Bad Kissingen

Kissinger Sommer 2021 steht im Zeichen des "Fin de Siècle"

Das Festival plant mit zunächst nur 22 Konzerten, will aber nachlegen, sollten die Auflagen gelockert werden. Außerdem wird ein Projekt des Beethoven-Jahres nachgeholt.
Igor Levit (Klavier, links) und Simon Bode (Tenor)  werden beim Kissinger Sommer die Rückert- und „Wunderhorn“-Lieder von Gustav Mahler interpretieren.
Foto: Felix Broede | Igor Levit (Klavier, links) und Simon Bode (Tenor)  werden beim Kissinger Sommer die Rückert- und „Wunderhorn“-Lieder von Gustav Mahler interpretieren.

Der Kissinger Sommer 2021 widmet sich ganz dem Lieblingsrepertoire des traditionellen Konzertpublikums: dem späten 19. Jahrhundert. Das Motto:  „Fin de Siècle – Erinnerungen an eine Epoche“. Intendant Tilman Schlömp nennt es das "fehlende Puzzleteil in unseren Programmen seit 2017". Das habe er sich für den Schluss seiner fünf Jahre in Bad Kissingen aufgehoben, sagte der scheidende Intendant im Oktober im Interview.

Mit der Musik des späten 19. Jahrhunderts lenke das Festival den Blick auch auf die Regierungszeit des Prinzregenten Luitpold, in die die Errichtung des Kissinger Regentenbaus fällt, so eine Pressemitteilung. Hier befinden sich mit dem Max-Littmann- und dem Rossini-Saal die beiden wichtigsten Spielstätten des Kissinger Sommers. Wegen der Corona-Pandemie findet das Festival vom 20. Juni bis zum 18. Juli zunächst nur mit 22 Konzerten statt. Die Veranstalter planen, bei Lockerung der Kontaktbeschränkungen gegebenenfalls im Frühjahr ein erweitertes Programm bekanntzugeben.

Als Reger, Strauss und Mahler ihre großen Erfolge feierten

"Die Zeit, in der Otto von Bismarck von Bad Kissingen aus Weltpolitik machte, war auch für die Künste in München eine günstige Zeit", so die Mitteilung weiter. Max Reger, Richard Strauss und Gustav Mahler hätten Erfolge in der Landeshauptstadt gefeiert. Der Kissinger Sommer spiegle diese Zeit in bedeutenden sinfonischen Werken, die um das Jahr 1900 entstanden, so etwa die erste Symphonie von Edward Elgar oder die Symphonie Nr. 2 von Jean Sibelius.

Mischa und Lily Maisky
Foto: Bernhard Rosenberg | Mischa und Lily Maisky

Zwei Veranstaltungen sollen die Geisteswelt von Gustav Mahler illustrieren: Der Chor des Bayerischen Rundfunks und das Tiroler Kammerensemble Franui Musicbanda beleuchten Mahlers Liedschaffen mit Ausstrahlung bis hin zu Wienerliedern des 20. Jahrhunderts. Seine Rückert- und „Wunderhorn“-Lieder in Originalgestalt werden von Simon Bode (Tenor) und Igor Levit (Klavier) interpretiert. 

Das letzte Festival unter der Intendanz von Tilman Schlömp plant außerdem im Brexit-Jahr 2021 ein englisches Wochenende mit einem Konzert des Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vasily Petrenko und drei Konzerten des BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Sakari Oramo.

Das Festivalorchester des Kissinger Sommers, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, spielt unter der Leitung von Paavo Järvi. Weitere langjährige Partner sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das mit Kent Nagano ein russisches Programm präsentiert, und die Bamberger Symphoniker, die unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jakub Hruša das Abschlusskonzert mit tschechisch-spätromantischem Repertoire gestalten.

Das ausgefallene Beethoven-Projekt „Leonore / Fidelio“ wird nachgeholt

Weitere Gäste sind die Sopranistin Golda Schultz, der Countertenor Valer Sabadus, Ensembles wie das Klavierduo Herbert Schuch-Gülru Ensari, das Duo Lily und Mischa Maisky oder das Danish String Quartet. Angekündigt sind "ausgefallene Programme". Im Luitpoldbad-Open-Air präsentieren Max Mutzke und die Pianistin Marialy Pacheco ihr „Duet“-Projekt.

Die Sopranistin Golda Schultz
Foto: Dario Acosta | Die Sopranistin Golda Schultz

Die "Musik der Zukunft", so die Mitteilung weiter, soll auch im reduzierten Programm eine Rolle spielen. So sind Pianistinnen und Pianisten des Kissinger KlavierOlymps 2020 "als junge Stars von morgen" zu Gast, außerdem werde das Projekt des Kissinger Zukunftslabors, das mit Fördermitteln des Bundes für das Beethoven-Jahr 2020 geplant war, im kommenden Sommer nachgeholt: Unter dem Titel „Leonore / Fidelio“ erarbeiten Schüler und Studenten aus der Region gemeinsam mit einem jungen Projektorchester unter der Leitung von Johannes Klumpp und professionellen Vokalsolisten eine neue Version der revolutionären einzigen Oper von Ludwig van Beethoven. Die Inszenierung von Till Kleine-Möller wird im Kissinger Kurtheater gezeigt.

Die rund 3400 Tickets zu Preisen von 5 bis 100 Euro sind ab 30. November unter Tel. (09 71)  80 48-444 sowie unter kissingen-ticket@badkissingen.de und www.kissingersommer.de bestellbar. Mitglieder des Fördervereins können ab sofort bestellen. Für Besucher aus Würzburg und Fulda bietet der Kissinger Sommer an mehreren Konzerttagen einen Shuttle-Bus an. Die Bustransfers sind beim Ticketkauf buchbar.

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