielt per Freistoß den Ausgleich für Geesdorf

Als wollten die Geesdorfer beweisen, dass sie auch aus dem Stand loslegen können, kamen sie gleich in der ersten Viertelstunde so aussichtsreich vor das gegnerische Tor, wie es ihnen im weiteren Spielverlauf nicht mehr gelingen sollte. Niclas Staudt verpasste am langen Pfosten eine Hereingabe von Karl Ekollo, traf beim Versuch eines Fallrückziehers den Ball nicht voll und René Rottendorf schoss Felix Lehrmanns Flanke aus geringster Entfernung am Tor vorbei. "Am Anfang der Runde hätten wir solche Bälle reingeeiert", kommentierte Feidel.

Die Geesdorfer (von links) Niclas Staudt, Rene Rottendorf (verdeckt), dazwischen Willy Rebhan (Frohnlach), Fabio Feidel und Tresor Mbala warten auf die Ausführung eines Eckballs.
Foto: Jürgen Sterzbach | Die Geesdorfer (von links) Niclas Staudt, Rene Rottendorf (verdeckt), dazwischen Willy Rebhan (Frohnlach), Fabio Feidel und Tresor Mbala warten auf die Ausführung eines Eckballs.

Als Uli Konrad mit einem Rückpass auf Nico Stephan zögerte, lief Kevin Hartmann in den nun doch, aber verspätet zurückgeschobenen Pass und schoss den Ball am Torhüter vorbei zur unerwarteten Frohnlacher Führung ins Tor. Minuten später glich Luca Fischer mit einer sehenswerten Aktion, einem aus 18 Metern direkt verwandelten Freistoß, den Lapsus aus.

Mitunter sah es gut aus, wenn es Geesdorf mit wenigen Pässen gelang, gegen die anfangs mit einer Dreierkette verteidigenden Gäste schnell in einen Angriff über außen zu kommen. "Es ist vieles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten", fand Feidel. Doch blieb es in jenen Aktionen beim Ansatz, denn entweder die Hereingabe oder der Abschluss waren zu ungenau.

Frohnlach spielte eine Stunde lang mit einem Mann weniger

Auf beiden Seiten entstanden insgesamt nur wenige Torchancen, da der finale Pass einer Offensivaktion meist beim Gegner landete. Den Gästen war es nicht anzumerken, dass sie nach einer halben Stunde wegen eines Platzverweises – Lukas Pflaum hatte Nico Stephan im Fünfmeterraum geschubst, nachdem der eine Flanke gefangen hatte – ein Mann weniger waren, denn mit höherem Einsatz glichen sie dieses Ungleichgewicht aus.

Karl Ekollo (Geesdorf) setzt sich gegen Frohnlachs Spielertrainer Marcel Burkard durch. Wenn Geesdorf über außen schnell nach vorne spielte, entstanden aussichtsreiche Situationen.
Foto: Jürgen Sterzbach | Karl Ekollo (Geesdorf) setzt sich gegen Frohnlachs Spielertrainer Marcel Burkard durch. Wenn Geesdorf über außen schnell nach vorne spielte, entstanden aussichtsreiche Situationen.

Für Feidel sei wichtig gewesen, dass die Überzahl seine noch eher junge Mannschaft nicht hemmte. "Du hast zwar das Gefühl, dass du jetzt noch mehr Fußball spielen musst. Aber wir wollten nicht zu viel Druck ausüben, sonst hätten uns der Gegner mit seiner enormen Erfahrung wohl ausgespielt", vermutete er. Denn obwohl Frohnlach erst aufgestiegen war, standen in der Anfangsformation fünf Spieler mit zusammen fast 400 Regionalligaspielen.

Bis zum Schluss rangen beide Konkurrenten um den Sieg, wobei bei manchem Geesdorfer mit zunehmender Spieldauer auf dem nun jahreszeitlich bedingt tiefen Geläuf die Kraft nachließ. "Ich hatte immer das Gefühl, dass Frohnlach noch ein Tor schießen konnte", fand Feidel und war daher nach Abpfiff mit dem Unentschieden zufrieden. "Es geht in dieser Zeit nur ums Ergebnis", bezog er sich nochmals auf den fehlenden Rhythmus.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Landesliga Nordwest:
FC Geesdorf – VfL Frohnlach 1:1 (1:1).
Geesdorf: Stephan – Mbala, Fabio Feidel, Konrad, Lehrmann – Jannik Feidel, Fischer (87. Reuß) – Ekollo, Stefan Weiglein, Staudt (86. Wagner) – Rottendorf (69. Simon Weiglein).
Frohnlach: Pfister – Tim Rebhan, Burkard, Emre Özdemir – Civelek, Lauerbach, Schmitt – Willy Rebhan (69. Eckert), Tayfun Özdemir, Hartmann – Pflaum.
Schiedsrichter: Emmert (Flachslanden). Zuschauer: 120. Rot: Lukas Pflaum (31., Frohnlach). Gelb-Rot: Domenic Lauerbach (89., Frohnlach). Tore: 0:1 Kevin Hartmann (16.), 1:1 Luca Fischer (24.).
Quelle: jst
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