Bad Königshofen

Bad Königshofens Angstgegner könnte zur rechten Zeit kommen

Die Nationalmannschaftskollegen Patrick Franziska (links) und Bastian Steger könnten am Sonntag wieder aufeinander treffen, wenn der Deutsche Meister 1. FC Saarbrücken in Bad Königshofen seine Visitenkarte abgibt.
Foto: Rudi Dümpert | Die Nationalmannschaftskollegen Patrick Franziska (links) und Bastian Steger könnten am Sonntag wieder aufeinander treffen, wenn der Deutsche Meister 1. FC Saarbrücken in Bad Königshofen seine Visitenkarte abgibt.

Tischtennis

Bundesliga Männer

1. (1.) Borussia Düsseldorf 9 8 0 1 24 : 5 16 : 2
2. (2.) TTF Ochsenhausen 8 7 0 1 23 : 9 14 : 2
3. (3.) TTC Schw. Bergneustadt 10 7 0 3 21 : 19 14 : 6
4. (4.) TTC Neu-Ulm 9 6 0 3 20 : 17 12 : 6
5. (5.) 1. FC Saarbrücken 10 6 0 4 25 : 14 12 : 8
6. (6.) TSV Bad Königshofen 10 5 0 5 22 : 20 10 : 10
7. (7.) SV Werder Bremen 10 5 0 5 19 : 21 10 : 10
8. (8.) Post SV Mühlhausen 8 4 0 4 16 : 14 8 : 8
9. (9.) ASV Grünwettersbach 10 4 0 6 21 : 23 8 : 12
10. (10.) TTC Fulda Maberzell 10 4 0 6 17 : 24 8 : 12
11. (11.) TTC OE Bad Homburg 10 1 0 9 10 : 29 2 : 18
12. (12.) TTC Zugbrücke Grenzau 10 0 0 10 7 : 30 0 : 20

Sonntag, 20. Dezember, 15 Uhr: ASV Grünwettersbach – Bad Homburg TSV Bad Königshofen – 1. FC Saarbrücken Bergneustadt – TTC Zugbrücke Grenzau TTC Fulda Maberzell – TTC Neu-Ulm SV Werder Bremen – Post SV Mühlhausen

TSV Bad Königshofen – 1. FC Saarbrücken

Was birgt dieses letzte Spiel des Jahres zwischen dem TSV Bad Königshofen und dem 1. FC Saarbrücken doch für Besonderheiten und Attraktionen in sich, die im Normalfall eine proppenvolle Shakehands-Arena garantieren würden. Da hatte doch der Gastgeber im Vorfeld für Eigenwerbung erster Güte gesorgt, indem er drei Spiele in Folge gewinnen und das Punktekonto auf 10:10 ausgleichen konnte. Womit man dem sportlichen Minimalziel der Saison „Klassenerhalt“ um ein beträchtliches Stück näher gekommen sein sollte. Nun kommt kurz vor Weihnachten mit dem 1. FC Saarbrücken der amtierende Deutsche Meister ins Grabfeld, was, wären es normale Zeiten, ein Weihnachtsgeschenk für den TSV-Kassier gewesen wäre. Letzte Empfehlung des Meisters: Der 3:0-Sieg in Düsseldorf war eine Demütigung des Serienmeisters Borussia. Dabei gewannen Patrick Franziska gegen Timo Boll 3:0, Darko Jorgic gegen Anton Källberg 3:2 und Shang Kun gegen Kristian Karlsson 3:2 – das Anblasen zur Aufholjagd.

Bad Königshofen jetzt schon mit der besten Vorrunde in der TTBL

Die Saarländer stehen einen Rang vor den Grabfeldern. Im Fall eines Heimsiegs könnte TSV Bad Königshofen sogar mit ihnen gleichziehen. Was ebenso ein Novum wäre, mit einem positiven Punktestand und in der vorderen Tabellenhälfte die Vorrunde zu beenden. Wobei man auch so schon zum Jahreswechsel mit diesen fünf Siegen besser da steht als je zuvor in der Bundesliga. Eine weitere Besonderheit: Saarbrücken hat einen Spieler mit Königshöfer Stallgeruch in seinen Reihen. Der Slowene Darko Jorgic kam im Sommer 2017 als 17-jähriger Nobody zum frisch gebackenen Bundesligisten. Manager Andy Albert hatte ihn in seinem Riesen-Netzwerk bei Carrara, einem italienischen Zweitligisten, entdeckt und ins Grabfeld geholt. Bei seinem ersten Interview mit dieser Zeitung Anfang August 2017 im Symposion beantwortete er die Frage nach seinem Ziel kurz und bündig: „Bester Spieler der Welt sein.“

