Hammelburg

Kolumne zur Bundestagswahl: Wie die FDP mit Focus-Markwort und Corona-Impfung lockt

Kugelschreiber und Luftballons sind beliebte Wahlgeschenke. Aber nix Besonderes. FDP-Kandidat Stauffenberg versucht nun, Wähler mit Corona-Impfstoff anzulocken.

Dass Wahlplakate verschandelt werden, ist nicht neu. Damit müssen Kandidatinnen und Kandidaten leben, auch wenn's weh tut. Einen Aufkleber "Fuck Grün" haben Unbekannte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann ins Gesicht gepappt.

Coole Reaktion von Manuela Rottmann 

Doch statt sich groß zu ärgern, hat die 49-Jährige, die im Wahlkreis Bad Kissingen kandidiert, cool reagiert und ein eigenes Papier darunter geklebt. "Das ist uns zu undifferenziert. Lass uns reden, Dein Team Rottmann", heißt es dort. Und die Mailadresse wird gleich mitgeliefert. Chapeau! Vermutlich aber haben die Kommentatoren bei Facebook recht, die glauben, dass der Grünen-Hasser oder die Hasserin gar nicht weiß, was "undifferenziert" bedeutet. 

Innovativ auch der Ansatz von Rottmanns FDP-Mitbewerber Karl Graf Stauffenberg. Der hatte für dieses Wochenende zu einem Sommerfest auf sein Schloss nach Irmelshausen (Lkr. Rhön-Grabfeld) geladen. Angekündigt waren prominente Gäste: Martin Hagen, der Chef der FDP-Landtagsfraktion, und Journalisten-Urgestein Helmut Markwort, der Gründer und langjährige Chefredakteur des Magazins "Focus". Wem das nicht reicht, um vorbeizuschauen, für den legt Stauffenberg noch ein "Special" drauf: "Vor Ort gibt es die Möglichkeit, sich zwischen 12 und 14 Uhr mit Johnson & Johnson oder Biontech impfen zu lassen." 

Impfstoff von der FDP

Das Echo in der Redaktion fiel eher gemischt aus. "Also, für 'ne Spritze Botox wäre ich gekommen und hätte die FDP womöglich auch gewählt", spottete eine (geimpfte) Kollegin. Ein anderer meinte, von dieser aktuell vor Kraft strotzenden FDP hätte er sich eher ein paar blaue Pillen gewünscht. Ja, ihr armen Politikerinnen und Politiker, es ist wirklich schwer, es allen recht zu tun.

Eine Erfahrung, die dieser Tage auch Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) machen muss. Nicht nur, dass ihre Berufung ins "Zukunftsteam" von Armin Laschet bundesweit für einigen Spott gesorgt hat, weil sie schließlich mitverantwortlich sei, dass das Land in Sachen Digitalisierung in Vergangenheit und Gegenwart so stagniert. Jetzt läuft es auch in der unterfränkischen Heimat nicht so wirklich rund.

Schwere Zeiten für Dorothee Bär

Dass die SPD beklagt, Bär habe den Azubi-Shuttle, ein Angebot des Landkreises Rhön-Grabfeld, für einen Wahlkampfauftritt mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zweckentfremdet, lässt sich noch als Wahlkampf-Zoff abtun. In Ramsthal (Lkr. Bad Kissingen) aber sind ehrenamtlich engagierte Bürger sauer, weil die Staatsministerin zu "Politik und Wein" am Aussichtspunkt "terrorir f" laden durfte, während das Landratsamt den örtlichen Vereinen ähnliche Veranstaltungen mit Weinausschank aus Hygieneschutzgründen verboten hatte. Das Argument, politische Treffen seien im Versammlungsrecht besonders privilegiert, überzeugte nicht jeden. Dorothee Bär lenkte schließlich ein: In Ramsthal gab es Politik nun eben ohne Wein.

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