Erlangen

Wann in Bayern Proben auf Corona-Mutationen untersucht werden

Erste Fälle von neuen Virusvarianten sind auch im Freistaat bereits nachgewiesen worden. Wie das funktioniert und welche Proben speziell getestet werden, erklärt das LGL.
Auch in Bayern werden Proben inzwischen auf Corona-Mutationen getestet. (Symbolbild)
Foto: Daniel Bockwoldt, dpa | Auch in Bayern werden Proben inzwischen auf Corona-Mutationen getestet. (Symbolbild)

Trotz sinkender Infektionszahlen bereiten die Mutationen des Coronavirus der Politik Sorgen. Die drei Virusvarianten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien verursachen nach aktuellem Kenntnisstand offenbar zwar keine schwereren Krankheitsverläufe, können aber leichter übertragen werden. "In letzter Konsequenz", erklärt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), könnte das "eine stärkere Belastung des Gesundheitssystems zur Folge" haben. Wie geht Bayern mit der Gefahr durch Mutationen um?

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Die gute Nachricht zuerst: Aus Unterfranken ist dem LGL noch kein Fall einer Mutation bekannt. Dagegen sei in Proben aus Erding, Bayreuth, Passau, München sowie in den Landkreisen Landsberg am Lech und Dingolfing die britische Virusvariante B.1.1.7 nachgewiesen worden. Die südafrikanische Variante B.1.35 ist im Landkreis Rosenheim bestätigt.

Wann Positiv-Proben auf Mutationen getestet werden

Um eine weitere Ausbreitung im Freistaat einzudämmen, werden am LGL einer Sprecherin zufolge, "anlassbezogen" und "im Auftrag der Gesundheitsämter" Positiv-Proben einer   Genomsequenzierung unterzogen. Und zwar immer dann, wenn es nach einem Screening einen Verdacht auf eine Mutation gibt, ein Corona-Ausbruch in einer Klinik vorliegt oder wenn sich der Infizierte in einem Land aufgehalten hat, in dem eine Virusvariante grassiert. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sollen die Proben auch bei einer "unerwarteten Krankheitsschwere" oder einer Zweitinfektion eines bereits Genesenen auf Mutationen getestet werden – oder wenn sich eine geimpften Person infizieren sollte.

Konkret geht man am LGL so vor: Zunächst werden alle positiven Corona-Proben "mittels PCR auf das Vorliegen der UK-, Südafrika- oder Brasilien-Varianten vorgescreent". Das systematische Testverfahren liefere "erste Hinweise, die dann in einer anschließenden Sequenzierung verifiziert werden können", so die Sprecherin.

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Laut Vorgabe des Bundes sollen in Deutschland bis zu fünf Prozent der positiv getesteten Proben sequenziert werden. Das LGL schafft der Sprecherin zufolge 80 Proben pro Woche, auch "in spezialisierten Laboratorien mit entsprechender apparativer Ausstattung" werde auf Mutationen getestet. Das sei aber "methodisch nur möglich bei Proben mit relativ hoher Viruslast".

Über die Ergebnisse – egal ob positiv oder negativ – werden die jeweiligen Gesundheitsämter informiert, so die LGL-Sprecherin weiter. 

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Benjamin Stahl
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