Jorgic Wechsel nach Saarbrücken sorgt im Januar 2018 für Furore

Für den jungen Slowenen war die TSV-Familie genau die richtige erste Station auf seinem Weg zu internationalem Ruhm. Er entwickelte sich schnell zur Bundesliga-Reife. Doch anfangs schmunzelte die nationale Konkurrenz. Die Boygroup mit Kilian Ort (21), Mizuki Oikawa (20), Filip Zeljko (19) und Darko Jorgic (17) wollte mit der zweitstärksten Liga der Welt in Konkurrenz treten. Gut, Absteiger sollte es in jener Saison keine geben. Doch spätestens nach dem ersten Auswärtssieg in Düsseldorf war der Respekt da.

Den hatte sich auch jener Jorgic erworben und die Gier der finanzstarken Vereine geweckt. Noch ehe irgendwo sonst ein Wechsel bekannt wurde, war die Unterschrift von Darko Jorgic auf dem Vertrag für die kommenden Jahre längst getrocknet: Beim 1. FC Saarbrücken. Was die Bad Königshöfer damals besonders düpierte: Ein paar Minuten vor seinem ersten Spiel in der Rückrunde im Januar 2018 in Saarbrücken verkündeten die Gastgeber genau diesen Jorgic als Neuzugang. Bis dahin hatte er eine Bilanz von 10:5, danach eine von 3:7. Seine Zuneigung zum TSV hat er inzwischen schon oft bekundet, Kontakte bestehen nach wie vor. Das lässt er sich nicht nehmen.

Doch FC-Manager Erwin Berg ist noch schneller geworden in Sachen Vertragsunterzeichnung. Letzte Woche ließ er vermelden, dass er mit Darko Jorgic und Patrick Franziska bis Juli 2023 verlängert hat. So viel zum Wert und zur Wertschätzung von Darko Jorgic, der inzwischen von Rang 278, als er zum TSV kam, auf 31 der Weltrangliste (WR) geklettert ist. Er wurde deutscher Meister mit der Mannschaft und spielt seine dritte Saison in der Champions League. In einem halben Jahr vertritt er Slowenien ebenso bei Olympia in Tokio wie Patrick Franziska zusammen mit Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov Deutschland und Bad Königshofens Filip Zeljko als vierter Mann von Kroatien.

Noch stärker als Jorgic und Franziska (WR-16.), die natürlich favorisiert, aber nicht unschlagbar sind (Bilanz je 6:4), ist der Chinese Shang Kun (10:3). Der 30-jährige Linkshänder ist Weltcup-abstinent und deshalb mit Rang 0 in der Weltrangliste geführt. Als Doppelspezialist und U21-Einzel-Europameister ist der Tscheche Tomas Polansky (22) vierter Mann. Franziskas erster Verein war wie der von Timo Boll der TSV 1875 Höchst. Er und Jorgic spielten in der China-Bubble und dürfen sich als DM-Titelverteidiger und derzeitiger Fünfter keinen Ausrutscher mehr erlauben.

Gegen Saarbrücken konnte der TSV noch nie gewinnen

Aber Spieler dieser Qualität sind Druck gewöhnt, empfinden ihn sogar als leistungsfördernd. Doch selbst wenn alle nur denkbaren Parameter die Gäste zum hohen Favoriten stempeln, ist nicht unmöglich, dass sie gegen die zuletzt so überzeugenden Steger, Ort und Zeljko oder Salifou ins Straucheln geraten. Wenngleich dazu beim TSV aber auch alles und bei den Gästen wenig passen müsste. Schließlich ist der 1. FC Saarbrücken doch die einzige Bundesliga-Mannschaft, gegen die der TSV Bad Königshofen noch nie gewinnen konnte. Geht die Aufholjagd weiter oder nutzt der TSV kurz vor Weihnachten die Gelegenheit, mit solchen Altlasten aufzuräumen?

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