MÜNCHEN

Zu wenig Hilfe für Frauen in Not

Die Grünen im Bayerischen Landtag werfen der CSU-Staatsregierung vor, beim Thema häusliche Gewalt gegen Frauen „eine Kultur des Wegsehens“ zu befördern. So sei zwar die Zahl der von der Polizei erfassten Fälle in den letzten Jahren deutlich gestiegen – in Unterfranken etwa laut amtlicher Statistik von 1505 Fällen im Jahr 2005 auf 1995 Fälle in 2013.

Die Hilfsangebote für bedrängte Frauen etwa in Frauenhäusern lägen dagegen immer noch auf dem Niveau von vor zwanzig Jahren. „Der Bedarf und die Ausstattung entwickeln sich eindeutig auseinander“, kritisiert deshalb die unterfränkische Grünen-Abgeordnete Kerstin Celina. Allein die drei unterfränkischen Frauenhäuser in Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg mit insgesamt 34 Plätzen hätten im vergangenen Jahre 310 Hilfe suchende Frauen wegen Platzmangel abweisen müssen, berichtet Celina.

In Bayern gibt es 38 staatlich geförderte Frauenhäuser mit 340 Plätzen. Einer Studie der Bundesregierung zufolge liegt der Freistaat damit mit einer Quote von 1,17 Plätzen pro 10 000 Einwohnerinnen auf dem vorletzten Platz. In Hessen zum Beispiel liegt diese Quote bei 2,43. Dennoch bleibe die zuständige Sozialministerin Emilia Müller (CSU) untätig, kritisieren die Grünen. „Wir halten das für eine fahrlässige Ignoranz gegenüber den betroffenen Frauen und Mädchen“, sagt die Nürnberger Abgeordnete Verena Osgyan.

In einem Antragspaket fordern die Grünen nun etwa, die Fördersätze für die Frauenhäuser an die Kostenentwicklung anzupassen, in Kooperation mit der Polizei einen „pro-aktiven Kontakt“ betroffener Frauen durch Experten zu ermöglichen oder eine bayernweite Bedarfsanalyse zu erstellen. Gerade auf dem Land sei das Netz der Hilfsangebote noch viel zu grobmaschig, kritisiert Celina: „Viele Frauen wissen nicht einmal, wohin sie sich wenden können.“

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