Würzburg

Würzburger ARCW-Ruderer träumen von Medaille

Ambitioniertes Duo: Fabio Kress (rechts) und Patrick Hofmockel.
Foto: Tim Schäflein | Ambitioniertes Duo: Fabio Kress (rechts) und Patrick Hofmockel.

Ein EM-Rennen auf einer unbekannten Strecke, die noch dazu als besonders windanfällig gilt, wenig gemeinsames Training mit den Kollegen aus dem Vierer und eine verpasste Weltmeisterschaft. Die Voraussetzungen könnten besser sein, für Fabio Kress und Patrick Hofmockel vom Akademischen Ruderclub Würzburg, welche am Wochenende bei der U-23-Ruder Europameisterschaft in Ioannina (Griechenland) auf Medaillenjagd gehen.

Und doch macht sich das Duo, das zusammen mit Hendrik Winkel (Dorsten) und Joscha Holl (Rheinfelden) ins Boot steigt, berechtigte Hoffnungen auf einen Treppchenplatz – schließlich reist man als amtierender deutscher U-23-Meister nach Griechenland.

Im Gespräch mit dieser Redaktion zeigen sich beide selbstbewusst, sie wissen um ihr Können sowie das Pozential des Vierers. Laut Patrick Hofmockel sei eine Medaille das Ziel, Fabio Kress geht sogar einen Schritt weiter und gibt zu: „‘Eigentlich wollen wir schon gewinnen.“ Als Mitfavoriten haben die beiden vor allem die Italiener ausgemacht, deren Vierer kürzlich Weltmeister wurde.

Zur WM im Juli hatte es das Duo vom ARCW nicht geschafft. Patrick Hofmockel war an der vorgegebenen Norm gescheitert, die alle Ruderer auf dem Ergometer erbringen mussten, um sich zu qualifizieren.

Besonderen Druck, nun bei der Europameisterschaft abliefern zu müssen, verspürt er deshalb aber nicht und ist sich sicher, dass sie auf dem Wasser das Bestmögliche herausholen werden: „Bis jetzt ist es relativ locker, weil wir wissen, dass wir immer die Leistung abgerufen haben, wenn es darauf ankam.“

Lange Vorbereitung

Auf der EM-Strecke in Griechenland bleibt nur dieser Freitag zum Trainieren. Umso wichtiger, dass man top vorbereitet zur EM anreist. Kress/Hofmockel kommen auf zehn bis zwölf Einheiten in der Woche. Für andere Aktivitäten bleibt da nur wenig Zeit. Das Rudern prägt ihr Leben. Deshalb ist es so wichtig, dass sie sich privat super verstehen: Zum Semesterbeginn wird der Tübinger Kress dann auch in die Wohnung von Hofmockel, der aus Worms stammt, ziehen. Kress, der die vergangenen zwölf Monate als Freiwilliges Soziales Jahr beim ARCW genutzt hat, beginnt ein Bauingenieursstudium, Hofmockel studiert bereits Medizin.

Die WM als Ziel

Mit der EM-Teilnahme haben sich beide schon einen großen Traum erfüllt. Selbstverständlich freuen sich beide im Nationaltrikot, an den Start gehen zu dürfen, Kress ist stolz, „das Ding mal bekommen zu haben“. Die Krönung wäre da noch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr, dem letzten U-23-Jahr für Patrick Hofmockel.

Danach sehen beide für eine Ruderkarriere allerdings schwarz. Denn sie wissen, dass man von ihrem Sport nicht leben kann. Dass dann noch erschwerend hinzukommt, dass Leichtgewichtsrudern nach und nach aus dem Olympischen Programm entfernt wird, macht die Sache nicht leichter.

Besonders dankbar zeigen sich beide gegenüber dem ARCW, der Kosten für Trainingslager oder Reisen zu Wettkämpfen übernimmt und den Sportlern so ermöglicht, den Sport professionell zu betreiben. Trotzdem sind sich beide sicher, dass ihre Ruderkarriere nicht über den U-23-Bereich hinausgeht. „Irgendwann möchte ich dann doch zur Ruhe kommen und die Sache sein lassen“, bekräftigt Fabio Kress.

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