Würzburg

Spiele: eine fantastische Welt früher und heute

An Familien richtet sich die Ausstellung "Kinder(t)räume" auf der Festung Marienberg ab dem 5. Dezember. Warum die Ausstellung auch für Kinder nicht langweilig ist.
Teddybären aus den 1920er-Jahren waren den Braunbären realistischer nachempfunden als die heutigen Teddys. Viele hatten längere Arme, seitlich sitzende Ohren und einen Buckel.
Foto: Angie Wolf | Teddybären aus den 1920er-Jahren waren den Braunbären realistischer nachempfunden als die heutigen Teddys. Viele hatten längere Arme, seitlich sitzende Ohren und einen Buckel.

"Mögen die Spiele beginnen!" So lautet ab dem 5. Dezember das Motto der Familienausstellung "Kinder(t)räume" im Museum für Franken auf der Festung Marienberg in Würzburg. Vom detailgetreu bemalten Zinnsoldaten aus dem Bauernkrieg bis zum 7.500 Teile umfassenden Lego-Millennium-Falken aus dem "Star Wars"-Film, von der feudal eingerichteten Puppenstube aus der Jahrhundertwende bis hin zur gemütlichen Spielecke aus der heutigen Zeit, in der Kuscheltiere auf ihr Teekränzchen warten: Die Ausstellung "Kinder(t)räume" richtet sich an die ganze Familie, von den Großeltern bis zu den Enkeln.

In jedem Raum sind die Originale und Sammlerstücke hinter Glas ausgestellt, während die neuen Spielsachen Kindern griffbereit zur Verfügung stehen.
Foto: Angie Wolf | In jedem Raum sind die Originale und Sammlerstücke hinter Glas ausgestellt, während die neuen Spielsachen Kindern griffbereit zur Verfügung stehen.

Von Büchern und Bastlern

Bis zum 10. März 2019 werden Besucher der Ausstellung in vier großen "Kinderzimmern" in unterschiedliche Themenwelten entführt: in die idyllische Welt der Puppen und Teddybären, die kriegerische der Drachen und Helden, die fantasiereiche der Bücher und die kreative der Tüftler und Bastler. Während die Eltern oder Großeltern die liebevoll hinter Glas ausgestellten Original-Spielzeuge aus den 20ern oder Bücher-Erstausgaben aus den 50er-Jahren betrachten, können die Kinder mit allem spielen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Eine der 17 ausgestellten Puppenstuben aus der über 100 Stuben umfassenden Sammlung der Würzburgerin Heidi Wößner.
Foto: Angie Wolf | Eine der 17 ausgestellten Puppenstuben aus der über 100 Stuben umfassenden Sammlung der Würzburgerin Heidi Wößner.

Mitmachen, tüfteln, blättern, schmökern, spielen und fantasieren ist ausdrücklich erwünscht, sagt Veronika Genslein vom Museum für Franken. Denn im Mittelpunkt jedes Raumes stehen nicht die Originale, sondern die Idee dahinter. Elf Leihgeber haben dem Museum ihre teils privaten Sammlerstücke zur Verfügung gestellt.

Von heile Welt bis Krieg

So trifft man im "Heile Welt"-Zimmer auf 17 Puppenstuben der Würzburger Sammlerin Heidi Wößner, samt proppevoller Miniatur-Küchenregale, gefüllt mit Porzellan, Eierständern, Waschschüsseln und sogar einem originalgetreuen Fleischwolf.  Im Raum "Krieg und Auseinandersetzung" zeigen kunstvolle U-Boot-Modelle aus dem Stadtmuseum Schwabach oder bemalte Tabletop-Hobbit-Figuren den Kampf gegen Gut und Böse. 

Welche fantastischen Welten sich hinter Buchdeckeln auftun erleben die Besucher im Lesezimmer. Dort sind Erstausgaben des Würzburger Arena Verlags – zum Beispiel die "Frechdachs"-Reihe – neben "Robin Cat"-lllustrationen von Christine Kugler ausgestellt. Und im Zimmer der Tüftler und Bastler glänzen wertvolle Märklin-Modelleisenbahnen des Sammlers Eberhard Jandke um die Wette.

Um Technik und Kreativität dreht sich alles im Kinderzimmer der Tüftler und Bastler.
Foto: Angie Wolf | Um Technik und Kreativität dreht sich alles im Kinderzimmer der Tüftler und Bastler.
Öffnungszeiten und Veranstaltungen
Die Ausstellung "Kinder(t)räume" ist vom 5. Dezember bis 10. März 2019 jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet – auch am 26. Dezember und 1. Januar. Der Eintritt an regulären Tagen ist für Kinder frei und kostet für Erwachsene vier Euro. Darüber hinaus finden Märchennachmittage, Lesungen, Workshops, Feste und ein Ferienprogramm statt. Mehr Infos per Telefon: 0931/205940 oder im Internet: www.museum-franken.de
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