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Aubstadt: Ohne Druck ins Aufsteigerduell

Rechtsverteidiger Steffen Behr (im Bild) erzielte zuletzt in Bayreuth in der Nachspielzeit den Ausgleich für den TSV Aubstadt. Der empfängt am Samstag den SV Türkgücü München zum Aufsteigerduell.
Foto: Rudi Dümpert | Rechtsverteidiger Steffen Behr (im Bild) erzielte zuletzt in Bayreuth in der Nachspielzeit den Ausgleich für den TSV Aubstadt. Der empfängt am Samstag den SV Türkgücü München zum Aufsteigerduell.

Fußball

Regionalliga Bayern TSV Aubstadt – SV Türkgücü München (Samstag, 14 Uhr, Schulstadion)

Nach einem Drittel der Saison schwimmt Aufsteiger TSV Aubstadt (6./18) immer noch mit im Karpfenteich, im vorderen Drittel der Regionalliga Bayern. Druck jedweder Art wollen sich Mannschaft und Trainerteam des Aufsteigers nach drei Jahren Fußball unter dem Druck des Gejagten nicht auferlegen lassen. „Wir sind von der Rolle des Gejagten in die des Jägers geschlüpft“, hatte Co-Trainer Waios Dinudis beim Einstieg in die Saison-Vorbereitung angekündigt. Damit, dass nach elf Spielen erst drei Niederlagen, aber fünf Siege zu Buche stehen würden, war nicht zu rechnen.

Francic: „Jeden Punkt schätzen“

Cheftrainer Josef Francic bemühte nach dem 2:2-Unentschieden in Bayreuth erneut den Terminus „Respekt“, den man sich erarbeitet habe, indem man „einen starken Gegner geschlagen“ habe. Wobei er den Punkt wie einen Dreier gefühlt haben wird. Ob er vor diesem Spitzenspiel im weiteren Sinn gegen den Tabellenzweiten SV Türkgücü München (2./22) erneut eine Punkteteilung unterschreiben könnte? Schließlich geht es ja gegen die als Topfavorit neben dem FC Schweinfurt 05 gestartete Profi-Truppe von Trainer Reiner Maurer.„Natürlich würde ich den unterschreiben“, zögert Francic keine Sekunde. „Wir müssen jeden Punkt in dieser Liga sehr hoch schätzen. Er ist wie das tägliche Brot. Wenn wir das nicht mehr schätzen, werden wir nicht mehr in der Lage sein, über unsere Möglichkeiten zu gehen.“

Türkgücü will in die 2. Bundesliga

Maurer (59) spielte aktiv vier Jahre für den TSV 1860 München, unter anderem in der Bundesliga und der 2. Bundesliga. Als Trainer führte er fünf Jahre lang an der Grünwalder Straße bei den Sechzigern das Zepter. Vor seinem Wechsel vor dieser Saison zu Türkgücü – zu deutsch türkische Kraft – München arbeitete er fünf Jahre lang bei vier griechischen Vereinen und ein Jahr in Thailand. Seine Aufgabe in München: Aus nur ein paar verbliebenen Spielern und 18 Neuzugängen (bei 17 Abgängen), überwiegend aus der 3. Liga sowie aus der Regionalliga eine Mannschaft formen, die mittelfristig bis in die 2. Bundesliga aufsteigen soll.

Hasenhüttl schon mit sieben Toren

Herausragender, weil als siebenfacher Torschütze auffälligster, Neuzugang ist der vorher beim FC Ingolstadt spielende Österreicher Patrick Hasenhüttl, der einst von den Bundesliga-A-Junioren des VfB Stuttgart zu seinem Vater Ralph nach Ingolstadt wechselte und dort in der zweiten Mannschaft spielte.

Bemerkenswert ist, dass im Kader dieses Klubs nur sechs Spieler zu finden sind, deren Namen auf türkische Wurzeln schließen lassen. Der Verein entstand 2001 als Nachfolger des insolventen SV Türk Gücü München. Nach acht Jahren auf Bezirksebene verbrachte man fünf Jahre in der Landesliga Südost und marschierte in einer Saison als Meister durch die Bayernliga Süd in die Regionalliga. Der Start hier bestätigte alle Erwartungen. Trotz der jüngsten 0:1-Schlappe gegen Eichstätt stehen die Münchener auf dem zweiten Platz. „Mit der Leistung von heute können wir uns aber oben nicht festsetzen“, befand Maurer nach der ersten Heimniederlage nach fast zwei Jahren. „Ein Spitzenteam zeichnet aus, dass es auch mal ein schlechteres Spiel gewinnt.“

Muskeln und Gelenke melden sich

Josef Francic beobachtet an seiner Mannschaft unterschiedliche Folgen solcher Kraftakte wie zuletzt in Bayreuth, als in der Nachspielzeit noch der 2:2-Ausgleich gelang. „Manche, vor allem die Älteren, können am Montag, manche am Dienstag noch gar nicht richtig trainieren. Sie gehen über ihre Grenzen. Dann melden sich Muskelgruppen, die für den Fußballer total untypisch sind oder Gelenke, die sehr beansprucht sind. Dann kommt der Beruf, im Gegensatz zu den Profis, der manche nicht so gut wie andere regenerieren lässt, weil sie beim Schweißen sind oder den Tag lang der Kundschaft nachrennen müssen. Es ist aber Wahnsinn, was unsere medizinische Abteilung da leistet, einfach überragend. Ohne sie wäre das alles nicht möglich.“ Und dennoch: „Wir haben jetzt elf Spieltage und müssen einfach rotieren, wenn wir über die Runden kommen wollen.“ Ohne die Wechselspieler Julian Grell und Max Schebak hätte man das Spiel in Bayreuth nicht drehen können.

Leicht wieder dabei

Christopher Bieber ist noch angeschlagen, „das wird noch nichts.“ Dafür kommt Daniel Leicht zurück. Außerdem: „Wir haben jetzt schon mehrfach gegen Profis gespielt und auch verloren. Wir wissen aber, wie wir spielen müssen. Wir wissen auch, dass wir zu Hause immer eine Chance haben.“ Aber: „Nicht gut ist, dass die gegen Eichstätt verloren haben. Sie wollen nach oben und können sich keine zweite Niederlage erlauben. Das werden wir zu spüren bekommen.“

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