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Am Aus für Olympia hält sich Valentina Umhöfer nicht lange auf

Die Skeet-Schützin aus Saal hat sich in der internen Qualifikation nicht durchsetzen können. Ihr jüngster Leistungssprung ging nicht weit genug. Die 23-Jährige formuliert schon neue Ziele.
Valentina Umhöfer (im Bild) hat die Qualifikation zur Europameisterschaft verpasst. Damit hat sie auch keine Chance mehr auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio. 
Foto: Christian Hüther | Valentina Umhöfer (im Bild) hat die Qualifikation zur Europameisterschaft verpasst. Damit hat sie auch keine Chance mehr auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio. 

Die Enttäuschung schwingt mit in der Stimme von Valentina Umhöfer. Seit einigen Tagen hat die Skeet-Schützin aus Saal an der Saale die Gewissheit, dass sie ihr großes sportliches Saisonziel nicht erreichen wird. Die Olympischen Spiele in Tokio werden ohne die 23-Jährige stattfinden. "Zur Weltspitze ist noch viel zu viel Luft", sagt sie nach den beiden ersten Wettkämpfen des Jahres.

In Frankfurt/Oder und zwei Wochen später in Suhl ging es innerhalb der Nationalmannschaft um drei Plätze für die Europameisterschaft Ende Mai im kroatischen Osijek. Beide Male traf die angehende Bundespolizistin in ihren fünf Sätzen 110 Scheiben, maximal möglich sind 125. In der Endabrechnung ergab das den fünften Rang, die EM-Tickets gingen an andere.

Ohne TTT-Status keine Chance auf Olympia

Was auch auf die angestrebte Olympia-Teilnahme Konsequenzen hat. Warum? Mit dem Einzug ins Finale der EM hätte Umhöfer auf den letzten Drücker noch die Aufnahme ins Top Team Tokio (TTT) des Deutschen Schützenbunds (DSB) schaffen können. Dem TTT gehören vier Skeet-Schützinnen an. Sie haben bei internationalen Wettkämpfen die geforderte Norm-Platzierung erreicht, was Umhöfer nicht gelungen ist. Später im Frühjahr treten die vier Mitglieder des Top Team Tokio erneut intern gegeneinander an. Wer gewinnt, darf zu Olympia.

Mit dem Juniorinnen-Team gewann Valentina Umhöfer (Mitte) 2018 Bronze bei der Europameisterschaft.
Foto: DSB/Jürgen Heise | Mit dem Juniorinnen-Team gewann Valentina Umhöfer (Mitte) 2018 Bronze bei der Europameisterschaft.

Valentina Umhöfer bleibt dann nur die Zuschauerrolle. Dabei hatte die Vorbereitung auf die EM-Qualifikation durchaus Anlass zu Hoffnung gegeben. "Das Training verlief top", sagt Umhöfer, "und ich hatte auch ein richtig gutes Gefühl." Die Wahrnehmung bestätigte Bundestrainer Axel Krämer. Der bescheinigte Umhöfer kurz vor Ostern, zuletzt fleißig trainiert zu haben und "in der letzten Zeit einen richtigen Sprung nach vorne" gemacht zu haben.

Was auch damit zu tun haben könnte, dass das Trockentraining angeschlagen hatte. Anfang des Jahres, als wegen Corona auch am Stützpunkt in Suhl nicht geschossen werden durfte, übte Valentina Umhöfer zu Hause in Saal im Keller. Wie das geht? "Ich stelle mir zum Beispiel vor, wo bei Stand 1 Hochhaus und Niederhaus ist, versuche mir meinen Haltepunkt gedanklich einzuprägen, rufe die Scheiben für mich ab und gehe ihnen mit der Waffe hinterher", erklärt sie.

Ein Satz beim Skeet besteht aus 25 Schuss von acht verschiedenen Positionen aus. Die Scheiben kommen nacheinander oder gleichzeitig von links aus dem Hochhaus (Abwurfhöhe: 2,5 Meter) und/oder rechts aus dem Niederhaus (Abwurfhöhe: 80 Zentimeter). Als Juniorin hatte Umhöfer 2018 mit der Bronzemedaille im Team-Wettbewerb bei der Europameisterschaft ihren bislang größten internationalen Erfolg gefeiert.

2011 strebte Valentina Umhöfer (im Bild) eine Karriere im Biathlon an. Später wechselte sie zum Skeet.
Foto: Umhöfer | 2011 strebte Valentina Umhöfer (im Bild) eine Karriere im Biathlon an. Später wechselte sie zum Skeet.

Als Zwölfjährige war Valentina Umhöfer ans Sportinternat nach Oberhof gewechselt, hoffte auf eine Biathlon-Karriere. Später wechselte sie zum Skeet, einer Disziplin der Flintenschützen. "Ich bin ganz froh, den Schritt gemacht zu haben. Und Schießen liegt mir einfach mehr", sagte sie einmal.

Die EM-Qualifikationen in Frankfurt/Oder und Suhl glichen einem Auf und Ab. Es habe sich schon bemerkbar gemacht, dass im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie keine Wettkämpfe stattfinden konnten und die Routine etwas abhandengekommen sei. "Ich habe beide Male gut angefangen. Dann kam eine Runde, die nicht so gut war. Es waren gute Ansätze dabei, zufrieden bin ich aber nicht", sagte sie. Vorgenommen hatte sie sich, jeweils 115 Scheiben zu treffen. Dieses Ergebnis "hätte auf jeden Fall kommen müssen", sagt Umhöfer.

Allzu lange will sich Valentina Umhöfer gedanklich nicht mit der verpassten Olympia-Chance beschäftigen. Sie sei traurig, dass es nicht geklappt hat, aber: "Es bringt nichts, mir darüber ewig lang einen Kopf zu machen. Es kommen weitere Wettkämpfe und ich arbeite darauf hin, mich zu verbessern." So möchte sie ihre Bestleistung bestätigen, die bei 119 Treffen liegt. Am besten schon bei den anstehenden Ranglisten-Wettkämpfen des Bundeskaders in Berlin und Frankfurt/Oder. "Ob die deutsche Meisterschaft stattfinden kann, weiß man wegen Corona noch nicht. Und dann ist diese Saison auch schon wieder vorbei."

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