München

15 Millionen Euro: Bayern finanziert Corona-Tests für Studierende

Präsenz-Unterricht bleibt an den Unis auf wenige Ausnahmen beschränkt, soll aber mit Selbsttests sicherer werden. Die Opposition im Landtag fordert Öffnungsperspektiven.
Die Hörsäle an Bayerns Hochschulen bleiben wegen Corona weiter leer. Notwendige Präsenz-Veranstaltungen sollen jetzt aber mit kostenlosen Selbsttests sicherer werden.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa | Die Hörsäle an Bayerns Hochschulen bleiben wegen Corona weiter leer. Notwendige Präsenz-Veranstaltungen sollen jetzt aber mit kostenlosen Selbsttests sicherer werden.

Mit 15 Millionen Euro will der Freistaat Bayern Selbsttests auch an bayerischen Hochschulen finanzieren. "Ich halte es für unbedingt erforderlich, die Ausbildungsangebote, die nicht digital durchgeführt werden können, für unsere Studentinnen und Studenten aufrecht zu erhalten", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU).

Präsenzbetrieb an den Hochschulen bleibt auf wenige Ausnahmen beschränkt

Zwar finden Präsenzveranstaltungen in den Universitäten unabhängig von der regionalen Inzidenz in Bayern weiter nicht statt. Praktische oder künstlerische Ausbildungsabschnitte, die besondere Labor- oder Arbeitsräume erfordern, dürfen aber in den Hochschulen durchgeführt werden. Dafür sollen nun kostenlose Selbsttests zur Verfügung gestellt werden. Dies könne helfen, "möglichst effektiv und praktikabel den derzeit eingeschränkten zulässigen Präsenzbetrieb zu begleiten", hofft Sibler. 

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Die Vorsitzende der Bayerischen Universitätenkonferenz Prof. Sabine Doering-Manteuffel begrüßte die Unterstützung des Freistaats: Die Universitäten seien erleichtert, zumindest die Ausnahmen für Präsenzunterricht weiter anbieten zu können. Damit sei zumindest "die Studierbarkeit vieler Fächer sichergestellt", erklärte sie.

"Im Vergleich zu den Schulen keine Öffnungsperspektive" für die Unis

Im Landtag begrüßte auch die Opposition die Finanzierung der Selbsttests, mahnte aber gleichzeitig Öffnungsperspektiven für die Hochschulen an: "Gerade Erstsemestler und Studierende, die bisher noch nie eine Präsenzveranstaltung auf ihrem Campus erlebt haben, müssen jetzt endlich im akademischen Umfeld ankommen", fordert der FDP-Hochschulexperte Wolfgang Heubisch. "Im Vergleich zu den Schulen haben Öffnungsperspektiven an den Hochschulen bei den politischen Entscheidungen bisher kaum eine Rolle gespielt", kritisierte der SPD-Abgeordnete Christian Flisek. Viele Studenten hätten in zwei Semestern keine einzige Präsenzveranstaltung erlebt: "Für das Sommersemester brauchen wir endlich einen an die Inzidenzwerte angepassten Stufenplan."

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An der Würzburger Julius-Maximilians-Universität (JMU) ist man froh, dass praktische Veranstaltungen weiterhin in Präsenz laufen können. Schon bisher habe man in der Pandemiephase Praktika gut und sicher durchführen können – "dank des strengen Schutz- und Hygienekonzepts und des hohen Engagements von Dozentinnen und Dozenten", so Uni-Präsident Paul Pauli. Die angekündigten Selbsttest hält er für sinnvoll mit Blick auf die bestmögliche Sicherheit der Teilnehmenden. Allerdings sei noch zu klären, "wie eine sichere Durchführung der Tests organisatorisch gewährleistet werden kann." 

Zustimmung auch von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS): Für "genau richtig" hält deren Präsident Robert Grebner die Linie des Wissenschaftsministers. "Wir können es uns nicht leisten, den Studienverlauf für Studierende zu verzögern – bei den ohnehin wenigen notwendigen Präsenzen an der Hochschule." Das Risiko einer Ansteckung könne mit Tests noch weiter reduziert werden.

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