Herr Boning, Sie schwimmen nun bald den 500. Tag in Folge, immer in Seen oder Flüssen. An Wintertagen meist etwa 15 bis 20 Minuten, im Sommer setzen Sie dem keine festen Grenzen. Jetzt haben Sie ein Buch darüber geschrieben, wie es ist, ein Jahr lang jeden Tag zu schwimmen. Warum tun Sie sich das an?
WIGALD BONING: Ganz am Anfang war es so, dass ich mit meiner Familie nach Herrsching an den Ammersee gezogen bin, weil meine Schwiegereltern hier in der Nähe wohnen. Und da dachte ich: Man sollte etwas Sinnstiftendes mit dem See anstellen. Hinzu kam, dass ich eine verkalkte Schulter beklagen musste, die immer mal wieder weh tat. Ich hatte dann den Eindruck, dass das Schwimmen der Schulter irgendwie helfen könnte. Und dann bin ich seit langer Zeit ein Freund dieser Streak-Herausforderung, dass man also etwas jeden Tag macht. Einfach, weil es mir viel leichter fällt, mich jeden Tag sportlich auszutoben als nach irgendwelchen komplizierten Plänen. Das ist so ähnlich wie Zähneputzen. Das macht man täglich, ohne groß darüber nachzudenken. Später hat die Motivation gewechselt. Mittlerweile ist es mehr eine Art Neugier und Abenteuerlust, die da im Vordergrund steht. Die Schulter ist nämlich schon komplett geheilt.
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