München

Digitalministerin präsentiert neue App in virtueller Realität

In einer virtuellen 3-D-Realität hat die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach eine neue "BayernApp" präsentiert. Die soll den Bürgern digital das Leben erleichtern
Digitalministerin Judith Gerlach mit VR-Ausrüstung vor ihrem virtuellen Avatar.
Foto: Staatsministerium für Digitales | Digitalministerin Judith Gerlach mit VR-Ausrüstung vor ihrem virtuellen Avatar.

Prachtvolle Wandverzierungen säumen den Goldenen Saal im Augsburger Rathaus. Gregorianische Gesänge sorgen für majestätische Atmosphäre. Wer die volle Schönheit des Saals erfassen möchte, muss den Kopf recken, sich drehen, die Bilder wirken lassen. Wegen Corona ist im echten Leben ein Besuch des Goldenen Saals gerade nicht möglich. Im Reich der virtuellen Realität hingegen lässt sich die Sehenswürdigkeit ohne Einschränkungen erkunden.

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"Für virtuelle Realität gibt es unzählige Anwendungsmöglichkeiten", sagt die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach (CSU). Die Ministern hat zur Pressekonferenz geladen, um die neusten bayerischen Digitalprojekte vorzustellen. Etwas verloren steht sie inmitten einer riesigen Freiluftarena, hinter ihr ist nur freier Himmel über steilen Felsenklippen. Auf den Rängen der Arena tummeln sich Reporter. Sie stehen dicht beisammen, klatschen sich mit den Händen ab.

Moderne Technologie ermöglicht virtuelle 3-D-Erfahrungen

In Wirklichkeit sind die Ministerin und die Reporter natürlich woanders. Sie sind in ihren Büros und in der Arena sind lediglich ihre virtuellen Avatare. Wenn die Reporter den Kopf drehen, blicken die Avatare sich um. Wenn sie ihre Füße bewegen, gehen die kleinen Figuren durch die Räumlichkeiten – und stehen mitunter plötzlich im Augsburger Rathaussaal.

Den goldenen Rathaussaal in Augsburg konnte man auf der Pressekonferenz virtuellen erkunden.
Foto: Ulrich Wagner | Den goldenen Rathaussaal in Augsburg konnte man auf der Pressekonferenz virtuellen erkunden.

Ermöglicht wird das Spektakel durch neuartige Technologie. Mit Hilfe von Aufsätzen für den Kopf und Bewegungssensoren für die Hände lassen sich so ungeahnte Welten erkunden. Dreht man den Kopf, dreht sich auch die virtuelle Figur, die man in der virtuellen Welt steuert. Mit den Händen der Figur lassen sich Gegenstände greifen, Türen öffnen und Spiele spielen.

Um Spielereien geht es Ministerin Judith Gerlach heute jedoch nicht, sie stellt auf der Pressekonferenz die neue "BayernApp" vor, die Anfang nächsten Jahres an den Start gehen soll. Mit dieser App sollen Bürger künftig rund 2500 Verwaltungsdienstleistungen in Anspruch nehmen können. Ein Antrag auf Pflegeleistungen oder eine Ummeldung des Wohnsitzes soll dann bequem per App erledigt werden können. "Das Amt kommt dann digital zum Bürger", so Gerlach.

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Technologien sollen Leben der Anwender verbessern

Die Digitalministerin schwärmt von einer digitalen Zukunft mit einer bayerischen Agentur für die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz, Wettbewerben für die besten digitalen Lösungen und vielem mehr. Die Digitalisierung dürfe dabei jedoch kein Selbstzweck sein, stellt Gerlach klar. "Die neuen Technologien müssen dem Anwender dienen und sein Leben konkret verbessern."

Diesem Anspruch kann die virtuelle Präsentation selbst nicht immer gerecht werden. Nicht bei allen Pressevertretern funktioniert die Technologie, teilweise gibt es keine Geräuschübertragung und die Verständigung zwischen der Ministerin und den Reportern funktioniert nicht immer reibungslos.

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Gebaut wurde die virtuelle Welt für die Pressekonferenz übrigens von kreativen digitalen Talenten im Rahmen eines Wettbewerbs des "XR HUB Bavaria". Diese Initiative dient zur Stärkung des Medien- und Wirtschaftsstandorts Bayern und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Digitales gefördert. Das Projekt hat Standorte in München, Nürnberg und an der Universität in Würzburg.

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