Bad Königshofen

Beim TSV Bad Königshofen ist alles im grünen Bereich

Anfang September soll die Saison 2020/21 in der Tischtennis-Bundesliga beginnen. Wie die Corona-Pandemie die Etatplanungen des TSV Bad Königshofen beeinflusst hat.
Kilian Ort (im Bild beim Bundesligaspiel gegen Bremen im Dezember) bestreitet am Wochenende seine ersten Wettkampfspiele seit Monaten.
Foto: Rudi Dümpert | Kilian Ort (im Bild beim Bundesligaspiel gegen Bremen im Dezember) bestreitet am Wochenende seine ersten Wettkampfspiele seit Monaten.

Die Planungen der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) und ihrer Vereine für den Start der neuen Saison sind weit gediehen. "Die Vorbereitungen laufen", sagt Udo Braungart, der sportliche Leiter des Bundesligisten TSV Bad Königshofen. Unter der Woche hat die TTBL den Rahmenterminplan für die Vorrunde verschickt. "Die Saison soll am ersten Wochenende im September losgehen. Mit Pokalspielen am Freitag und Samstag sowie dem ersten Bundesliga-Spieltag am Sonntag", sagt Braungart. Festgezurrt werden soll das Ganze am 6. August bei der nächsten Sitzung der zwölf Klubs in Fulda, dem Sitz der TTBL.

Gemeinsamer Fototermin am kommenden Freitag

Bis zum geplanten Beginn der Saison 2020/21 vergehen noch sieben Wochen. Der Startschuss für die Mannschaft des TSV Bad Königshofen fällt schon am kommenden Wochenende. Am Freitag kommt das Team zum ersten Mal in der neuen Besetzung zusammen. Morgens wird das offizielle Mannschaftsfoto aufgenommen, danach klappert der Tross einzelne Gönner ab, die um individualisierte Bilder mit dem Team gebeten haben. Am Abend lädt der TSV zu einem Sponsorentreffen ins Schlundhaus ein und am Samstagmorgen ist das erste gemeinsame Training unter der Anleitung von Trainer Koji Itagaki.

Oikawa spielt künftig in der japanischen Profiliga

Nicht mehr dabei bei all diesen Terminen ist Mizuki Oikawa (22). Der Japaner hatte Anfang April um die Auflösung seines erst im Winter verlängerten Vertrags gebeten. Zum einen hatten ihn im Frühjahr nach der Ankunft aus Japan zwei Wochen in deutscher Corona-Quarantäne genervt. Prägender für seinen Wunsch, dem Grabfeld nach fünf Jahren den Rücken zu kehren, war aber die Möglichkeit, bei einem Verein in der japanischen Profiliga anheuern und sich im Vor-Olympia-Jahr zuhause präsentieren zu können.

Salifou könne vor vielen Fans über sich hinauswachsen

Abdel-Kader Salifou (im Bild) spielt in der kommenden Saison für den TSV Bad Königshofen.
Foto: Rudi Dümpert | Abdel-Kader Salifou (im Bild) spielt in der kommenden Saison für den TSV Bad Königshofen.

Anstelle des Ostasiaten komplettiert Abdel-Kader Salifou die Mannschaft. Der 30-jährige Franzose spielte in der vergangenen Saison für den TTBL-Konkurrenten TTC Neu-Ulm. "Vom Gefühl her sind wir nicht schlechter als in der letzten Saison", sagt Andreas Albert. Salifou sei in seinen Leistungen "noch nicht da, wo er hin will, hat er mir gesagt", äußert der Manager des TSV. Aber er sei einer, "der vor vielen Zuschauern über sich hinauswachsen kann." Und damit wie für Bad Königshofen gemacht, wo das Publikum in der Shakehands-Arena durchaus als Einflussfaktor gilt. 

Hoffnungen setzt Albert - mal wieder - auch in die Entwicklung von Filip Zeljko (23). Der Kroate konnte bislang von seinen 19 Spielen in der TTBL nur zwei gewinnen. "Er hat sich in der Corona-Zeit wahnsinnig verbessert und bei einer Turnierserie in Tschechien zum Beispiel Salifou und dreimal Pucar geschlagen", sagt der TSV-Manager. Tomislav Pucar ist  die Nummer 1 Kroatiens und in der Weltrangliste mehr als 200 Positionen über seinem Landsmann notiert.

Ort beim Lehrgang der Nationalmannschaft

Die Nummer 1 des TSV, Bastian Steger (39), unterstrich seine Form mit dem Sieg bei einem Einladungsturnier in Düsseldorf. Und auch von Kilian Ort gibt es dieser Tage positive Nachrichten. In den letzten Monaten war der 24-Jährige von einer Fußverletzung ausgebremst worden. In dieser Woche absolvierte er einen Lehrgang mit der Nationalmannschaft und steht an diesem Freitagabend beim 7. Turnier der Serie Düsseldorf Masters erstmals wieder in einem Wettkampfspiel am Tisch. "Alles im grünen Bereich", meldet das TSV-Eigengewächs aus Düsseldorf, "der Fuß ist gut." Es zwicke und zwacke zwar an der ein oder anderen Stelle, aber das sei dem intensiven Training geschuldet.

"Mal ein neuer Aufschlag, mal ein neuer Spielzug." Seinen Start bei den Düsseldorf Masters will Ort hauptsächlich dazu nutzen, um "das ein oder andere auszuprobieren". Allzu hoch will er den sportlichen Wert seines Auftritts nicht hängen. Es gehe für ihn darum, "einfach mal wieder einen Wettkampf zu spielen." Um sich den Fans zu präsentieren, werden die Begegnungen der Turnierserie doch ins Internet gestreamt.

Saisonetat ist ohne Zuschauereinnahmen geplant

Wie auch die Partien der TTBL. Ob die ab September mit Zuschauern in der Halle werden stattfinden können, ist noch offen. Andreas Albert hat deshalb den Etat für die kommende Saison "komplett ohne Zuschauereinnahmen" geplant. Sollten irgendwann doch Fans erlaubt sein, könnte der TSV das eingenommene Geld wie Zusatzeinnahmen verbuchen. Und es möglicherweise an die Spieler ausschütten, die, so Albert, "freiwillig in Kurzarbeit gegangen sind" und bei den Gehältern für die kommende Saison dem Klub so weit entgegen gekommen seien, "dass wir einen vernünftigen Etat aufstellen konnten."

TTBL-Klubs bekommen Geld vom Bund 

Noch nicht rechnen kann Albert mit einem Anteil aus dem 200-Millionen-Euro-Paket, das der Bund für die deutschen Profiligen geschnürt hat. Die TTBL hat beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) die Ansprüche seiner Vereine angemeldet und die Antwort bekommen, dass sie berechtigt seien. "Die Kriterien für die Ausschüttungen stehen noch nicht ganz genau fest", sagt TTBL-Pressesprecher Patrick Wichmann. Grundsätzlich sollen anspruchsberechtigten Klubs 80 Prozent der ausbleibenden Netto-Zuschauereinnahmen zwischen April und Dezember erstattet werden.

Zwei Kleinsponsoren sind beim TSV Bad Königshofen abgesprungen, zwei neue Partner dazugekommen, sagt Andreas Albert. Seine Skepsis zu Beginn der Corona-Pandemie, ob Tischtennis-Bundesliga im Grabfeld weiterhin finanzierbar sein würde, ist der Erkenntnis gewichen, dass sie es ist. "Die Region hält zusammen", hat er erkannt.

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