Würzburg

Unter Schiele sind die Kickers ein Drittliga-Topteam

Fussball, 3. Liga, FC Würzburger Kickers - VfL Osnabrück       -  Michael Schieles Siegerlächeln: Der Kickers-Coach nach dem 1:0 gegen Osnabrück.
Foto: Frank Scheuring, Foto2press | Michael Schieles Siegerlächeln: Der Kickers-Coach nach dem 1:0 gegen Osnabrück.

Am Samstag schließt sich ein Kreis. Das Hinspiel gegen die SpVgg Unterhaching am 30. September vergangenen Jahres war die letzte Partie, die Michael Schiele als Co-Trainer des Fußball-Drittligisten FC Würzburger Kickers erlebte. Zwei Tage später rückte der mittlerweile 40-jährige Fußballlehrer nach der Freistellung von Stephan Schmidt in die erste Reihe. Ein Trainerwechsel, der seine Wirkung nicht verfehlte. Schließlich starteten die Kickers nachdem Schiele – zunächst noch als Interimscoach – drei Niederlagen kassierte, im Herbst eine Siegesserie. Sieben Dreier gab's am Stück. Inzwischen ist die Aufbruchsstimmung nach dem durchwachsenen Start ins Jahr 2018 aber abgeflaut. Zeit für eine Zwischenbilanz am Ende einer Halbserie – die freilich durch den Spielausfall in Jena am Samstag noch nicht ganz komplett werden kann. Wir haben uns Schieles Statistik genauer angeschaut.

Die Schiele-Tabelle

So schaut, die Drittliga-Tabelle ab dem 12. Spieltag aus (die Freitagabendspiel des 30. Spieltags sind nicht berücksichtigt):

1. Karlsruher SC 26:6 Tore/42 Punkte

2. Hansa Rostock 28:20/31

3. SV Wehen Wiesbaden 38:18/30

4. 1. FC Magdeburg 28:17/30

5. FC Würzburger Kickers 23:19/30

6. SC Paderborn 34:17/29

7. Fortuna Köln 26:19/29

8. VfR Aalen 26:29/27

9. SpVgg Unterhaching 22:24/25

10. VfL Osnabrück 28:25/23

11. Carl Zeiss Jena 21:20/23

12. Hallescher FC 20:20/23

13. SV Meppen 17:17/23

14. FSV Zwickau 18:20/23

15. Preußen Münster 22:27/21

16. SG Sonnenhof Großaspach 23:29/18

17. Sportfreunde Lotte 20:33/17

18. Chemnitzer FC 19:38/24

19. Rot-Weiß Erfurt 11:30/9

20. SV Werder Bremen II 14:36/7

Es ist zugegebenermaßen ein etwas krummer Vergleich, eine Spielerei. Aber rechnet man erst ab dem Zeitpunkt von Schieles Amtsübernahme, stehen die Kickers vier Plätze besser da als im richtigen Tableau, mit Kontakt zu den Aufstiegsrängen und punktgleich mit Relegationsplatz drei. Mit einem Punkteschnitt von 1,76 Zählern ist Schiele derzeit der bislang erfolgreichste aller Kickers-Drittliga-Trainer. Stephan Schmidt holte gerade einmal 0,91 Zähler im Schnitt. Und selbst die Ausbeute von Bernd Hollerbach in der Aufstiegssaison 2015/16 war schwächer. Hollerbach hatte am Ende einen Punktschnitt von 1,68 vorzuweisen. Allerdings könnte man eine solche Tabelle natürlich auch für das Jahr 2018 erstellen. Da lägen die Kickers auf Rang acht. Seit Jahresstart haben die Würzburger zwölf Zähler geholt – fünf weniger als der Tabellendritte SV Wehen Wiesbaden. Der Trend zeigt also eher in Richtung Mittelmaß.

Schieles Abwehrbollwerk

Die auffälligste taktische Umstellung, die Schiele als Kickers-Trainer vorgenommen hat, war die Einführung einer Dreier-Abwehrkette. Bei gegnerischem Ballbesitz werden die Außenbahnspieler auch zu Verteidigern. Dann stellen sich fünf Akteure den Gegnern entgegen. Eine Maßnahme, die schnell fruchtete. 1,12 Gegentore im Schnitt sind ein guter Wert. Der leidet freilich noch unter dem 0:5 gegen Wehen Wiesbaden bei Schieles erstem Heimspiel in verantwortlicher Position. Siebenmal stand seither bei den Kickers hinten die Null, unter Schmidt war das kein einziges Mal gelungen.

Schieles Offensivprobleme

Kopfzerbrechen dürfte Schiele in den letzten Wochen vor allem das Offensivspiel seines Teams bereiten. Zwar treffen die Rothosen unter ihm 1,35 Mal pro Spiel ins gegnerische Tor. Doch seit der Winterpause sind die Offensivprobleme nicht mehr zu übersehen. Gerade einmal sieben Treffer (0,8 im Schnitt) gelangen seitdem. Darunter ist auch nur ein Tor aus dem Spiel heraus. Der Rest entsprang Standardsituationen.

Schieles Lieblingsspieler

Zwei Spieler haben unter Michael Schiele bislang alle 17 Partien bestritten: Patrick Göbel und Maximilian Ahlschwede. Danach folgen Felix Müller, Jannis Nikolaou, Sebastian Neumann, Orhan Ademi und überraschenderweise Dominic Baumann mit jeweils 16 Einsätzen unter Schieles Leistung. Wolfgang Hesl und Verteidiger Anthony Syhre, die unter Stephan Schmidt in sämtlichen Partien in der Startelf standen, sind inzwischen Ergänzungsspieler.

SpVgg Unterhaching – FC Würzburger Kickers (Samstag, 14 Uhr)

Mit Maximilian Ahlschwede fällt ein Stammspieler der Kickers beim bayerisch-fränkischen Drittliga-Treffen aus. Der Verteidiger hat beim 1:0-Sieg gegen Osnabrück zum fünften Mal in dieser Saison Gelb gesehen und ist gesperrt. Ihn dürfte Anthony Syhre ersetzen. „Er hat es verdient zu spielen“, sagt Trainer Michael Schiele. Die Konkurrenz in der Würzburger Hintermannschaft ist aber größer geworden. Sommer-Neuzugang Hendrik Hansen brennt bereits auf seinen ersten Einsatz im Kickers-Dress und Schiele macht ihm Mut: „Er ist im Training gut dabei und eine echte Option.“ Hansen, der vom VfL Wolfsburg II nach Würzburg kam, hatte sich während der Sommervorbereitung einen Mittelfußbruch zugezogen und war seither ausgefallen. Für Gegner Unterhaching ist die Partie gegen die Kickers „ein absolutes Highlight im Jahresplan“, sagt Trainer Claus Schromm. Im Tor bei den Gastgebern wird erneut der Österreicher Lukas Königshofer stehen, der bereits in den letzten beiden Partien den Vorzug vor der bisherigen Nummer eins Korbinian Müller erhielt.
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