Würzburg

1:2 gegen Uerdingen: Kickers enttäuschen auf ganzer Linie

Selbst Rothosen-Kapitän Sebstian Schuppan fand das Spiel seines Teams bei der verdienten Niederlage teilweise "fürchterlich".
Nicht zum hinschauen: Kickers-Torhüter Vincent Müller ärgert sich über die Niederlage gegen Uerdingen.
Foto: foto2press/Frank Scheuring | Nicht zum hinschauen: Kickers-Torhüter Vincent Müller ärgert sich über die Niederlage gegen Uerdingen.

Ernüchterung am Dallenberg: Nach dem 1:2 (0:1) der Würzburger Kickers gegen den KFC Uerdingen müssen sich die Rothosen nun erst einmal auf Abstiegskampf einstellen. Der Abstand zur gefährlichen Zone beträgt zwar noch immer fünf Punkte. Das Restprogramm vor der Winterpause mit Auswärtsspielen in Rostock, Halle und bei Bayern München II sowie nur einem Heimspiel gegen Viktoria Köln hat es aber in sich. Womöglich ist dies ja auch ein Vorteil. In jüngster Vergangenheit waren die Kickers in der Fremde nämlich stärker als daheim.

Mehr Zähler als im Vorjahr wolle man in der Winterpause auf jeden Fall auf dem Konto haben, hatte Kickers-Trainer Michael Schiele vor der Partie zu Protokoll gegeben. Dafür müssten die Rothosen mehr als vier Punkte aus den letzten vier Spielen holen. Mit Leistungen wie der am Samstagnachmittag dürfte dieses Ziel kaum zu erreichen sein.

Am Ende ist es weniger das blanke Ergebnis gegen den mit Ex-Bundesliga-Akteuren gespickten Gegner, das Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Kickers-Teams streute. Vielmehr war es die Art und Weise des Auftretens, die die Bedenken bei den Anhängern wachsen ließen. Da war nur wenig, was Hoffnung machte. Die Bemühungen der Würzburger wirkten über weite Phasen der Partie, vor allem aber in der zweiten Spielhälfte unispiriert, unkonzentriert und merkwürdig leidenschaftslos. "Wir haben uns gefühlt einschläfern lassen", stellte Kapitän Sebastian Schuppan fest: "Wir müssen öfter dahin gehen, wo es weh tut. Es war einfach total enttäuschend."

Schiele hatte nach der Drittliga-Spielpause am vergangenen Wochenende sein Team im Vergleich zum 0:0 im letzten Ligaspiel in Chemnitz verändert: Simon Rhein, beim Test gegen Zweitligist Heidenheim (2:3) in der vergangenen Woche Doppeltorschütze, durfte wieder vom Start weg ran. Dafür saß Albion Vrenezi zunächst auf der Bank. Eine Maßnahme, die nicht den erhofften Erfolg brachte.

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"Zu fahrig und überhastet"

"Wir haben einfach den Ball nicht an den Mann bekommen", fasste Spielführer Schuppan die Offensivbemühungen in vorderster Linie zusammen: "Wir haben zu fahrig und zu überhastet agiert. Das sah zum Teil dann fürchterlich aus." Dabei hatten die Würzburger gegen abwartend agierende Uerdinger ja meist den Ball. Wirklich gefährlich wurden sie vor dem Tor aber bis in die Schlussphase hinein so gut wie nie. Vor Sebastian Schuppans Kopfballtreffer zum 1:2 in der 90. Minute, hatten die Kickers keinen wirklich gefährlichen Torabschluss. Ein Schuss von Robert Herrmann, der Leihspieler aus Aue agierte diesmal zu Beginn in offensiverer Rolle als sonst, aus halblinker Position über den Kasten (45.) - ansonsten blieb schon vor der Pause vieles Stückwerk. Gäste-Torhüter Lukas Königshofer musste sich nie wirklich strecken.

Tom Boeres erster Streich. Der Uerdinger Angreifer trifft nach einr Ecke aus kurzer Distanz zum 1:0 für die Gäste.
Foto: foto2press/Frank Scheuring | Tom Boeres erster Streich. Der Uerdinger Angreifer trifft nach einr Ecke aus kurzer Distanz zum 1:0 für die Gäste.

"Der Gegner hat uns nicht an die Wand gespielt", betonte Trainer Schiele am Schluss. Da hatte er durchaus Recht. Doch Uerdingen erzielte durch einen Doppelpack von Stürmer Tom Boere (26., 76.) zwei Tore. Das erste, weil der Angreifer nach einer Ecke plötzlich aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Bei seinem zweiten Treffer musste Boere dann auch nur noch den Fuß hinhalten , um einen mustergültigen Konter zu vollenden. Die Rheinländer zeigten in diesen beiden Situationen eben jene Zielstrebigkeit, die den Würzburgern völlig fehlte. Speziell aus einer Vielzahl von Standardsituationen konnten die Kickers kein Kapital schlagen. Die hoch in den Strafraum geschlagenen Bälle waren immer wieder sichere Beute der Gäste-Abwehr. Kein einziges Mal gelang es über die Außenpositionen i den Rücken der Viererabwehr des KFC zu kommen.

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"Keine Glanzleistung"

Die Gäste fuhren einen mühelosen Sieg ein, ohne dafür sonderlich glänzen zu müssen. "Ich denke, dass wir nicht unverdient hier gewonnen haben", stellte KFC-Trainer Daniel Steuernagel fest. Und Rothosen-Kapitän Schuppan sagte: "Es war keine Glanzleistung von Uerdingen. Ein Pferd springt nur so hoch wie es muss." Eine Analyse, die tief blicken lässt, wenn es darum geht, wie der Spielführer die eigenen Bemühungen einschätzt. Uerdingens Manager Stefan Effenberg hingegen dürfte den Dallenberg also trotz des insgesamt recht dürftigen Fußballspiels zufrieden verlassen haben. In der Tabelle sind die ambitionierten Krefelder nun also wieder an den Kickers vorbeigezogen.

Schiele fordert Reaktion

Die Hausherren indes, die sich zuletzt selbst im Aufwind wähnten, werden sich in den kommenden Tagen Gedanken machen müssen. Von den letzten fünf Partien haben die Kickers nun nur eine gewonnen. Die Bilanz passt nicht. "So ein Spiel kann mal vorkommen. In der nächsten Woche muss jetzt aber eine Reaktion kommen", so Schiele.

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