WÜRZBURG

Würzburger Kickers: Pokalsensation mit Randale am Rand

Würzburger Kickers       -  Sieg gegen Fortuna Düsseldorf
Foto: Silvia Gralla | Sieg gegen Fortuna Düsseldorf
Würzburger Kickers       -  Die Würzburger Kickers in der ersten Runde des DFB-Pokals 2014 beim 3:2-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf.
Foto: Silvia Gralla | Die Würzburger Kickers in der ersten Runde des DFB-Pokals 2014 beim 3:2-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf.
Würzburger Kickers       -  Sieg gegen Fortuna Düsseldorf.
Foto: Silvia Gralla | Sieg gegen Fortuna Düsseldorf.
Tausende von wirklichen Fans kamen am Sonntag nach Würzburg, um ein Pokalspiel der Extraklasse zu sehen. Sie wurden nicht enttäuscht, sensationell siegte der heimische Viertligist Kickers in der Verlängerung mit 3:2 gegen den favorisierten Zweitligisten Fortuna Düsseldorf.

Leider gab es Ausschreitungen einiger Fans aus Düsseldorf am Vorabend in der Würzburger Innenstadt. Deshalb war die Polizei in der Nacht mit einem Großaufgebot im Einsatz und sicherte auch vor und nach dem Spiel die Anmarschwege zum Stadion. „Die Gäste-Fans wurden von einem Sammelpunkt an der Alten Mainbrücke mit Bussen zum Kickers-Station gefahren“, berichtete Polizeisprecher Karl-Heinz Schmitt. Während des Spiels blieben die Fans beider Seiten friedlich, zu spannend war das Geschehen auf dem Spielfeld für die 10 500 Zuschauer, darunter etwa 3000 Gäste. Die ambitioniert auftretenden Platzherren ließen sich durch das Führungstor der Düsseldorfer kurz vor der Pause nicht entmutigen. Mit zwei Toren von Christopher Bieber gingen sie sogar in Führung, ehe die Gäste wieder zum 2:2 ausglichen. So ging es in die Verlängerung. In der 114. Minute machte Kickers-Spieler Steven Lewerenz die Sensation mit seinem Freistoßtor zum 3:2 perfekt. Als der Schiedsrichter sechs Minuten später abpfiff, brandete hemmungsloser Jubel bei den Gastgebern auf. Für sie war ein Traum wahr geworden, für die Düsseldorfer Anhänger ein Albtraum.
Ein Dutzend ihrer Fans kletterte über den Zaun, versuchte aufs Feld zu stürmen. Es gab ein kurzes Handgemenge mit Polizei und Ordnern. Düsseldorfer Spieler versuchten, die Lage am Zaun zu beruhigen. Die Polizei drängte die um sich schlagenden Gäste zurück in ihren Block. Sie wurden unter massiver Polizeibegleitung aus dem Stadion geführt, während die Würzburger Fans noch den Sieg und ihre Mannschaft feierten. „Die Partie verlief im Großen und Ganzen friedlich“, bilanzierte die Polizei am Sonntagabend. Die Abfahrt der Düsseldorfer wurde gezielt überwacht. Die Busse mit den abreisenden Anhängern begleiteten Polizeikräfte bis weit über Würzburg hinaus.

Die unterfränkische Polizei hatte bereits am Abend zuvor mit Störungen gerechnet. Sie wusste laut Pressesprecher Schmitt vom Eintreffen von 200 bis 300 Fans aus Düsseldorf, von denen 60 bis 100 als gewaltbereit eingestuft waren. Sie hatten sich am Samstagabend auf Würzburger Gaststätten verteilt. Nach Polizeiangaben gab es in einem Lokal in der Innenstadt Randale, nachdem Fortuna-Fans durch die Küche in einen Vorratsraum eingedrungen waren und hochprozentige Alkoholika gestohlen hatten.

Als die Polizei einen mutmaßlichen Dieb stellte, befreiten ihn andere Fans mit Gewalt. Gegen 1 Uhr prügelte sich an der Juliuspromenade 30 Fans aus Düsseldorf mit 15 Anhängern des 1. FC Nürnberg. Sie bewaffneten sich mit Stühlen von Lokalen, benutzten Stöcke, Stangen und Flaschen. Bis zu 200 johlende Personen begleiteten die Auseinandersetzung.
Polizeibeamte mussten sie unter Einsatz von Pfefferspray trennen. Die Schläger verschwanden beim Auftauchen von Polizisten in den Gassen. Fünf Männer wurden festgenommen. In einem Hotel in der Veitshöchheimer Straße randalierten vier Düsseldorfer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Sie wurden vorläufig festgenommen und weitere Betäubungsmittel sichergestellt.

Gegen 4 Uhr wurden zwei Düsseldorfer Fans nach einer Sachbeschädigung an der Ampel Mergentheimer Straße/Nikolausstraße vorläufig festgenommen. Sie hatten zuvor das „Grünlicht“ wie die Abdeckung für das „Rotlicht“ der Ampel herausgerissen. Bei einem weiteren Fan aus Düsseldorf stellten Polizeibeamte einen so genannten „Polenböller“ sicher.
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Manfred Schweidler
Andreas Jungbauer
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