Schweinfurt

Amar Cekic erinnert sich an Corona und Tore gegen den FC 05

Der im Sommer aus Pipinsried gekommene Flügelstürmer sieht sich als fußballerischer Freigeist und will mit den Schweinfurtern den ersten Punktspiel-Heimsieg 2020 feiern.
Stürmt seit Sommer für den FC 05 Schweinfurt: Amar Cekic.
Foto: foto2press/Frank Scheuring | Stürmt seit Sommer für den FC 05 Schweinfurt: Amar Cekic.

Zwei Wochen nach der Garching-Absage nun also: Erstes Heimspiel in der Fußball-Regionalliga Bayern im Jahr 2020 für den FC 05. Gibt es gegen den SV Schadling-Heining (Samstag, 14 Uhr, Willy-Sachs-Stadion) auch den ersten Punktspiel-Sieg? Darauf warten die Schweinfurter nach dem 1:2 in Heimstetten Anfang März und dem jüngsten 0:2 in Aschaffenburg nämlich immer noch. "Wir wissen, dass wir bei der Viktoria komplett, also inklusive Trainerteam, nicht bestanden haben. Deswegen müssen die Jungs jetzt ihre Sinne schärfen und über ihre Grenzen gehen", wählt Coach Tobias Strobl darob eine unmissverständliche Ansprache.

In Aschaffenburg wirkten die Nullfünfer fahrig, langsam mit dem Ball. Das habe man aufgearbeitet, "extrem analytisch", so Strobl. Mit einer relativ simplen Erkenntnis: "Wir dürfen nicht nur darauf achten, schönen Fußball zu sielen, sondern müssen wieder zielstrebig sein." Auf leichtsinnige Schön-Kickerei würde das vielleicht konterstärkste Team der Liga nur warten: Die Passauer Stadtteil-Fußballer haben enorme Qualität im Umschaltspiel. Weshalb es für die Schweinfurter, geht es nach dem Trainer, Leichtsinnsfehler vermeiden und den Druck hochhalten sollten.

Spieler mit Theorie überfrachtet

Tore wären sicher auch nicht schlecht, zuletzt gab es vier Spielen ja nur deren zwei. Was Strobl zum Teil auf seine Kappe nimmt. "Wir haben noch einmal die torreiche Vorbereitung analysiert. Da haben wir die ein Stückweit machen lassen. Vor den Spielen im Ligapokal und in der Liga jedoch haben wir zu viel über die Phasen mit Ball gesprochen, sie eventuell überfrachtet und ihnen den Instinkt genommen." Auch das Defensiv-Konzept mit Linksfuß David Grözinger als rechtem sowie Rechtsfuß Nico Rinderknecht als linkem Verteidiger ("weil uns die Gegner überwiegend über Außen anlaufen") hatte sich als wenig praktikabel erwiesen.

Musik in den Ohren von Amar Cekic. Der Mann von der linken Außenbahn sagt nämlich über sich selbst: "Ich bin auf dem Platz eher ein Freigeist." Der 27-jährige Deutsch-Bosnier ist im Sommer vom FC Pipinsried gekommen, für den er in 56 Spielen elf Tore erzielt und 16 Torvorlagen gegeben hatte. Cekic dribbelt gerne "frech" und ist giftig im Spiel gegen den Ball. Strobl hatte ihn schon zu seiner Zeit als Trainer in Rosenheim holen wollen, doch da weilte der 1,69 m kleine Flügelstürmer vorübergehend in Spanien, weil ihm ein Berater Probetrainings in Aussicht gestellt hatte – letztlich ohne Ergebnis. "Inzwischen hat er gelernt, was Defensivverhalten ist", bereut Strobl die kleine Verzögerung der Zusammenarbeit nicht. Denn: "Amar ist ein fußballintelligenter Spieler, von dem ich mir lediglich wünsche, dass er konstanter wird."

Unspektakulärer Krankheitsverlauf

Eine gutes halbes Jahr ist es her, da durfte man Amar Cekic etwas ganz anderes wünschen: gute Besserung. Kurz vor dem Lockdown im März hatte es den damaligen Pipinsrieder nämlich erwischt – Corona. "Anfangs habe ich mich gefühlt, wie bei einem ganz normalen Infekt", erinnert er sich. "Wegen der aufkeimenden Corona-Krise habe ich mich einfach mal testen lassen – und war positiv." Die Viruserkrankung sei aber relativ unspektakulär verlaufen, "Gott sei Dank habe ich keine Folgeerscheinungen, die Lunge ist o.k." Gerade aus dieser persönlichen Erfahrung heraus hofft Cekic auf baldige Normalisierung der Lage und rät: "Bleibt lieber öfter zu Hause, statt ins Café zu gehen."

Eine andere positive Erfahrung durfte Cekic auf dem Pipinsrieder Fußballplatz erleben: Das 5:0 gegen den FC 05 Schweinfurt am 27. Oktober 2018, als er den zweiten und dritten Treffer markiert hatte. Eineinhalb Jahre später war er selbst Schweinfurter, auch ein wenig auf Empfehlung des ehemaligen 05er und heutigen Pipinsrieders Steffen Krautschneider. Cekic wurde nicht enttäuscht: "Schweinfurt ist die charakterlich beste Mannschaft, in der ich gespielt habe." 

Wohl maximal 50 Zuschauer

Während Cekic gegen Schalding-Heining gesetzt ist, werden neben dem Rot-gesperrten Rinderknecht die angeschlagenen Aaron Frimpong Manu und Lamar Yarbrough fehlen. Ein Fragezeichen steht noch hinter Florian Pieper, während Kevin Fery zurück im Kader ist. Fehlen könnten unter Umständen auch Zuschauer: Wegen des anhaltend über 100 liegenden Inzidenzwertes lässt das Gesundheitsamt voraussichtlich maximal 50 Personen auf den Rängen zu.

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