Handball: Bayernliga Nord

Handball-Bayernliga: HSC Bad Neustadt steuert nach kollektivem Blackout auf die Abstiegsrunde zu

Warum HSC-Trainer Frank Ihl im Spiel gegen die SG Regensburg drei Torhüter einsetzt und warum er in der Schlussphase geradezu verzweifelt.
Adrian Wöhler (links) erzielte acht Treffer bei der 28:35-Niederlage des HSC Bad Neustadt gegen die SG Regensburg.
Foto: Anand Anders | Adrian Wöhler (links) erzielte acht Treffer bei der 28:35-Niederlage des HSC Bad Neustadt gegen die SG Regensburg.

Steuert der HSC Bad Neustadt in der Handball-Bayernliga Nord nach der ernüchternden 28:35 (15:17)-Heimniederlage gegen die SG Regensburg schnurstracks auf die Abstiegsrunde zu?  Diese Frage drängt sich förmlich auf nach diesem Auftritt, "der mich sehr, sehr enttäuscht hat", so Trainer Frank Ihl in der Pressekonferenz. Und der Coach bestätigte den Zwischenruf eines Fans ("Landesliga"), "dieser Ruf ist nicht unberechtigt".

Die Anfangsphase wurde von beiden Seiten nervös gestaltet, der erste Treffer fiel erst nach vier Minuten. Das hatte Adrian Wöhler bereits seine erste Zeitstrafe abgesessen. Die zweite bekam er von den Schiedsrichtern in der neunten Minute aufgebrummt, woraus die Oberpfälzer insofern Kapital schlugen, indem sie auf 7:4 enteilten. Die Gastgeber hatten zuvor und auch danach den Gäste-Keeper Lars Göbel warm geworfen, "da haben wir unsere Offensivaktionen unpräzise abgeschlossen", kritisierte Ihl.

Vorne läuft wenig zusammen und hinten wackelt die Abwehr

Wenn im Angriff wenig zusammenläuft - die sonst treffsicheren Daniel Kyvala und Diogo Alves hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt - und die Abwehr wackelt, versuchen die Trainer die Wende mit einem Torhüterwechsel herbeizuführen. So auch in dieser Partie. Der bis dahin unauffällig parierende Felix Schmidl wurde von Ivica Simic abgelöst. Auch er erwies sich nicht als Rückhalt. Beide Keeper bekamen vor allem vom gut aufgelegten Ex-HSC'ler Konstantin Singwald die Bälle um die Ohren geworfen. Singwald besaß die Lufthoheit am gegnerischen Kreis.

HSC kommt bis zur Pause bis auf zwei Tore heran

Aus dem HSC-Rückraum präsentierte sich nur Wöhler mit Drang zum Tor. Eine vernünftige Leistung über sechzig Minuten kann man nur den jungen Außen Noah Hahn und Arsenij Kandaliuk attestieren. Die für Kyvala und Alves aufs Parkett beorderten Vilim Leskovec und Benedikt Kleinhenz fielen eher durch eine schwache Wurfquote und Anspielfehler auf, die den Kreisläufer Filip Susnjara vor der Pause nicht ins Spiel kommen ließen. Den zeitweise Fünf-Tore-Rückstand (7:12/20.) minimierten die Gastgeber in den nächsten zehn Minuten noch auf zwei bis zur Pause (15:17).

Eins, zwei, drei: So viele Torhüter setzte HSC-Trainer Frank Ihl in diesem Spiel ein. Hier die Nummer drei, Istvan Lengyel, in Aktion.
Foto: Anand Anders | Eins, zwei, drei: So viele Torhüter setzte HSC-Trainer Frank Ihl in diesem Spiel ein. Hier die Nummer drei, Istvan Lengyel, in Aktion.

Nach der Pause geht Torhüter Nummer drei zwischen die Pfosten

Nach Wiederanpfiff setzte Ihl auf seinen dritten Torhüter, Istvan Lengyel. Dieser sah sich zunächst von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Wöhler hielt dank dreier verwerteter Siebenmeter binnen drei Minuten den Rückstand in Grenzen. Nach dem 19:22 parierte Lengyel drei Würfe, während Kandaliuk, der nur für wenige Minuten eingesetzte Michal Panfil und Hahn, der den einzigen HSC-Konter in der Partie verwertete, den umjubelten Ausgleich besorgten. Als Leskovec und Susnjara in der stärksten Phase der Begegnung den HSC mit 25:23 in Front brachten, brandete Beifall auf der Tribüne auf.

Siegeshoffnung ist nur von kurzer Dauer

Die Siegeshoffnung sollte nur von kurzer Dauer sein. Regensburg kämpfte sich zurück. Bis zum 27:27 (53.) blieb die Partie auf Messers Schneide. Unfassbar, was dann passierte.  Gravierende technische Fehler und katastrophale Fehlpässe der Rotmilane ebneten den Schützlingen von Kai-Uwe Pekrul den Weg zu vier Toren in Folge. Wöhlers Treffer zum 28:31 (56.) sollte schon der letzte für den HSC in dieser Partie sein.

Nicht immer einverstanden mit den Entscheidungen des Schiedsrichters: HSC-Trainer Frank Ihl (links) und Co-Trainer Sebastian Kirchner.
Foto: Anand Anders | Nicht immer einverstanden mit den Entscheidungen des Schiedsrichters: HSC-Trainer Frank Ihl (links) und Co-Trainer Sebastian Kirchner.

Dem Gegner aus drei Metern die Bälle "zugeschockt"

"Aus meiner Sicht hatten wir nach dem 27:27 einen kollektiven Blackout. Da verzweifelst du, wenn du siehst, dass Bälle dem Gegner unbedrängt aus drei Metern zugeschockt werden", klagte Frank Ihl nach einer Begegnung, die seine Mannschaft ("wir müssen nun wirklich alle restlichen Spiele vor Weihnachten gewinnen"), in eine schlechte Ausgangslage gebracht hat.

"Aber noch ist nichts verloren", tröstete Pekrul seinen Kollegen. "In dieser Liga geht es von Woche zu Woche verrückter zu. Ich vermute, dass die Teilnehmer an der Auf- und Abstiegsrunde erst nach dem letzten Spieltag feststehen."

Bad Neustadt: Schmidl (1. - 12.), Simic (13. - 30.), Lengyel (ab 31.) - Kleinhenz 3, Panfil 1, Wöhler 8/3, Kyvala 1, Kirchner (n. e.), Leskovec 1, Hahn 3, Alves 1, Kandaliuk 4, Rovcanin, Susnjara 6.
Regensburg: Göbel, Hertel (n. e.) - Meyer 3/2, Va. Deml 7, Singwald 7, Vi. Deml , Haß 5, Winkelmann, S. Simbeck 4, J. Simbeck 5, Heinle 2, Vasold 2.
Schiedsrichter: Balzer/Schneider (Gefrees). Zuschauende: 306. Siebenmeter: 3/3 - 3/2. Zeitstrafen: 6 - 12 Minuten. Spielfilm: 1:1 (5.), 3:5 (10.), 5:8 (15.), 6:11 (20.), 11:14 (25.), 15:17 (30.) - 17:21 (35.), 19:22 (40.), 23:23 (45.), 26:25 (50.), 27:29 (55.), 28:35.

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