Würzburg

Kunsthalle Schweinfurt: Jürgen Lenssen gestaltet Triennale 2021

Der theologisch wie künstlerisch streitbare ehemalige Kunstbeauftragte der Diözese Würzburg wird Kurator: Welches Thema er wählt und mit was er sich auseinandersetzen will.
Theologisch wie künstlerisch streitbar: Jürgen Lenssen 2018 bei einer Einweihung.
Foto: Daniel Peter | Theologisch wie künstlerisch streitbar: Jürgen Lenssen 2018 bei einer Einweihung.

Jürgen Lenssen wird die Triennale 2021 in der Kunsthalle Schweinfurt gestalten:  Der ehemalige Kunstreferent der Diözese Würzburg hat von Andrea Brandl, Leiterin der Kunsthalle, den Auftrag erhalten, ein Thema zu benennen und Künstler und Kunstwerke auszuwählen. Die Triennale zeigt – wie der Name sagt – in dreijährigem Turnus zeitgenössische Kunst aus ganz Franken oder mit Bezug zur Region.

Die vergangene Ausgabe 2018 mit dem Titel "RaumZustaende" wurde kuratiert von der Bamberger Kunsthistorikerin Barbara Kahle und widmete sich der Bildhauerei. Bereits die Triennale 2015 hatte unter dem Titel "Gott und die Welt" gestanden, Kurator war Helmut Braun, Kunstreferent der evangelischen Landeskirche. Die kommende, fünfte Ausgabe sei deshalb nicht ausdrücklich als religiöse oder spirituelle Auseinandersetzung gedacht, sagt Brandl. Sondern als freier Beitrag zum Themenkreis "Kunst und Kirche", dem sich die Kunsthalle immer wieder mal widmet, zuletzt etwa mit der Glas- und Lichtkunst von Ludger Hinse.

Lenssen gilt als ausgezeichneter Kenner der Kunstszene

Jürgen Lenssen war bis 2017 Domkapitular und Kunstreferent der Diözese. Der 73-Jährige gilt als ausgezeichneter Kenner der aktuellen Kunstszene und hat bei Um- und Neugestaltungen von Kirchenräumen meist zeitgenössische Künstler beteiligt. Dafür ist er oft kritisiert worden, konservativen Gläubigen waren seine Eingriffe zu weitreichend. Aufsehen erregte Lenssen auch mit seiner Werk-Auswahl im von ihm gestalteten Museum am Dom: Der damalige Bischof Friedhelm Hofmann ließ noch vor seinem Amtsantritt in Würzburg 2014 den nackten „Auferstandenen“ des Malers Michael Triegel wieder abhängen.

Auch in theologischer Hinsicht ist der Priester Lenssen für unkonventionelle und kontroverse Standpunkte bekannt. So kritisierte er, dass es in der katholische Kirche immer schon „Rivalität“ und „übersteigertes Profilierungsdenken“ gegeben habe. Außerdem plädierte er dafür, dass sich die Kirche für geschiedene, wieder verheiratete Menschen öffnen solle.

Es gibt bereits eine Liste mit möglichen Künstlerinnen und Künstlern

Für die fünfte Schweinfurter Triennale (17. Juni bis 29. August 2021) in der 2009 eröffneten Kunsthalle will sich Lenssen mit dem Thema Wahrheit befassen. Oder vielmehr mit dem Umgang mit Wahrheit. Der Bezug zur gesellschaftlichen und politischen Gegenwart liegt auf der Hand, weswegen Lenssen erwägt, Formen wie Kabarett in die Ausstellung einzubinden.

Eine Liste von Künstlerinnen und Künstlern für Lenssens Schau gibt es bereits, gesetzt sind bisher nur der Lichtkünstler Selcuk Dizlek, Gewinner der Triennale 2018, sowie Jürgen Wolf. Der Maler, Autor und Bildhauer, 1958 in Schweinfurt geboren, lebt und arbeitet in Köln und setzt sich in seinen oft skurrilen Arbeiten immer wieder mit Wahrheitsebenen auseinander. Insofern sollte er wunderbar ins  Konzept des Kurators passen.  

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