NÜRNBERG

Franken-„Tatort“: Kammerspiel um Ehre, Würde und Gewalt

Tatort: Ich töte niemand,Szenenfoto       -  Die Kriminalhauptkommissare Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) untersuchen am Tatort die Leichen des toten Geschwisterpaars.
Foto: Luis Zeno Kuhn, BR | Die Kriminalhauptkommissare Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) untersuchen am Tatort die Leichen des toten Geschwisterpaars.

„Ich töte niemand“: Unter diesem Titel strahlt das Erste an diesem Sonntag um 20.15 Uhr den vierten Franken-„Tatort“ aus. Ein über weite Strecken spannender, aber teilweise zu komplex erzählter Krimi über menschliche Würde, Ehre, Freundschaft und Gewalt.

In einem Haus am Rande von Nürnberg werden zwei Leichen gefunden. Ein Geschwisterpaar, das aus Libyen stammt, ist brutal erschlagen worden. Hat Ahmad (Josef Mohamed), der Ziehsohn der beiden, ein hochbegabter und bestens integrierter Student etwas mit der Tat zu tun? Er ist jedenfalls verschwunden. Wenig später stirbt auch der Polizist Frank Leitner (André Hennicke) aus dem Betrugsdezernat während einer Autofahrt an einer Wechselwirkung von Medikamenten. Der Mann war ein guter Freund von Hauptkommissarin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel), er hatte kurz zuvor vergeblich versucht, sie zu erreichen.

Geschichte zu verschachtelt erzählt

„Gucken Sie nicht so tief in die Dinge rein, sonst gucken sie zurück“, zitiert Ringelhahn im Gespräch mit ihrem Kollegen Felix Voss (Fabian Hinrichs) ihren „Ausbilder in der DDR“. Die Geschichte lässt die Ermittler in die Abgründe menschlicher Verblendung schauen. Es geht um rassistisch motivierte Gewalt, um fanatischen Islamismus, um Rache und Verrat. Die Bereitschaft, Andersdenkenden mit Gewalt zu begegnen, ist in diesem „Tatort“ groß. Ringelhahn verzweifelt daran.

Dagmar Manzel spielt ihr Erschrecken, dieses Hadern mit einer Welt, die moralisch aus den Fugen gerät, meisterhaft. Max Färberböck, der die Charaktere als Regisseur der Premieren-Folge entscheidend mitentwickelt hat, inszeniert den Krimi über weite Strecken als beklemmendes, dunkles Kammerspiel. Unter hoher emotionaler Anspannung gewinnt nicht zuletzt das Zusammenspiel der Kommissare an Kontur. Endlich, möchte man sagen. Schade nur, dass der Kriminalfall selbst zu verschachtelt, zu kompliziert erzählt wird. Da erschließt sich Vieles erst auf den zweiten Blick.

Was Ministerpräsident Markus Söder am Franken-„Tatort“ mag, sehen Sie im Video.

Dagmar Manzel würde gerne in Franken singen. Ein Interview mit der Hauptdarstellerin.

So liefen die Dreharbeiten zum neuen Franken-“Tatort“.

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