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Rimparer Wölfe kassieren ihre bisher höchste Saisonniederlage

Der frühere Favoritenschreck des TuS-N-Lübbecke ist beim 21:33 diesmal in allen Belangen unterlegen. Ein Rückkehrer entspannt die Personalsituation zum Auftakt eines Marathons etwas.
Für die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe um Kapitän Patrick Schmidt (am Ball, links Yannik Bialowas) war beim TuS N-Lübbecke ein Durchkommen schwer. 
Foto: Strohdiek /Eibner-Pressefoto | Für die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe um Kapitän Patrick Schmidt (am Ball, links Yannik Bialowas) war beim TuS N-Lübbecke ein Durchkommen schwer. 

TuS N-Lübbecke -DJK Rimpar Wölfe 33:21 (16:10)

Schon mehrmals in den vergangenen Jahren waren die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe ein Favoritenschreck für den TuS Nettelstedt-Lübbecke gewesen. Von sechs Duellen gewann der ehemalige Erstligist bei zwei Unentschieden und drei Niederlagen nur eines. Im siebten Vergleich nun wurden die Rimparer der Rolle nicht gerecht. Sie verloren am Freitagabend beim Tabellendritten in der Merkur Arena überraschend deutlich, aber auch in dieser Höhe verdient mit 21:33 (10:16). Zum Auftakt des 14-Tage-Marathons mit fünf Spielen setzte es die bislang höchste Saisonniederlage. "Nettelstedt war uns heute in allen Belangen überlegen", fasste DJK-Trainer Ceven Klatt kurz und schmerzlos zusammen. 

Anonyme Anrufe müssen nicht immer unangenehm sein. Diese Erfahrung machte Ende des vergangenen Jahres TuS-Geschäftsführer Torsten Appel. Mitten im angespannten Corona-Alltag, so berichtete es das "Westfalen-Blatt", weckte ein unbekannter Mann Erinnerungen an ruhmreiche Nettelstedter Zeiten: Er versprach Appel einen Original-Spielball von 1979/80 mit den Unterschriften aller damaligen Spieler. Tatsächlich ging das Geschenk in der Geschäftsstelle des Klubs ein, der 1977 Gründungsmitglied der eingleisigen Bundesliga und deren erster Tabellenführer war. Und neben den Unterschriften der TuS-Größen prangten sogar die Signaturen von Handballlegenden wie Heiner Brand, Jo Deckarm, Sepp Wunderlich und Valdo Stenzel auf dem Leder. 

Von der "Söldnertruppe" zum Verfolger

In der bewegten Geschichte des Traditionsvereins waren die vergangenen Jahre alles andere als glorreich. Seit 2016 stieg das Team zweimal in die Zweite Liga ab. Die Fans kritisierten sie zeitweilig als "emotionslose Söldnertruppe". Mit Emir Kurtagic als Trainer kam eine neue Ordnung und auch Mentalität in die Mannschaft. Die ist aktuell auf dem besten Weg, den TuS zurück zu alter Stärke zu führen, und hält als Verfolger Anschluss an die Aufstiegsplätze.

Den Ostwestfalen, denen Klatt "auf dem Papier den besten Kader der Liga bescheinigt", waren die Unterfranken nur in den ersten 20 Minuten ein herausfordernder Gegner. Dann setzten sich die Gastgeber sukzessive ab. TuS-Torwart Aljosa Rezar parierte mehrere Bälle und ermöglichte es seinen Kollegen, einen 4:0-Lauf zu starten, der zum 12:7 (24.) führte.

DJK-Deckung zu offensiv

Die beste Deckung der Liga sah oft nicht gut aus. Sie agierte zu offensiv und wurde mehrmals von Einläufern wie dem Liga-Toptorjäger Tom Sktoblien hinterlaufen, dem zehn Treffer gelangen. Auch die Kreisläufer kamen frei zu Abschlüssen. Sechs seiner 16 Tore in der ersten Halbzeit erzielte Nettelstedt-Lübbecke vom Kreis. "Da ist uns keine gute Übernahme-Übergabe gelungen", räumte Klatt ein. 

In ihrem Positionsangriff taten sich die Wölfe schwer, die kompakte gegnerische Abwehr zu knacken. Etliche Würfe aus dem Rückraum blockten die Zweimeter-Männer Marko Bagaric und Leos Petrovsky im Zentrum weg, über den Kreis ging wenig, am meisten über außen: Dominik Schömig (5), Julian Sauer (2) und Felix Karle (2) steuerten fast die Hälfte aller DJK-Treffer bei. 

Comeback von Benedikt Brielmeier

"Die Hypothek, die wir mit in die zweite Hälfte genommen haben, war schon groß", sagte Klatt zum 10:16. Auch nach der Pause dominierte der TuS und baute den Vorsprung auf bis zu 13 Treffer aus (33:20, 58.). Er behielt sehr diszipliniert seine spielerische Linie bei, erzielte ein Drittel seiner Tore über das Tempospiel, das ihm die DJK durch mangelhafte Abschlüsse ermöglichte. "Unser Ziel ist es, Nettelstedt bei maximal 25 Toren zu halten", hatte Klatt im Vorfeld ausgegeben: "Denn immer, wenn sie mehr geworfen haben, haben sie auch gewonnen."

Der 25. Treffer fiel in der 45. Minute (25:16). Zu diesem Zeitpunkt war nicht nur deswegen längst klar, dass die Rimparer dieses Spiel verlieren würden. Bei den Gästen, die ohne Yonatan Dayan, Lukas Siegler und Lukas Böhm auskommen mussten, gab noch Benedikt Brielmeier nach längerer Verletzung sein Comeback - eine erste Entspannung der personellen Situation. "Hintenraus habe ich versucht, Kräfte zu schonen", sagte Klatt. 

Drei Heimspiele in Serie 

Kräfte werden seine Spieler in den nächsten zwei Wochen brauchen. Weiter geht es nun mit drei Heimspielen. Am kommenden Mittwoch (17.2., 20 Uhr) empfangen die Wölfe zunächst die HSG Konstanz in der s.Oliver Arena, bevor am Samstag in einer Woche (20.2., 19.30 Uhr) noch vor dem dann folgenden Nachholspiel gegen den TSV Bayer Dormagen (23.2., 20 Uhr) gegen den EHV Aue (20.2., 19.30 Uhr) offiziell die Rückrunde beginnt. Den Abschluss des 14-Tage-Marathons bildet dann die Auswärtspartie beim TV Hüttenberg (26.2., 19.30 Uhr).  

Die Statistik des Spiels

Nettelstedt-Lübbecke: Rezar (1.- 60.), Jepsen (n.e.) - Becvar, Heiny, Baumgärtner, Ebner 3, Petreikis 5, Bagaric 1, Strosack 6, Mundus 1, Dräger 2, Spohn 1, Nissen, Speckmann, Petrovsky 4, Skroblien 10/5.
Rimpar: Mallwitz (1.- 40.), Wieser (41.- 60.) - Schömig 5, Karle 2, Neagu, Schmidt 2, Kaufmann 2, Wirtz 2, Meyer 1, Schulz 3, Kovacic, Brielmeier 1, Sauer 2, Bialowas 1.  
Spielfilm: 1:2 (6.), 4:4 (11.), 6:4 (14.), 8:7 (17.), 12:7 (21.), 12:8 (23.), 14:8 (27.), 16:10 (Halbzeit), 19:12 (34.), 21:16 (40.), 25:16 (46.), 27:17 (49.), 33:21 (Endstand). 
Siebenmeter: 5/5 : 0/1.
Zeitstrafen: 2:3.
Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig/Bochum).
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