Würzburg

Baskets: Denis Wucherer sieht Schritt in die richtige Richtung

Vierte Niederlage im fünften Testspiel für die Bundesliga-Basketballer. Warum sich das Team von s.Oliver Würzburg beim 82:86 gegen Bonn aber stark verbessert zweigt.
Mit 16 Punkten bester Werfer von s.Oliver Würzburg im Testspiel gegen Bonn:  Cameron Hunt.
Foto: Heiko Becker | Mit 16 Punkten bester Werfer von s.Oliver Würzburg im Testspiel gegen Bonn:  Cameron Hunt.

Von Stefan Mantel

Auch wenn es am Ende im fünften Testspiel gegen einen Liga-Konkurrenten die vierte Niederlage setzte, die Stimmung bei Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg hat sich eine Woche nach dem Vorbereitungsturnier in Rostock mit der herben Klatsche gegen Hamburg (63:100/wir berichteten) merklich aufgehellt. Und so sah Cheftrainer Denis Wucherer am Samstag beim 82:86 (49:39) im heimischen Trainingszentrum gegen die Telekom Baskets Bonn viele gute Ansätze und "einen Schritt in die richtige Richtung. Die erste Halbzeit war wirklich okay, leider konnten wir es in der zweiten nicht bis zum Ende durchziehen." Die Partie war die Generalprobe für den Saisonauftakt kommendes Wochenende in Weißenfels, wo gegen die MHP Riesen Ludwigsburg das erste von drei Spielen im Rahmen des BBL-Pokals ausgetragen wird. Eine Analyse zum Stand der Dinge am Ende der Vorbereitung.

Sie die Baskets bereits bereit für die anstehende Spielzeit?

Nur bedingt, aber von Nervosität ist bei den Würzburgern nichts zu spüren. Das hat seinen Grund: Denn auch wenn an die Saison offiziell an den beiden kommenden Wochenenden mit den Pokal-Partien gegen Ludwigsburg, Bamberg und Ulm (beide Spiele in Ulm) startet, höchste Priorität genießt dieser Wettbewerb nicht – vermutlich auch, weil die Aussichten, als Gruppensieger ins Final-Turnier einzuziehen, eher überschaubar sind. "Wir nutzen den Pokal als weitere Vorbereitung, um dann im November bereit zu sein", sagt Wucherer. Die Bundesliga-Runde startet am Samstag, 7. November, um 20.30 Uhr mit einem Heimspiel gegen Ulm.

Muss man sich dennoch Sorgen machen um die Baskets?

Ein klares Jein! Die auf fünf der sechs Import-Positionen neu formierte Mannschaft ist deutlich jünger und unerfahrener als das letztjährige Team – eine Folge des drastisch geschrumpften Budgets. Statt Kampf um die Play-off-Teilnahme wird es dieses Jahr ausschließlich um den Liga-Verbleib gehen. Rückschläge wie zuletzt gegen Hamburg werden vermutlich auch im Liga-Alltag vorkommen. Doch Wucherer zeigt sich zuversichtlich, aus dem vorhandenen Kader eine schlagkräftige Mannschaft formen zu können. In Gießen hat er dies unter vergleichbaren Umständen vier Jahre lang bewiesen. "Es ist klar, dass es viel Arbeit braucht, um die Spieler zu entwickeln. Und es ist ein Prozess, der die ganze Saison andauern wird. Aber nach dem Turnier in Rostock sind die Jungs näher zusammengerückt. Und diejenigen, die noch nicht auf BBL-Niveau gespielt haben, verstehen zunehmend, was es in dieser Liga braucht."

Wie schwer wiegt der Ausfall von US-Flügelspieler Brekkott Chapman?

Es war die Hiobsbotschaft am Donnerstag unmittelbar vor dem Testspiel gegen ProA-Zweitligist Nürnberg (76:51). Die abermalige Knie-Verletzung von US-Flügelspieler Brekkott Chapman drückte aufs Gemüt, "denn Brekkott war bislang einer, wenn nicht der wichtigste Spieler in unserem Team. Das ist natürlich bitter, dass er nun erneut sechs bis acht Wochen ausfallen wird", sagt Wucherer. Am Mittwoch erfolgt beim 24-Jährigen der Eingriff am bereits letzte Saison operierten Meniskus. Für die Ausfall-Zeit sind die Baskets auf der Suche nach Ersatz. Bis Mittwoch muss die Suche im Optimalfall abgeschlossen sein, denn bis dahin muss an das Ligabüro in Köln der endgültige Kader gemeldet werden. Transfer nach diesem Stichtag gelten als Nachverpflichtungen, von denen jeder Klub nur vier tätigen darf.

Welchen Eindruck machte Neuzugang Mark Odgen gegen Bonn?

Nur eine Trainingseinheit absolvierte der 2,08 Meter große US-Center vor der Partie gegen Bonn mit seinen neuen Teamkollegen. Insofern waren seine elf Punkte in gut 20 Minuten Spielzeit durchaus respektabel. "Seine Energie und sein Spielverständnis passen. Und er ist körperlich fit, das ist wichtig. Wir können uns keine Experimente mehr leisten", sagt Wucherer über Odgen, den er bereits im Sommer auf dem Radar hatte und der sich zuletzt in der G-League beim Farmteam der Atlanta Hawks in Form gebracht hatte. Für zunächst zwei Monate gilt sein Vertrag, dann rechnen die Baskets mit der Rückkehr des etatmäßig verpflichteten "Big Man" Justin Sears nach dessen Achillessehnenriss im Februar.

Die Statistik zum Spiel

s.Oliver Würzburg – Telekom Baskets Bonn 82:86 (30:23,49:39, 64:63)

Für die Baskets spielten: Cameron Hunt 16 Punkte/1 Dreier, Tyson Ward 13, Tayler Persons 12 (8 Rebounds/5 Assists), Mark Ogden 11/1, Florian Koch 11/1, Joshua Obiesie 8/2, Zach Smith 6, Jonas Weitzel 5/1, Felix Hoffmann, Julian Albus.

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