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MÜNCHEN/SCHWEINFURT (LBY/HL): „In zumutbarem Alter diese Partei zu führen ist reizvoll“

MÜNCHEN/SCHWEINFURT (LBY/HL)

„In zumutbarem Alter diese Partei zu führen ist reizvoll“

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    Seehofer ist 57 Jahre alt, sein Kontrahent, der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber, ist dagegen bereits 60 Jahre alt. Edmund Stoiber (65) will das Amt des CSU-Chefs ebenso wie das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten im September niederlegen.

    Der Vorstand des niederbayerischen CSU-Bezirksverbandes schlug am Samstag erwartungsgemäß Huber einstimmig als neuen CSU-Vorsitzenden vor. Huber führt seit 14 Jahren den südostbayerischen Bezirksverband der Christsozialen. Mit dem designierten Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) könne Huber ein „Tandem“ bilden, das der CSU die traditionelle Geschlossenheit bewahre, hieß es.

    Die demonstrierte Huber auch gleich beim „Ball der Union“ am Samstagabend in Nürnberg: „Das Tandem Beckstein/Huber hält zusammen, da passt kein Blatt zwischen uns“, rief Huber und drückte den designierten Ministerpräsidenten Beckstein fest an sich.

    Becksteins erste Schlachtschüssel

    Der hatte am Samstagmittag am Schlachtschüssel-Essen des CSU-Kreisverbandes in Schweinfurt teilgenommen. Etwas mulmig sei es ihm gewesen, dass er neben Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser platziert worden sei, scherzte Beckstein: „Seit der Sache mit der Frau Pauli bin ich vorsichtig, wenn ich es mit CSU-Damen zu tun habe.“ Worauf ihn Parteifreund und Gastgeber Hans Gerhard Stockinger beruhigte: „Die Gudrun kann Dir zwar das Lätzchen perfekt umbinden, nicht aber den Hals abdrücken.“ Dem Vernehmen nach fand Beckstein Gefallen an der Schweinfurter Schlachtschüssel, es war seine erste. Überflüssige Kalorien konnte er dann am Abend beim Ball der Union in Nürnberg abtanzen.

    Doch zurück zum Duell Huber/Seehofer: Die oberfränkische CSU sprach vorerst noch keine Empfehlung für die Wahl des Parteivorsitzenden aus, favorisiert aber klar Huber. Für seinen Rivalen Seehofer habe es keine Wortmeldung während der Klausurtagung in Kloster Banz bei Bad Staffelstein gegeben, hieß es.

    Seehofer will gelassen bleiben

    Seehofer machte in der Talksendung deutlich, dass er sich bei seiner Kandidatur um den CSU-Vorsitz nicht durch Spekulationen über sein Privatleben irritieren lassen will. Die Veröffentlichungen darüber nehme er gelassen, sagte Seehofer in der am Donnerstagabend aufgezeichneten Sendung. Die Berichterstattung selbst wollte er nicht kritisieren. „Das muss man aushalten“, sagte der 57-Jährige. „Aber es ist natürlich schon die Absicht, mich mit solchen Dingen auch politisch zu beschädigen. Das ist eindeutig.“

    Der dreifache Vater Seehofer war nach Medienberichten über ein angebliches Liebesverhältnis mit einer Bundestags-Mitarbeiterin unter Druck geraten. Seehofer hatte Ende Januar angekündigt, er wolle sich nach einem nötigen Klärungsprozess zu den Berichten äußern, denn seine Wähler hätten ein Recht auf eine klare Aussage.

    Die Aussage von Seehofer, man wolle ihn mit Indiskretionen über sein Privatleben beschädigen, sorgt nach Informationen der „Passauer Neuen Presse“ in der CSU-Spitze für Unmut. Niemand in der CSU-Führung rede so oft über Seehofers Privatleben wie er selbst, heißt es dem Bericht zufolge in CSU-Kreisen. Damit erwecke Seehofer den Eindruck, seine Gegner betrieben einen unsauberen Wahlkampf.

    Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ soll Seehofer Stoiber dazu gedrängt haben, erneut für zwei Jahre für den Parteivorsitz zu kandidieren. In der CSU-Spitze werde das als „Spiel auf Zeit“ durch Seehofer gesehen, schrieb das Blatt. Stoiber hat jedoch bereits vor einiger Zeit eine erneute Kandidatur und einen „Rücktritt vom Rücktritt“ ausgeschlossen.

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