Würzburg

Zoff unter Würzburgs Keglern

Zwischen dem Sportkegelverein Versbach und dem TSV Lengfeld ist ein Streit entbrannt.
Foto: Thomas Obermeier | Zwischen dem Sportkegelverein Versbach und dem TSV Lengfeld ist ein Streit entbrannt.

Im Würzburger Norden gibt es gleich drei Kegelvereine: in Oberdürrbach, Lengfeld und Versbach. Wie jetzt bekannt geworden ist, liegen die beiden zuletzt genannten Klubs seit etwa einem halben Jahr über Kreuz. Im Ergebnis tragen die Versbacher Bayernliga-Kegler ihre Heimspiele nach rund 20 Jahren nicht mehr als Gäste in Lengfeld aus, sondern in Zell. Streitthema sei das liebe Geld gewesen, schreibt Versbachs Vorstandsmitglied André Köstner in einer Mitteilung. „Eine drastische Erhöhung der Kegelbahngebühren wollte der SKV Versbach nicht hinnehmen. Leider nutzte die langjährig zuverlässig bewährte Zusammenarbeit nichts.“ Fünfmal hätte man sich zu Gesprächen getroffen. „Doch es kam zu keiner Einigung“, berichtet Köstner am Telefon.

Zum Hintergrund: In den höheren Ligen braucht es eine Vier-Bahnanlage. Sie gibt es innerhalb der Stadtgrenzen lediglich in Lengfeld. Die Versbacher und Oberdürrbacher haben nur zwei Bahnen. Lengfelds Kegel-Abteilungsleiter Wolfgang Rehm bestätigt auf Nachfrage, dass man die Gebühren für den langjährigen Mieter ab diesem Jahr um etwa das Doppelte erhöhen wollte. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der SKV Versbach die ganze Zeit nur einen sehr niedrigen Beitrag bezahlen musste und seine eigenen Getränke mitbringen konnte“, sagt Rehm und verdeutlicht das Vorgehen anhand eines Beispiels: „Wenn Sie über all die Jahre lediglich einen Euro für irgendetwas aufwenden müssen und dann werden es zwei, bleibt es fair.“

Im Eigentum der Stadt Würzburg

Rehm weist zudem darauf hin, dass das Kegelbahn-Gebäude der Stadt Würzburg gehört, man selbst also nur Mieter sei und so jedes Jahr einen mittleren vierstelligen Betrag ans Rathaus überweise. „Unsere Anlage wird auch immer gepflegt und ist daher top in Schuss. Das alles müssen wir irgendwie refinanzieren“, so der Lengfelder Abteilungsleiter, der sich darüber ärgert, dass die Versbacher seinem Verein den schwarzen Peter für das Auseinandergehen zugeschoben haben.

Wie dem auch sei: Der SKV Versbach, der im letzten Jahr in die dritthöchste deutsche Spielklasse durchmarschiert ist, sah sich aufgrund fehlender Sponsoreneinnahmen gezwungen, zum Jahreswechsel und dadurch mitten in der Saison seine Heimspielstätte zu wechseln – rein sportlich bislang mit eher mäßigem Erfolg. Während die Pleichachtaler in den letzten Jahren in Lengfeld nur einmal verloren hatten, erwischte es sie in Zell in der kurzen Zeit schon zweimal.

Und dann kam den Keglern auch noch die Corona-Zwangspause in die Quere. Sollte die Saison tatsächlich zum Zeitpunkt des Abbruchs Mitte März gewertet wären, müsste Versbach wohl absteigen, weil aufgrund einer Ligenreform heuer mehr Vereine aus der Bayernliga runter müssen als normalerweise. „In dieser Saison kommt wirklich alles zusammen. Auch mit Verletzungspech hatten wir zu kämpfen“, sagt SKV-Abteilungsleiter Marc Wiedemann. Doch grämen müssen sich weder die Versbacher noch die Lengfelder Kegler. Während Erstere die ranghöchste Mannschaft im Umkreis stellen, haben die Kürnachtaler in Kooperation mit Marktbreit als einziger Verein noch ein aktives Jugendteam.

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