München

Die Bayern-SPD kämpft um die Existenz

Mit einer Doppelspitze verspricht die Bayern-SPD einen Neustart – wieder einmal. Doch solange die Partei Realitäten verdrängt, lässt sich der Niedergang nicht stoppen.
Neues Führung-Duo, alte Probleme: Ronja Endres und Florian von Brunn wollen den 'Neustart' für die Bayern-SPD, doch die Partei zeigt sich zwischen Wandel und Tradition tief gespalten. 
Foto: Matthias Balk, dpa | Neues Führung-Duo, alte Probleme: Ronja Endres und Florian von Brunn wollen den "Neustart" für die Bayern-SPD, doch die Partei zeigt sich zwischen Wandel und Tradition tief gespalten. 

Mit einer Doppelspitze will die Bayern-SPD den Absturz in die politische Bedeutungslosigkeit nun stoppen. Einen "Neustart" verspricht dann auch das frische Führungsteam Florian von Brunn und Ronja Endres. Der wäre auch bitter nötig, denn die SPD hat es zuletzt kaum noch geschafft, in Bayern irgendwelche Akzente zu setzen.

Der Bayern-SPD fehlen klare Themen und begeisternde Botschaften

Den festen Willen zum Wandel und das ehrliche Engagement für die Partei kann man der neuen Führung sicher nicht absprechen. Doch das alleine wird nicht reichen. Denn auch der virtuelle Parteitag zeigte mit stundenlanger Selbstbeschäftigung über Satzungsfragen und Arbeitskreise, woran es den Genossen wirklich mangelt: Klaren Themen, mit denen sie politisches Profil gewinnen wollen. Und klaren Botschaften, mit denen sie potenzielle Wähler für sich begeistern können.

Allein der Glaube, die richtigen Überzeugungen zu haben, reicht nicht

Vielen Genossen reicht offenbar nach wie vor der Glaube, die richtigen Überzeugungen zu haben. Und wenn die Wähler diese Überzeugungen nicht teilen wollen? Dann eben nicht. Eine Einstellung, die brandgefährlich ist. Denn der Absturz wird nicht von alleine enden.

Tief gespalten zeigte sich die Bayern-SPD zudem auf ihrem Parteitag – nur denkbar knapp konnte sich das Lager "Wandel" um das neue Führungs-Duo gegen das von Uli Grötsch geführte Lager "Tradition" durchsetzen. Gelingen kann ein neuer Aufschwung aber nur, wenn alle in der schrumpfenden Partei gemeinsam an einem Strang ziehen – und dabei die bittere Wahrheit der letzten Landtagswahl nicht mehr länger verdrängen.

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