Würzburg

0:2 gegen Kiel: Würzburger Kickers mit tristem Auftritt

Die Rothosen spielen gegen den keineswegs überzeugenden Tabellenführer tatsächlich wie ein Tabellenschlusslicht und enttäuschen auf ganzer Linie.
Frust pur: Die Kickers-Akteure (von links) David Kopacz, Arne Feick, Robert Herrmann und Patrick Sontheimer.
Foto: foto2press/Frank Scheuring | Frust pur: Die Kickers-Akteure (von links) David Kopacz, Arne Feick, Robert Herrmann und Patrick Sontheimer.

Nach der bitteren sportlichen Niederlage gab es für die Würzburger Kickers hinterher von Holstein Kiels Trainer noch eine verbale Ohrfeige. Dabei sprach Kiels Ole Werner ja eigentlich nur über das - aus seiner Sicht - recht dürftige Auftreten seines eigenen Teams: "Wir wissen, dass die Leistung von heute höchstwahrscheinlich nicht allzu oft dazu reichen wird, um Punkte zu mitzunehmen", sagte er über das 2:0 der Norddeutschen am Dallenberg. Das konnte einem als Würzburger schon weh tun. Kiel trat allenfalls beim Ausnutzen der einzigen beiden Torchancen wie ein Tabellenführer auf. Die Kickers aber spielten tatsächlich wie ein Tabellenletzter, der sie nach vier Saisonspielen in der Zweiten Bundesliga -  davon drei daheim - nun auch wieder sind.

Wer nach der Länderspielpause, in der Neu-Trainer Marco Antwerpen zwei Wochen mit dem Team üben konnte, auf einen Neubeginn gehofft hatte, der wurde an diesem herbstlichen Sonntag-Nachmittag bitter enttäuscht. Und man brauchte am Ende tatsächlich ziemlich viel Phantasie, um vor der Auswärtsfahrt zum Liga-Schwergewicht Hamburger SV am kommenden Samstag an eine Besserung zu glauben. "Das ist das, was wir von Anfang an moniert haben: Wir gehen gar nicht euphorisch in diese Liga hinein", stellte Antwerpen fest. Die Freude, sich mit den Zweitliga-Teams messen zu dürfen, ist in Würzburg derzeit kaum zu spüren. Nicht auf dem Feld und auch nicht auf den Rängen.

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Nur 1300 Zuschauer zugelassen

Das hat natürlich mit den widrigen Umständen zu tun. Am Samstag war die erlaubte Zuschauerzahl in Absprache mit den lokalen Behörden von 2600 auf 1300 halbiert worden, nachdem der Inzidenzwert in der Corona-Pandemie in Würzburg über die 35er-Marke gestiegen war. Auf den Plätzen herrschte Maskenpflicht. Nur daran lag es freilich nicht: Aber auch wenn diesmal Zuschauer dabei waren. Die Stimmung war, von ein paar kurzen Ausnahmen mal abgesehen, nicht bedeutend besser als bei einem Geisterspiel. Der berühmte Funke sprang nicht über.

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Es legt sich früh in dieser Saison eine Tristesse über den Dallenberg. Das deutliche Bemühen, das stetige, letztlich aber in Tempo und Einfallslosigkeit recht monotone Anrennen, führte schlichtweg zu nichts. Einen Aufsetzer von Robert Herrmann aus der Distanz kann man noch als Torchance verbuchen. Aber sonst? Wirklich gefährlich wurden die Kickers den Kielern eigentlich nie. "Wir sind viel gelaufen", stellte Mittelfeldmann David Kopacz fest: "Wir trauen uns wahrscheinlich auch zu wenig. Vielleicht sollten wir auch öfter einmal schießen statt noch einmal zu passen."

Munsy fehlt wegen Infekt

Einer, der zum Toreschießen verpflichtet wurde, fehlte am Sonntag: Angreifer Ridge Munsy musste wegen eines grippalen Infekts passen. Dominic Baumann in der ersten Halbzeit und der zur Pause für ihn eingewechselte Vladimir Nikolov im zweiten Durchgang wirkten als Solo-Angreifer in Antwerpens 4-2-3-1-Formation überfordert. Dass die Abwehr mit Douglas und Kickers-Pflichtspiel-Debütant Lars Dietz meist sicher stand, konnte Antwerpen am Ende auch nicht trösten: "Wir haben trotzdem zwei Gegentore bekommen. Wenn man die Statistik dieses Spiels sieht, war es ein Spiel auf Augenhöhe. Da musst du dann zwingend mal 0:0 spielen." Auch das blieb an diesem Tag ein frommer Wunsch.

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