Würzburg

Trotz doppelter Überzahl: Kickers nur 0:0 gegen Braunschweig

Die Rothosen können trotz zweier Hinausstellungen gegen den Mitaufaufsteiger nicht gewinnen und scheitern am starken Gäste-Keeper und zweimal am Aluminium.
Eine der besten Möglichkeiten der Kickers:  Dominic Baumanns Kopfball klatscht gegen Pfosten, Braunschweigs Torhüter Jasmin Fejzic muss nicht mehr eingreifen.
Foto: foto2press/Frank Scheuring | Eine der besten Möglichkeiten der Kickers:  Dominic Baumanns Kopfball klatscht gegen Pfosten, Braunschweigs Torhüter Jasmin Fejzic muss nicht mehr eingreifen.

Doppelte Überzahl und zwei Alu-Treffer: Die Würzburger Kickers haben im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig eine große Chance liegen lassen, im Kampf um den Klassenerhalt einen ganz entscheidenden Dreier einzusammeln. Nach dem 0:0 haben die Kickers zwar drei Spiele in Serie nicht verloren. Das Remis am Freitagabend war aber eine gefühlte Niederlage. "Mit so vielen Chancen musst du das Ding machen. Das tut weh – weil wir ordentlich gespielt haben", haderte Kickers-Trainer Bernhard Trares mit dem Resultat

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Der Würzburger Chefcoach vertraute in diesem wichtigen Spiel einem Großteil der Startelf vom 3:2-Auswärtssieg beim VfL Osnabrück am vergangenen Samstag. Nur auf einer Position veränderte er seine Aufstellung und brachte mit Dominik Meisel jenen Spieler, der am vergangenen Wochenende nach seiner Einwechslung nicht nur wegen seiner guten Vorarbeit zum zweiten Würzburger Treffer überzeugen konnte.

Etliche Neuzugänge auf der Bank

Meisel also, der in der letzten Drittliga-Saison meist Bankdrücker spielte. Dafür saßen einige jener Akteure auf der Bank, die im Sommer mit besonders vielen Erwartungen verpflichtet wurden: Torhüter Fabian Giefer, Abräumer Lars Dietz, Antreiber Mitja Lotric, Stürmer Ridge Munsy, Mittelfeld-Organisator Nzuzi Toko oder Innenverteidiger Ewerton. Dessen brasilianischer Landsmann Douglas gehörte gar nicht erst zum Kader. Deutliche Zeichen, wie Trares die Kickers-Mannschaft inzwischen verändert hat.

Das Gesicht der neuen Kickers könnte einstweilen ein Spieler werden, der bis Saisonende vom SC Freiburg ausgeliehen ist. Marvin Pieringer hatte mit seinen drei Treffern in den ersten beiden Partien auch bei seinem Stammverein für Aufsehen gesorgt. SC-Trainer Christian Streich sagte zuletzt auf in angesprochen, es wundere ihn nicht, dass Pieringer treffe. Der 21-Jährige habe auch im Training mit dem Freiburger Profiteam überzeugt.

Bei den wenigen erwähnenswerten Kickers-Offensivaktionen der ersten Halbzeit hatte Pieringer denn auch immer seine Füße im Spiel. Wirklich zum Torabschluss kam er aber nicht. Gäste-Keeper Jasmin Fejzic musste in den ersten 45 Minuten an diesem frostigen Abend am Dallenberg keinen einzigen Schuss auf sein Tor abwehren. Die beste Kickers-Chance gab es in der 35. Minute, als Pieringer den Ball aus der Drehung mit viel Schmackes vor das Tor passte, und dort Dominic Baumann, von Trares erneut als Flügelspieler aufgeboten, den Ball verpasste.

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Auch Kickers-Keeper Hendrik Bonmann wurde im ersten Durchgang nicht wirklich warm geschossen. Der Schuss von Patrick Kammerbauer war eine sichere Beute des weitgehend beschäftigungslosen Würzburger Schlussmanns. Zum ersten Mal in dieser Saison blieben die Kickers ohne Gegentor. "Meine Jungs haben richtig Nerven gezeigt und viel zu ängstlich gespielt", fand Gäste-Trainer Daniel Meyer. Auch Ex-Kickers-Akteur Fabio Kaufmann konnte sich nicht in Szene setzen. Der Flügelflitzer, in der vergangenen Aufstiegssaison noch Top-Scorer der Rothosen, agierte an seiner alten Wirkungsstätte eher unauffällig und wurde in der 71. Minute ausgewechselt.

Doch nach dem Seitenwechsel wurde die Begegnung des Schlusslichts gegen den Tabellen-16. dann so umkämpft und ruppig, wie man es bei einem Kellertreffen erwarten konnte. Schiedsrichter Florian Heft stand fortan mehr als einmal im Blickpunkt. Es lief die 51. Minute, als Braunschweigs Dominik Wydra, mit einem unnötigen und überharten Tritt in die Hacken von Patrick Sontheimer, den Fortgang der Partie entscheidend beeinflusste. Sein Foul in der Nähe der Mittellinie ahndete Heft mit der Gelb-Roten Karte. Eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung. 

Wie schon beim letzten Heimspiel, dem 1:1 gegen St. Pauli, waren die Kickers in einem Kellertreffen also in Überzahl. Gegen die Hamburger hatten die Würzburger mit diesem Vorteil kaum etwas anfangen können. Und diesmal? Die Kickers hatten kurz darauf die große Chance zur Führung: David Kopacz brachte, von Sontheimer mit einem Traumpass in Szene gesetzt, den Ball nicht an Eintracht-Torhüter Fejzic vorbei (56.), der fortan der beste Mann auf dem Platz sein sollte.

Der Braunschweiger Keeper wehrte nämlich auch bei einem Sontheimer-Schuss stark ab (58.) und parierte auch einen Pieringer-Kopfball nach guter Flanke von Kickers-Rechtsverteiger Rolf Feltscher (65.). Bei einem Kopfball von Baumann an den Pfosten hatte die Eintracht neben einem guten Torwart auch noch ein gutes Stück Glück (60.)

Doppelte Überzahl in der Schlussphase

In der hektischen Schlussphase waren die Kickers dann sogar mit zwei Spielern mehr auf dem Platz. Braunschweigs Manuel Schwenk hatte Baumann kurz vor der Strafraumgrenze von hinten regelrecht umgesenst (66.). Heft zog die Rote Karte. Und fortan waren die Rollen in dieser Begegnung klar verteilt. Braunschweig versuchte nun mit Mann und Maus dieses Remis zu sichern, während die Kickers die Lücke im Abwehrverbund suchten, um letztendlich den so wichtigen Treffer zu erzielen.

Aber mit doppelter Überzahl wirkten die Rothosen zunehmend verkrampft, verzweifelten am Braunschweiger Bollwerk. Trotzdem sah Trares seine Mannschaft weiter im Aufwärtstrend: "Gegen St. Pauli wurden wir hektisch in Überzahl, das haben wir heute verbessert. Die Platzverhältnisse sind dann auch nochmal dein Gegner, aber das ist eben so. Insgesamt haben wir uns sicherlich verbessert." Am Ende fehlten die entscheidenden Zentimeter: In der 90. Minute traf Feltscher mit einer Direktabnahme den Pfosten des Eintracht-Tores. Es war kurz vor Schluss die beste Chance des ganzen Spiels. "Wir sind enttäuscht, aber die Mannschaft lebt. Sie ist intakt, sie redet viel miteinander, sie versucht, Dinge umzusetzen", fand Trares.

 

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