Schweinfurt

Deftige Abfuhr für den Rumpfkader des ERV

Trotz eines Neuzugangs an Bord, fuhren die Schweinfurter dezimiert nach Ulm - und mit einer 0:6-Niederlage im Gepäck wieder heim. Was die Mighty Dogs jetzt brauchen.
Ihm steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: Lucas Kleider (ERV Schweinfurt).
Foto: Marion Wetterich | Ihm steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: Lucas Kleider (ERV Schweinfurt).

Der Schweinfurter Trainer Kyle Piwowarczyk lieg Gefahr, sich zu wiederholen: "Wir waren nicht bereit, waren nicht gut genug", ähnelte seine Analyse des 0:6 beim VfE Ulm/Neu-Ulm jener der ersten Auswärtsniederlage des ERV vor Wochenfrist. Und wie er bei der Heimniederlage am vergangenen Sonntag gegen Pfaffenhofen bereits feststellte, musste er auch diesmal konstatieren, dass der Gegner "viel besser" war. Damit setzte es die dritte glatte Niederlage binnen sieben Tagen für die Mighty Dogs in der noch jungen Saison.

Erklärungsansätze dafür gibt es sicherlich einige. Da wäre natürlich die Personalsituation, auch wenn Piwowarczyk dies nicht als Ausrede gelten lassen will. So fehlten in Ulm neben den Langzeitausfällen Andi Kleider und Jan Kouba auch Maurice Köder in der sowieso dünn besetzten Defensive sowie Romans Nikitins und Leonardo Ewald in der Offensive. Darauf reagierte Piwowarczyk, indem er Stürmer David Adam in die Abwehr beorderte, um mit sechs Verteidigern agieren zu können.

Mark Heatly bringt Erfahrung mit

Vorne durfte er sich mit Mark Heatley zumindest über einen Neuzugang freuen. Der 36-jährige Center wechselte kurz vor Schluss der Wechselfrist am vergangenen Donnerstag an den Main und bringt reichlich Erfahrung von seinen DEL2-Stationen in Bietigheim, Riessersee, Heilbronn, Bayreuth oder Bad Tölz mit, wo er bis zuletzt unter Vertrag stand. "Mark hat seine Sache gut gemacht. Aber er ist natürlich noch nicht in Topform", war Piwowarczyk mit seinem Neuzugang zufrieden, der zuletzt nur wenig Eistraining absolvieren konnte. "Man merkt sofort, dass er weiß, wie Eishockey funktioniert", so der Trainer über den Deutsch-Kanadier. "Wir haben mit ihm auf dem Eis kein Gegentor bekommen. Nach vorne konnte er noch nicht so viele Akzente setzen, aber das wird schnell kommen, wenn er die Mitspieler besser kennt und die Beine und die Hände wieder zu 100 Prozent da sind."

Neben dem Personal, das mit dem zweiten Kontingentspieler Dylan Hood im Laufe der Woche ja nochmals aufgestockt wird, fehlt es aber teilweise auch an Cleverness. In den sechs Dritteln der vergangenen zwei Spiele bekamen die Schweinfurter dreimal jeweils in der Anfangsminute eines Drittels ein Gegentor. "Wenn wir zurückliegen wollen wir oft zu schnell zu viel", weiß auch Piwowarczyk um das Problem. "Jeder will schnell ein Tor machen, um den Ausgleich zu erzielen oder nochmal ranzukommen, und dann wird die Defensivarbeit vernachlässigt."

Torwartwechsel ohne Wirkung

So auch in Ulm, als die Schweinfurter nach einem weitgehend ausgeglichenen ersten Drittel mit 0:1 (8.) in Rückstand lagen. Das 0:2 (21.) nach nur sieben Sekunden im zweiten Drittel brach den Schweinfurtern dann in Kombination mit dem schnell folgenden 0:3 (23.) das Genick. Auch ein Torwartwechsel beim Spielstand von 0:4 in der zweiten Drittelpause brachte den Mighty Dogs keinen neuen Rückenwind, hatte es doch an Benedict Roßberg, der bei den Gegentoren weitgehend chancenlos war, am wenigsten gelegen.

Auch Kevin Kessler musste in seinen ersten Pflichtspielminuten bereits nach acht Sekunden den Puck aus dem Netz holen, um dann kurz vor Spielende (59.) auch noch einen Shorthander zum 0:6-Endstand zu kassieren. "Wir brauchen jetzt dringend mehr Selbstvertrauen", fordert Piwowarczyk etwas ein, was angesichts einer 0:6-Niederlage bei einem Aufsteiger ebenso offensichtlich, wie schwer herzustellen ist.

VfE Ulm/Neu-Ulm - ERV Schweinfurt 6:0 (1:0, 3:0, 2:0)

Schweinfurt: Roßberg, Kessler – L. Kleider, Schäfer, Kröber, Marquardt, A. Kleider, Schneider, Adam – Manger, Bär, Govig, Schwab, Heatley, Grüner, Heckenberger, Schlick, Ja. Akers.

Tore. 1:0 (8.) Marius Dörner (Jakob Schwarzfischer, Lukas Brückner), 2:0  (21.) Timo Schirrmacher (Lukas Traub, Dominik Synek 5-4), 3:0 (23.) Dörner (Schwarzfischer, Brückner), 4:0 (35.) Robin Maag (Schirrmacher, Benedikt Stempfel 5-4), 5:0 (41.) Schirrmacher (Maag, Traub), 6:0 (59.) Brückner (Petr Ceslik, Felix Anwandner 4-5). Strafzeiten: 12 / 12. Zuschauer: 200.

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