HOCHZEITSPLANUNG

Checkliste: So planen Sie entspannt Ihre Hochzeit

Beautiful couple just married.       -  Der Antrag ist gemacht, jetzt geht es an die Planung. Was aber muss man beachten, damit der größte Tag nicht zum Albtraum wird?
Foto: Maksym Azovtsev (iStockphoto) | Der Antrag ist gemacht, jetzt geht es an die Planung. Was aber muss man beachten, damit der größte Tag nicht zum Albtraum wird?

Sie soll das schönste Fest im Leben werden: die eigene Hochzeit. Brautpaar und Gäste wollen sich noch Jahre später an das rauschende Fest in tollster Location mit bewegender Zeremonie und großartigem Essen erinnern. Kaum ein Event ist mit so vielen Erwartungen belegt wie eine Hochzeitsparty. Und sie steigen immer mehr an, wie Svenja Schirk vom Bund deutscher Hochzeitsplaner in Berlin berichtet.

«Der Wunsch nach Individualität ist unglaublich gewachsen», sagt Schirk. «Und damit auch der Anspruch, die Hochzeit so individuell wie möglich zu gestalten.» Die Hochzeitsplanerin beobachtet, dass Paare immer mehr Geld in die Hand nehmen, um ihre Traumhochzeit wahr werden zu lassen. Damit diese Ansprüche erfüllt werden, hilft nur eines: so früh wie möglich mit der Planung anfangen. Wer dafür selbst keine Zeit hat oder wenig kreativ ist, kann einen Profi beauftragen. Und so läuft der Countdown optimal:

15 bis 18 Monate vorher:

Zuerst muss sich das Paar laut Schirk einig werden, wie viele Gäste kommen, wie viel Geld es ausgeben möchte und in welchem Ambiente geheiratet werden soll. «Paare sollten sich für ihre Hochzeit nicht verschulden», rät sie. «Es ist sehr belastend, mit Schulden in die Ehe zu starten.

Wenn das Budget feststeht, entscheidet das Paar, was für sie das Wichtigste ist: Location, Zeremonie, Catering oder der Fotograf? Beliebte Dienstleister sind schnell ausgebucht, gerade im Sommer. Wer sich auf eine bestimmte Person eingeschossen hat, richtet das Datum mitunter sogar nach ihr. 

Bei den meisten Paaren startet die Planung mit der Location-Suche – damit steht das Datum. «Je offener ich bin, desto mehr Auswahl habe ich», sagt Schirk. «In Großstädten wird es immer verrückter, da muss man die Location mehr als zwölf Monate vorher buchen.» Auf dem Land sei das oftmals kurzfristiger möglich. Sobald das Datum feststeht, empfiehlt es sich, eine Save-the-Date-Karte an die Gäste zu schicken.

12 bis 15 Monate vorher:

Alle wichtigen Dienstleister wie Trauredner, Caterer oder Band kontaktieren. «Ich habe jetzt schon Anfragen für 2020», sagt Traurednerin Sabine John-Tancredi aus Stuttgart. Sie empfiehlt, sich für die Suche nach einem Trauredner Zeit zu nehmen. «Die Rede erlaubt einen tiefen, sehr persönlichen Blick auf die Beziehung – das braucht Vertrauen.»

John-Tancredi trifft ihre Paare dreimal vor der Hochzeit. Beim Kennenlernen stellt man fest, ob man sich sympathisch ist, die Stimme und das Konzept mag. «Es kann auch sein, dass es nicht passt – dann muss genug Zeit sein, jemand anderen zu finden.» Wenn das Konzept der Zeremonie steht, bucht man am besten gleich den DJ oder die Live-Band dazu. Auch wer kirchlich heiraten möchte, sollte sich möglichst frühzeitig um einen Termin kümmern.

10 bis 12 Monate vorher: 

Wird das Essen nicht von der Location gestellt, sollte man sich jetzt auf einen Caterer festlegen, rät Holger Stuth vom Restaurant «Hannes Ossenkopp» im mecklenburgischen Dümmer. Besondere Buffet-Komponenten wie Salzhaff-Lämmer vom Darß oder Chianina-Rinder aus der Toskana müssten frühzeitig bestellt werden. «Wenn es Knall auf Fall geht, kriegen wir ein Catering auch zwei Wochen vorher hin – dann aber nur mit Tiefkühl-Ware», sagt Stuth. Der exakte Menüaufbau wird meist erst ein halbes Jahr vorher abgestimmt. Stuths Tipp: auf die Hochzeitssuppe verzichten und nur die Hälfte an Desserts bestellen. «An beidem haben die Gäste meist wenig Interesse.»

6 bis 10 Monate vorher:

Das Brautoutfit wählen. Die Kleider werden oft maßgeschneidert, und vier Monate Lieferzeit sind nicht ungewöhnlich. Der Bräutigam kann sich noch ein paar Wochen mehr Zeit lassen. Außerdem: Hochzeitsreise buchen.

6 Monate vorher:

Termin beim Standesamt sichern. «Das ist eine Zitterpartie für die Brautpaare», sagt Hochzeitsplanerin Schirk. Sie rät, um 8.00 Uhr morgens persönlich mit den Unterlagen auf dem Standesamt zu sein. Es reicht, wenn eine Person mit der Vollmacht der anderen da ist. Jetzt sollten alle Termine stehen. Das heißt: Einladungen verschicken. Dabei für das Catering abfragen, ob Gäste sich vegetarisch ernähren oder Allergien haben.

5 Monate vorher: 

Ringe aussuchen, Blumen bestellen, gegebenenfalls Transporte oder Shuttle-Services zu den einzelnen Locations buchen. Das Catering-Menü noch einmal fein abstimmen.

4 Monate vorher: 

Tisch-, Menü- und Platzkarten in Auftrag geben.

3 Monate vorher:

Probestyling für die Braut organisieren, die letzten Weine aussuchen. Eventuell noch einen Tanzkurs belegen.

2 Monate vorher:

Gästebuch organisieren, Gastgeschenke fertigstellen, zum Polterabend einladen und die letzten Abläufe mit allen Dienstleistern besprechen.

2 Wochen vorher:

Entspannen. Gemeinsam Wellness machen und sich Schönheitsbehandlungen gönnen.

Am Hochzeitstag: 

Ausschlafen und ab zum Styling. Dafür sollte man etwa zwei Stunden einplanen. Entspannter ist es, wenn die Stylistin nach Hause kommt. Dann: Hochzeit genießen. «Ich finde es schade, wenn Paare sich mit der Hochzeit bis zum Umfallen stressen», sagt Svenja Schirk. «Man sollte gemeinsam darüber lachen, wenn Dinge schiefgehen.» Die Geschichte vom Hund, der auf das Brautkleid pinkelt, erzähle man sich schließlich noch Jahre später.

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